Ein Büro in der Beiz. Dieses baute sich Dietmar Rohrmann vor zehn Jahren. Der Oberbuchsiter expandierte damals mit seinem Treuhandbüro ins Gäu und erwarb den Gasthof Löwen.

Bis heute zeugt die alte Küche von der einstigen Traditionsbeiz. Aber Weinliebhaber Rohrmann wollte die Gastronomie im Löwen nicht ganz verschwinden lassen. «Vielleicht können wir den ‹Löwen› zeitweise weiterleben lassen», sagte er damals gegenüber dem Solothurner Tagblatt. Aus dieser Idee heraus entstand im Nebengebäude des alten Gasthofs die Löwenlounge. Zunächst öffnete Rohrmann gelegentlich und schenkte im «Löwen» ein gutes Glas Wein aus.

Vor drei Jahren übernahm Stefanie Probst die Lounge. Die langjährige Betriebsleiterin der Hafebar in Solothurn baute in Oberbuchsiten ihren eigenen Gastrobetrieb auf. Von Donnerstag bis Sonntag hatte Probst geöffnet. Mit Apéroplättli und einem breiten Getränkeangebot etablierte Probst die Löwenlounge im Dorf und darüber hinaus. Jetzt zieht Stefanie Probst weiter: Ende Juni verabschiedete sie sich mit einem Abschlusswochenende von der Löwenlounge. Wohin Probst weiterzieht, will sie auf Anfrage noch nicht verraten.

Im Spätherbst soll es in der Löwenlounge weitergehen. Dafür will Treuhänder Dietmar Rohrmann eigenhändig sorgen. Er sei zunächst für verschiedene Konzepte offen gewesen, erzählt er. Nur eines habe er ausgeschlossen: «Ich bin kein grosser Fan der Cafés.» Ein Abendkonzept passe ohnehin besser an diesen Ort. Auch, weil das Treuhandbüro tagsüber auf die Parkplätze angewiesen ist.

So kommt es, dass Rohrmann selbst anpackt. Gemeinsam mit dem Oberbuchsiter Daniel Kaspar will er die Lounge erhalten.

Kaspar wird neu die Geschäftsführung der Lounge übernehmen, die an den Abenden vor dem und am Wochenende geöffnet sein soll. Der Kontakt zwischen den Beiden sei zufällig entstanden, erzählt Kaspar. Er habe «Didi» betreffend Buchhaltungsdiensten angegangen. Dadurch sei er auf seine «Food- & Event-Factory» aufmerksam geworden. Er habe ihn gefragt: «Wäre die Löwenlounge eventuell etwas für dich?»

Flammkuchen und Grillgut im Sommer

Beide sind sich einig, wohin sich die Lounge orientieren soll. «Dani hat Zugang zu einem lokalen Bierlieferanten, ich habe einen guten Zugang zum Wein», sagt Rohrmann. Das kulinarische Angebot möchten Kaspar und Rohrmann ausbauen. Neben Flammkuchen im Standardangebot möchte Kaspar im Sommer einen Grill betreiben. «Wir möchten vor der Lounge einen gedeckten Bereich haben», sagt Besitzer Rohrmann weiter. Bereits die bisherige Pächterin Stefanie Probst hatte ein provisorisches Holzdach angebracht. «Es hat sich gezeigt, dass die Menschen gerne draussen sind – egal zu welcher Jahreszeit», sagt Rohrmann. Die baurechtlichen Abklärungen mit den Behörden laufen.

Kaspar, der zusätzlich Teilzeit in der Privatwirtschaft tätig und in der Feuerwehr stark eingebunden ist, sagt: «Wir werden die Lounge nicht bloss als ‹Hobby› führen.» Um den Betrieb sicherzustellen, will er im Service rund drei Hilfskräfte anstellen. Ihm schwebt vor von Donnerstag bis Samstag jeweils abends zu öffnen. Am Sonntag möchte er einmal pro Monat Spezialevents durchführen. Diese sollen etwa auch kleinen Bands aus der Region als Plattform dienen.