Balsthal-Klus

Bahnstation Thalbrücke: Man darf losfahren, bevor die Barriere ganz geöffnet ist

Bei der OeBB-Station Thalbrücke ist die ganze Sicherungsanlage des Bahnübergangs erneuert worden.

Bei der OeBB-Station Thalbrücke ist die ganze Sicherungsanlage des Bahnübergangs erneuert worden.

Die Barrierenanlage bei der Thalbrücke in Balsthal ist nicht nur neu, sie bringt auch Neuerungen mit sich, etwa, dass man weniger lang warten muss. Ernüchternd ist, dass die zusätzlichen Absicherung der Fussgänger- und Veloübergänge umgangen werden.

Wie nervig ist es doch im Auto vor dem Bahnübergang: Man muss sich ein Hupkonzert gefallen lassen, wenn man vorschriftsgemäss mit der Weiterfahrt zuwartet, bis die Barriere vollständig geöffnet ist und – vor allem – die roten Blinklichter verlöscht sind. Man will ja keine Busse riskieren. Aber was soll denn das jetzt? Beim Bahnübergang bei der OeBB-Station Thalbrücke in der Klus blinken die Rotlichter bereits nicht mehr, wenn die Barriere erst zur Hälfte geöffnet ist. Darf ich denn jetzt ungestraft losfahren?

Regeln wurden angepasst

Eine Anfrage beim Bundesamt für Strassen Astra bringt Klarheit: Ja, man darf losfahren – aber nur dort, wo die Blinklichter verlöschen, während sich die Barriere hebt. Das ist bei jenen Übergängen der Fall, bei denen die Anlage neueren Datums ist, so wie eben in der Thalbrücke. Diese ist im vergangenen Jahr total erneuert worden und entspricht nun sämtlichen Vorschriften des Bundes. Seither hat sich die Wartezeit bei dieser von vielen Autofahrern so «heiss geliebte» Barriere immerhin um einige Sekunden verkürzt.

Gemäss einer Bestimmung einer eidgenössischen Eisenbahnverordnung aus dem Jahr 2003 sollte die neue Regelung bei rund 2000 Barrierenanlagen der Schweiz bereits jetzt gelten. Aufgrund der hohen Kosten wurde aber auf die Umsetzung auf einen Schlag verzichtet, sie erfolgt nun schrittweise. «Vonseiten der Bahn wird kein Bedarf gesehen, dass Fahrzeuge bei sich öffnenden Schranken weiterhin im Stillstand verharren müssen», ist vom Astra weiter zu erfahren. Aber so lange bei einer Anlage ein blinkendes Rotlicht zu sehen ist, gelte nach wie vor «Halt!».

Barrieren werden umgangen

Ernüchternd hingegen ist das Resultat von der zusätzlichen Absicherung der Fussgänger- und Veloübergänge bei der Bahnstation Thalbrücke. Längst vergessen scheint, dass sich dort ein tödlicher Unfall ereignet hat. Man schaut aufs Handy und kurvt frisch-fröhlich um die geschlossenen Halbschranken herum.

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