1.-Mai-Brauchtum

Bäumchen stellen, Sachen «verschleipfe»

Die Stäcklibuebe und -meitschi waren von Samstag auf Sonntag wieder in der Region unterwegs.

Das Treiben der Stäcklimeitschi und -buebe ist bekannt und berüchtigt in der Region. Unrühmliche Dinge wie der Angriff von vier jungen Männern im letzten Jahr in Kappel gehören dabei zu den Ausnahmen. Sonst wird vor allem eines: gefeiert. Hüben wie drüben wurden Dinge aus den Gärten «verschleipft» und grosse oder auch die kleinen Tannen für die jungen Frauen gestellt.

Bereits vor einiger Zeit ging es munter los mit den Strolchenfahrten, um in der näheren oder zum Teil auch weiteren Region den Tännchen den Garaus zu machen. Etwas wenig Schlaf dürfte dann auch die Konsequenz aus diesem Treiben gewesen sein. Doch entschädigt wurden die Jahrgänger allemal.

In diesem Jahr wurde in Winznau auch wieder richtig gefestet. Nach dreijähriger Pause startet der Jahrgang 1997 in diesem Jahr wieder durch und lud die Einwohnerinnen und Einwohner von Winznau zum Spaghetti-Essen ein. «Wir wollten etwas fürs Dorf machen. Der Brauch ist doch etwas Schönes», sagt Samuel von Arx, einer der Initianten.

Neben der Neuheit, das Dorf einzuladen, gab es für die jungen Frauen in Winznau eine Überraschung. Im Vorfeld verriet man den Stäcklimeitschi noch nichts, behauptete sogar, dass es leider nicht reichen würde, auch kleinere Tännchen in den Gärten der Jahrgängerinnen bereitzustellen.

Doch wie bereits einige Jahrgänger in anderen Dörfern verzichteten auch die Winznauer auf das «Verschleipfen». «Es gibt zu viele Leute, die dies wohl nicht kennen», nennt von Arx als Grund. Es sei zwar schade, aber der Ärger, den man sich einhandeln würde, wäre ganz einfach zu gross. Ein nobles Handeln allemal, doch eigentlich wäre es schade, wenn ein Teil dieses Brauchtums von der Bildfläche verschwinden würde.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1