Welschenrohr
Babynahrungshersteller: «Wir müssen besser sein als die anderen»

Bimbosan lud zur Besichtigung des für 1 Mio. Franken ausgebauten und modernisierten Firmensitzes.

Erwin von Arb
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Bimbosan-CEO Daniel Bärlocher zerschneidet zusammen mit Regierungsrätin Esther Gassler das Band im Eingangsbereich des Firmengebäudes.

Bimbosan-CEO Daniel Bärlocher zerschneidet zusammen mit Regierungsrätin Esther Gassler das Band im Eingangsbereich des Firmengebäudes.

Bruno Kissling

«Es gibt immer wieder Leute, die erstaunt darüber sind, dass der bekannte Babynahrungshersteller Bimbosan aus dem Kanton Solothurn kommt und dann erst noch im Thal seinen Sitz hat», sagte Regierungsrätin Esther Gassler zu den rund 200 zum Tag der offenen Tür erschienenen Gästen. Diese hatten sich gestern Freitagnachmittag auf Einladung des Unternehmens in einem vor dem Eingangsbereich aufgestellten Festzelt versammelt.

Die Volkswirtschaftdirektorin würdigte die getätigten Investitionen in der Höhe von einer Million Franken in einer wirtschaftlich anspruchsvollen Zeit in den Standort Welschenrohr. Dass sich dieser im Naturpark Thal befinde, habe weltweit eine positive Ausstrahlung und stärke das Vertrauen in diese Marke.

Schweizer Qualität ist gefragt

Bimbosan

1932: Firmengründung in Bern
1954: Umzug nach Ostermundigen BE
1970: Übernahme Bimbosan durch Anton Hosang
1983: Umzug nach Welschenrohr
2010: Zukauf der Marke Yuma Molk
2012: Verkauf Bimbosan an die Zuger Pezula Holding AG
2013: Erste Lieferung nach China und Relaunch der Marke Bimbosan
2015: Start des Umbaus
1. April 2016: Abschluss des Umbaus

Der wichtigste Markt ist für das Thaler Unternehmen nach wie vor die Schweiz, wo 85 Prozent des Umsatzes erzielt werden. Von den 15 Prozent, welche das Exportgeschäft ausmacht, gehen allein 10 Prozent nach China. Weitere Absatzmärkte sind Südkorea, Singapur, Indonesien, Italien und die Türkei. Um im Ausland weiter zuzulegen, hat Bimbosan die Exportabteilung personell verstärkt, wie Bärlocher erwähnte. Jährlich setzt Bimbosan bis zu 20 Millionen Franken um.

Virtuelles Baby wirbt für Bimbosan

Zum Erfolg beitragen soll auch der neu gestaltete Marketingauftritt des Unternehmens. Dieser basiert primär auf einer Bildsprache in Form von Comicfiguren. Eine zentrale Rolle spielt dabei das virtuell geschaffene Baby Bruno, das für jede Lebenslage von Kleinkindern das passende Bimbosan-Produkt bereithält. «Bruno» kam kurzzeitig zu einem höheren Bekanntheitsgrad, als er 2013 in die Windeln von Fussballer Lionel Messi schlüpfte. Auch bei den Royals fühlt sich «Bruno» wohl.

Im Fachhandel die Nummer 1

Beim Rundgang durch die ausgebauten und modernisierten Räumlichkeiten konnten auch das neue Lager und die Spedition besichtigt werden. Dort können 330 Paletten in einem gekühlten Raum eingelagert werden, dazu kommen 450 weitere Plätze für «normale» Ware. Jährlich verlassen rund 2100 Platten die Spedition, im Gegenzug werden im selben Zeitraum etwa 1100 Paletten angeliefert.

Dazu kommen jährlich rund 9500 verschickte Pakete. Insgesamt entspricht das etwa 1,1 Millionen Packungen Bimbosan, die jedes Jahr das Haus verlassen, wie Bärlocher sagte. 85 Prozent der im Inland verkauften Ware geht in den Fachhandel, wo Bimbosan die Nummer 1 ist. Die verbleibenden 15 Prozent des Umsatzes werden mit Coop erzielt.

Kein Zugang gewährt wurde den Gästen in die Produktionsanlagen des Babynahrungsherstellers. Dies sei aus hygienischen Gründen nicht möglich, liess der Bimbosan-CEO verlauten. Die grösste Veränderung in diesem Bereich war die Umstellung bei der Rohstoffanlieferung auf sogenannte «Big-Bag».

Dabei handelt es sich um 450 Kilogramm schwere Säcke, für deren Zwischenlagerung auch entsprechende Regale eingebaut wurden. Um die Rohstoffe für die Herstellung der Babynahrung den Produktionsanlagen zuzuführen, musste ein neuer Deckenkran installiert werden. Diese vorher von Hand ausgeführte Arbeit konnte dank dem neuen System automatisiert werden.

Begehrte Gratis-Muster

Interessantes war ferner von der Bimbosan-Hotline zu erfahren. Dort werden monatlich rund 600 Anrufe entgegengenommen, via E-Mail kommen rund 200 weitere Kontakte dazu. Eine durchschnittliche Beratung am Telefon dauert rund zehn Minuten. Den Rekord hält eine Mutter, welche eine Mitarbeiterin in ein Gespräch von eineinhalb Stunden verwickelte. «Wir versuchen, möglichst alle Fragen zu beantworten», so Bärlocher.

Grosszügig ist Bimbosan auch beim Verteilen von Gratis-Musterpackungen. Täglich gehen per E-Mail oder Telefon etwa 100 Bestellungen ein. «Uns kann das natürlich nur recht sein, schliesslich sind wir an neuen Kunden interessiert», meinte der CEO zum Run auf diese Produkte.