Sie gehört zu den bekannten Solothurner Marken: Bimbosan aus Welschenrohr. Das Unternehmen hat mit seiner Säuglings- und Kindernahrung im Schweizer Markt Berühmtheit erlangt.

Jetzt hat die 1932 gegründete Firma einen neuen Besitzer. Die Luzerner Hochdorf-Gruppe hat Bimbosan gekauft. Bisheriger Besitzer war die Zuger Pezula-Holding. Sie hatte den Familienbetrieb 2011 vom langjährigen Seniorchef Anton Hosang übernommen. Sämtliche Pezula-Vertreter sind inzwischen aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden, wie dem gestrigen Handelsamtsblatt zu entnehmen ist.

22 Mitarbeitende beschäftigt Bimbosan. «Wir sind von der Firma informiert worden», sagt Stefan Schneider, Gemeindepräsident von Welschenrohr. «Bimbosan ist einer der grössten Arbeitgeber. Ich hoffe, dass der Standort nicht gefährdet ist.» Dies sei der Gemeinde allerdings versichert worden, betont Schneider. Und dies bestätigt auch die Hochdorf-Gruppe. «Der Standort Welschenrohr bleibt bestehen», sagt Kommunikationschef Christoph Hug. Er verweist dabei auch auf den Babynahrungsvermarkter Pharmalys, den die Hochdorfgruppe 2016 übernommen hat. «Wir haben nichts verändert.»

Schon lange verbunden

Die Hochdorf-Gruppe und Bimbosan verbindet bereits eine lange Zusammenarbeit. Seit den 1970er-Jahren stellt die Luzerner Firma für Bimbosan verschiedene Kindernährmittel her, etwa Baby-Milch, die jedoch in Welschenrohr abgepackt wird.

2010 haben Bimbosan und die Hochdorf-Gruppe gemäss eigenen Angaben gemeinsam die weltweit erste Babynahrung ohne Palmöl entwickelt. Für die Hochdorf-Gruppe setzt der Bimbosan-Kauf auch einen eingeleiteten Strategiewechsel fort. Produzierte sie zuvor vorwiegend nur für die Lebensmittelindustrie, tritt sie nun verstärkt mit eigenen Produkten direkt am Markt auf.

Bimbosan soll jetzt wachsen

Künftig sollen die Bimbosan-Produkte insbesondere im Ausland mehr Absatz finden. «Zusammen mit dem bestehenden Team plant Hochdorf, Bimbosan zu einer weltweit führenden Schweizer Marke aufzubauen», heisst es in einer Mitteilung. Hochdorf-Sprecher Christoph Hug erläutert: «Vertrauen ist im Bereich Baby-Nahrung sehr wichtig.»

Man hoffe, dass man ebendieses Vertrauen der ausländischen Konsumenten mit der Swissness der Bimbosan-Produkte leichter gewinnt. Nigeria oder Indonesien nennt Hug als Länder, in die das Produkt aus Welschenrohr künftig exportiert werden soll. «Wir kennen die Distributionskanäle im Ausland», sagt Hug. Zwar seien Vorbereitungsarbeiten bereits angelaufen. Bis ein Kinderlebensmittel in den jeweiligen Ländern registriert sei, könne es aber rund ein Jahr dauern.

Warum hat Hochdorf trotz der engen Zusammenarbeit nicht schon 2011 zugeschlagen, als Bimbosan zum Verkauf stand? Man sei damals interessiert gewesen, sagt Hochdorf-Sprecher Hug. «Zugegriffen haben wir aber nicht.» Inzwischen hat beim Luzerner Nahrungsmittelhersteller nicht nur der CEO gewechselt. Auch wurde eben beschlossen, eigene Produkte anzubieten. Die Hochdorf-Gruppe hat 695 Mitarbeitende und erzielte 2017 einen Umsatz von 600 Mio. Franken. Sie ist in 90 Ländern vertreten. Zum Kaufpreis macht die Gruppe keine Angaben.