«Ein Austritt ist laut Sozialhilfegesetz nicht möglich», erklärte die zuständige Gemeinderätin Karin Kissling. Die Gemeinden seien dazu verpflichtet, einer Sozialregion anzugehören. Ein Wechsel von einer Sozialregion in eine andere kam ebenfalls nicht infrage. Und selbst wenn ein Austritt und die Organisation in der Gemeinde selbst gesetzlich möglich wäre, würde es wenig Sinn machen, wie Kissling weiter ausführte.

Vom Lastenausgleich würde die Gemeinde nicht befreit und die Administration müsste wieder von der Gemeinde übernommen werden. Momentan läuft diese über die beiden Standorte Balsthal und Härkingen für alle 17 Gemeinden und rund 32 000 Einwohner der Sozialregion Thal-Gäu. 

Im Folgenden ging Kissling auf die Sozialhilfekosten in der Gemeinde Wolfwil ein. Diese waren im Jahr 2015 verglichen mit dem Vorjahr um 72 000 Franken gesunken, nämlich von 837 000 auf 765 000 Franken. Dies soll auch an der Rechnungs-Gemeindeversammlung am 8. Juni kommuniziert werden. «Es geht darum, die Frage jenes Einwohners auch noch offiziell zu beantworten, und zudem einen Einblick in die Kosten der Sozialhilfe zu geben», erklärte Kissling.

Trendwende im Sozialbereich

Diese Entwicklung spürt aber nicht nur die Gemeinde Wolfwil. Im ganzen Kanton wurde ein «Turnaround» geschafft, wie Thomas Blum formuliert, Geschäftsführer des Verbands Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG). Aufgrund verschiedener Änderungen seit der Einführung des neuen Sozialgesetzes am 1. Januar 2008 stiegen die Kosten markant. Als Gründe nennt Blum verschiedene Änderungen, darunter die Kürzung der IV-Renten, wodurch die Sozialhilfe und somit die Gemeinden vermehrt belastet werden.

Es gehen aber auch mehr Anmeldungen ein: «Die Hemmungen, sich beim Sozialdienst zu melden, ist durch die Regionalität der Sozialhilfe gesunken», stellt er fest. Insgesamt stiegen die Kosten im ganzen Kanton zwischen 2008 und 2014 von 62 Mio. auf 105 Mio. Franken.

Im Jahr 2015 konnte nun erstmals dank verschiedener Massnahmen eine Trendwende bewerkstelligt werden, wie Blum erwähnt. Dazu gehörte etwa eine Änderung der Richtlinien für die Sozialhilfe laut der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) oder die Reduktion gewisser Leistungen. In der Rechnung 2015 zeigten sich erste Erfolge bei einem Gesamtaufwand von 98 Mio. Franken.

Dieser lag 7 Mio. Franken unter dem Budget 2015 und unter der Rechnung 2014. Doch Blum zeigt sich sehr ehrgeizig, was die Kosten der nächsten Jahre betrifft. «Unser Ziel liegt im Jahr 2017 bei einem Aufwand von 95 Mio. Franken und im Jahr 2018 von 90 Mio. Franken.» Durch verschiedene Projekte und Revisionen sollen die gesteckten Ziele erreicht werden.

Des Weiteren soll ab 1. Januar 2017 die Kommunikation zwischen dem kantonalen Amt für soziale Sicherheit (ASO) und den Sozialregionen vereinheitlicht ablaufen. Dafür müssen die Dossier- und Rechnungsführung angepasst werden. Damit wird es erstmals möglich, die Daten aller 14 Sozialregionen im Kanton Solothurn auszuwerten und zu vergleichen. «Damit können Entwicklungen und allenfalls Möglichkeiten festgestellt werden, wo sich etwas einsparen lässt», so ASO-Chefin Claudia Hänzi.