Laupersdorf

«Aussagen müssen konkreter, innovativer und qualitativ präziser sein»

Der Gemeinderat von Laupersdorf kann im Entwurf zum «Zukunftsbild Region Thal» keine klare und vielversprechende Richtung erkennen.

Der Gemeinderat von Laupersdorf kann im Entwurf zum «Zukunftsbild Region Thal» keine klare und vielversprechende Richtung erkennen.

Der Gemeinderat Laupersdorf fordert, dass der Entwurf «Zukunftsbild Region Thal» umfassend überarbeitet wird. Er verlangt klar messbare Ziele und genauer definierte Zielgruppen, um Gemeinsamkeiten entwickeln zu können.

Der Entwurf zum «Zukunftsbild Region Thal» ist das Ergebnis von drei Veranstaltungen im Frühjahr. Am Entwurf arbeiteten rund fünfzig im Thal engagierte Personen mit. Die Gemeinderäte der Thaler Gemeinden konnten in einer Vernehmlassung zum Entwurf des Zukunftsbildes Stellung nehmen.

«Klare Richtung nicht erkennbar»

Für den Gemeinderat Laupersdorf lässt sich im Entwurf «Zukunftsbild Region Thal» eine klare und vielversprechende Richtung nicht erkennen. Es würden zwar die wichtigen Themen wie Bevölkerung, Versorgung, Wohnen, Wirtschaft, Tourismus, Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Gesellschaft und Kultur angesprochen, aber auf einer von Allgemeinplätzen strotzenden Ebene abgehandelt. Ausserdem seien die Aussagen voll von Widersprüchen. Es mache den Eindruck, als habe man unter allen Titeln mal alle Möglichkeiten und Ideen aufgezählt um ja nichts zu vergessen, ohne nach sich ergänzenden oder widersprechenden Aussagen zu suchen, um so den Katalog zu kürzen und gleichzeitig zu konkretisieren, heisst es in der Stellungnahme des Gemeinderates Laupersdorf. Dieser erachtet es als völlig falsch, sich via geografische Geschlossenheit und klare Andersartigkeit zu definieren beziehungsweise abzugrenzen. Ein starker Zusammenhalt über solche Attribute drücke aus, dass man sich nur zusammenfände, weil man sich anders (minderwertig?) fühle. Der starke Zusammenhalt sollte hingegen über eine gemeinsame Erfolgsgeschichte entstehen, über ein gemeinsam definiertes Ziel, das man erreichen wolle. Die Region Thal solle beispielsweise mit hoher Wohn- und Lebensqualität und anderen Qualitäten auftrumpfen und sich in dieser Richtung entwickeln.

Wohlstand erfordert Wachstum

Wohlstand basiere auf Wachstum, dies sei im Entwurf zum Zukunftsbild erkannt, aber es seien kaum Aussagen über die Qualität des Wachstums enthalten. Zuzüger aus städtischen Ballungszentren trügen nur dann zum Wohlstand bei, wenn sie auch einen substantiellen Steuerbetrag leisten würden. Innovatives Gewerbe würde nur dann helfen, wenn es gleichzeitig Arbeitsplätze schaffte und Steuern bezahlte, strich der Gemeinderat Laupersdorf heraus.

Gar nicht einverstanden ist der Rat mit dem Satz im Zukunftsbild «Möglicherweise muss der Verkehrsstau auch ganz einfach als Preis für die dämpfende Wirkung der Klus in Kauf genommen werden». Die Klus sei verkehrstechnisch gesehen die Nabelschnur des Thals und müsse entsprechend der Wachstums- und Entwicklungsziele ausgebaut / ausgestaltet werden.

Aktives Gestalten gefordert

Im Zukunftsbild steht: «Das Thal ist der Lebensraum zwischen den grossen städtischen Ballungsräumen, deren Einwohner in einer in Natur, Gesellschaft und Kultur geerdeten Form am Wohlstand und an der Dynamik der städtisch geprägten Schweiz teilhaben.» Das Wort «teilhaben» drücke eine Passivität aus, die in einem Zukunftsbild absolut fehl am Platz sei, meint der Gemeinderat Laupersdorf. So formuliert sei das Thal in einer passiven Opferhaltung, Bittsteller wie eh und je, ohne Möglichkeit und Eigenständigkeit. Die Thaler wollten die Zukunft innovativ mitgestalten, beispielsweise mit einem innovativen «Leuchtturmprojekt» in der Regionalen

Wirtschafts- und Arbeitszone RAZ

Auch der Begriff «geerdet» sei nicht fassbar. Es seien nicht nur die Einwohner, sondern auch die Unternehmer, Handwerker und Gastronomen, die das Thal mitprägten und weiterentwickeln wollten. Auch sie sollten und im Zukunftsbild aufgeführt sein.

Zusammenarbeit

Die Leitfragen im «Zukunftsbild Region Thal» müssen nach Ansicht des Gemeinderates Laupersdorf konkreter, innovativer, sich nicht widersprechend und qualitativ präziser sein. Man müsse klar messbare Ziele (Wachstumsgrössen, Meilensteine) und Qualitätsanforderungen formulieren und die Zielgruppen genauer definieren, um Gemeinsamkeiten entwickeln zu können.

Der Gemeinderat Laupersdorf ist der Meinung, dass zunächst die bestehenden Barrieren und Zusammenarbeitshindernisse zwischen den Gemeinden noch ausgeräumt werden müssten, bevor die Umsetzung eines sehr abstrakt gehaltenen Leitbilds Erfolg versprechen würde.

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