Aus Thaler Sicht
Von Wochenendausflüglern profitiert das Thal mehr als von Tagesausflüglern

Markus Schindelholz, Balsthal, Geschäftsführer OeBB
Markus Schindelholz, Balsthal, Geschäftsführer OeBB
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Kolumnist Markus Schindelholz findet, das Thal könnte sich mit besseren Übernachtungsmöglichkeiten eine Scheibe vom Tourismus abschneiden.

Kolumnist Markus Schindelholz findet, das Thal könnte sich mit besseren Übernachtungsmöglichkeiten eine Scheibe vom Tourismus abschneiden.

Bruno Kissling

Bereits ist wieder Oktober, Herbstzeit und auch wieder Ferienzeit. Der Zufall will es, dass ich wiederum zu Beginn der Ferienzeit etwas schreiben darf. Der Herbst ist meine Lieblingszeit. Es ist nicht allzu heiss, die Tagestemperaturen sind jedoch trotzdem noch angenehm und das Allerschönste ist die farbenfrohe Natur. Was mir aktuell auffällt, ist, dass die Wälder im Naturpark Thal noch nicht so schön eingefärbt sind. Übrigens auch nicht im Wallis oder im Berner Oberland. Dies hat sehr viel damit zu tun, dass es im Sommer sehr nass war und so die Bäume immer über viel Feuchtigkeit verfügen konnten. Wir hatten einen sehr schönen September und freuen uns auf einen ebenfalls schönen Oktober, die Farbenpracht wird sich sicher bald einstellen.

Die Herbstzeit ist auch eine sehr beliebte Ferienzeit. Man kann noch ganz viel unternehmen, schöne Wanderungen machen und die Natur geniessen. Oder alle, die den Sommer verlängern möchten, reisen nochmals in den Süden. Mit dem Reisen ist es jedoch so eine Sache in Zeiten von Corona. Wenn ich mich in meinem Umfeld umhöre, haben etliche ihre üblichen Herbstferien umgeplant. Statt mit dem Flieger noch schnell, schnell ans Meer zu flüchten, suchen viele in der Schweiz noch eine Bleibe. Eine zu finden, ist im Moment auch kein Problem, da in der Schweiz nach wie vor viele ausländischen Touristen fehlen. So hört man in Luzern oder auch in Interlaken aktuell viel mehr Schweizerdeutsch als sonst üblich.

Wie wirkt sich dies auf unser Thal mit dem Naturpark aus? Man stellt klar fest, dass an schönen Wochenenden viele Leute im Naturpark unterwegs sind, einheimische wie auch viele auswärtige. Die Auswärtigen machen in der Regel Tagesausflüge, denn viele Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Thal nicht. Sollten wir die Tagesausflügler nicht zum Teil in Wochenendausflügler umwandeln? Ein erster Schritt in diese Richtung hat zum Beispiel die «Krone» in Laupersdorf gemacht und neue Hotelzimmer eingerichtet. Ich bin der Meinung, dass noch ein paar weitere folgen dürften und sollten.

In Bezug auf meine Kolumne im Sommer betreffend Lagern von Jugendorganisationen und Schulen bin ich auch klar der Meinung, dass das Thal noch zwei, drei gute Lagerhäuser vertragen dürfte. Besonders für Schulen würde dies sehr interessant sein. Könnten doch so die Schätze der Natur zum Beispiel städtischen Schulklassen nähergebracht werden. Und wir wissen alle: Was wir in einem Schul- oder Jugendlager mal erlebt haben, bleibt ein Leben lang in Erinnerung.

Es fehlt im Thal aber auch an Unterkünften, die für Firmen oder Vereine attraktiv sind. Vor allen für solche, die nicht unbedingt ein klassisches Hotel möchten, um an neuen Strategien und Ausrichtungen herumzutüfteln, oder einen zweitägigen Vereinsausflug machen möchten. Ich erinnere mich an meine Zeit bei der Ascom oder auch bei der SBB, wir haben immer solche Orte gesucht.

Als Wohnmobilbesitzer bin ich der Meinung, dass es im Thal auch noch Platz für einen Campingplatz oder zumindest für einen Stellplatz hätte. Das Potenzial wäre riesig, die Nachfrage absolut vorhanden.

All meine Ideen gehen in die gleiche Richtung: Wieso das Thal nicht nur für Tagesausflügler, sondern für Wochenendausflügler attraktiv machen? Wir könnten uns so eine Scheibe vom Tourismus abschneiden und auch daran verdienen. Wir profitieren als Region wirtschaftlich klar mehr von den Wochenendausflüglern als von Tagesausflügler, die den Rucksack meist schon von zu Hause gefüllt mitnehmen. Und dies nicht nur in der Herbstzeit.

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