Aus Thaler Sicht
Ferienzeit ist Lagerzeit

Markus Schindelholz, Geschäftsleiter OeBB
Markus Schindelholz, Geschäftsleiter OeBB
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Markus Schindelholz erinnert sich an vergangene Lager, die er selbst miterlebt hat. Im Bild: Mitglieder der Jubla Balsthal im Sommerlager 2017.

Markus Schindelholz erinnert sich an vergangene Lager, die er selbst miterlebt hat. Im Bild: Mitglieder der Jubla Balsthal im Sommerlager 2017.

zvg

Die grossen, langen Sommerferien haben begonnen und damit auch wieder die Lagerzeit. Viele Kinder, Jugendliche und Junggebliebene gehen in ganz verschiedene Lager. Ob Jubla-, Jungschi-, Pfadi-, Sport- oder Musiklager, für alle hat es etwas dabei. Das Angebot ist gross und grossartig.

Ich finde es sehr schön, wenn Kinder und Jugendliche in Lager gehen. Das Lagerleben ist ganz anders, als man es zu Hause gewohnt ist. Man erlebt Dinge, die mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten viel mehr Spass machen. Auch lernt man in diesen Lagern so ganz nebenbei sehr vieles fürs Leben. Zum Beispiel aufeinander Rücksicht zu nehmen, auf engem Raum zu leben, auf Luxus zu verzichten oder auch auf die sonst omnipräsenten elektronischen Geräte. Plötzlich sind ganz andere Werte wichtig, die Gemeinschaft wird viel grösser geschrieben, gemeinsam werden neue Ziele erreicht.

Ich erinnere mich noch sehr gut und gerne an mein erstes Lager: In der Nähe von Luzern haben wir die Gegend unsicher gemacht. Später, als Jugend- und Sportlagerleiter, durfte ich selber ganze Lager organisieren und leiten. Auch hier war die Gemeinschaft wieder das Wichtigste. Ein Leiterteam, das gut harmoniert, bringt noch viel mehr gute Stimmung ins Lagerleben.

Auch heute noch gehe ich gerne in Lager. In den letzten Jahren war ich jedes Jahr mindestens in einem Lager als Helfer mit dabei. Es ist immer schön zu erleben, wie sich die Lagerdynamik während eines Lagers entwickelt. Manch einer hat nach einem Lager mehr Mühe, in das normale Leben zurückzukehren als umgekehrt.

Auch diesen Sommer gehen wieder viele Thaler Jugendliche in Lager, zum Glück lässt die aktuelle Coronalage dies zu. Die Jubla Balsthal hat zum Beispiel das Thema Harry Potter und startete stilecht auf Gleis 9¾ am Bahnhof Balsthal. Die Pfadi Balsthal hat es an den Bodensee verschlagen, wo sie auf den Spuren von Indiana Jones unterwegs sind und die Jungschar geht bergwärts. Auf der anderen Seite haben wir im Thal auch wieder Besuch von diversen Lagern. Dafür gibt es wunderbare Lagerhäuser in unserer schönen Gegend. Der wohl spektakulärste Lagerort ist sicher das Schloss Neu Falkenstein. Wenn ich nicht von hier wäre, könnte ich mir wohl nichts Spannenderes vorstellen, als dort als Teilnehmer in einem Lager zu sein. Als Leiter hätte ich jedoch wohl etwas mehr Respekt, da auf so einem Schloss auch immer etwas passieren könnte. Kaum hat die Filmcrew von Walt Disney das Schloss letzte Woche wieder verlassen, bereiteten sich die Nächsten auf ihr Lager auf dem Schloss vor.

Damit solche Lager überhaupt möglich sind, braucht es viele freiwillige Helfer, Leiter und solche, die ihr Land für Zeltlager zur Verfügung stellen, Eltern, die ihre Kinder in die Lager gehen lassen und Sponsoren und Organisationen, die grosse finanzielle Beiträge leisten.

An dieser Stelle möchte ich besonders den jungen Leitern danken, die ihre Ferien dafür opfern, um anderen Schönes zu ermöglichen, viel Zeit in die Vorbereitung stecken und dabei erst noch unglaublich kreativ sind. Ohne sie wäre all dies nicht möglich. Und eines ist auch klar, Ferien in einem Ferienresort irgendwo am Meer sind auch schön. Aber sie können jedoch nie dasselbe an Erlebnis bieten, wie ein Zeltlager, bei dem man für die Toilette noch eine Schaufel mitnehmen muss.