Aus Thaler Sicht
Das Thal bietet eine einzigartige Vereinsvielfalt

Markus Schindelholz, Balsthal
Markus Schindelholz, Balsthal
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Markus Schindelholz findet, die Vereinsvielfalt (im Bild die Jubla Balsthal) macht das Thal attraktiv.

Markus Schindelholz findet, die Vereinsvielfalt (im Bild die Jubla Balsthal) macht das Thal attraktiv.

zvg

Jeder von uns kennt sie, ist in einem oder mehreren Mitglied oder sogar in dessen Vorstand: die Vereine. Vereine sind in der Schweiz eine sehr beliebte Gesellschaftsform. Die grosse Verbreitung verdanken sie dem bereits in der Schweizer Bundesverfassung garantierten Recht, das es den Mitgliedern erlaubt, ohne behördliche Zustimmung Vereinsstatuten zu erstellen. Somit gibt es für alles Mögliche (und auch Unmögliche) Vereine. Es gibt sehr viele traditionelle Vereine, so zum Beispiel die Sportvereine, die Schützenvereine und die Musikvereine. Viele Vereine sind auch schon über 100-jährig. Einer der ältesten Vereine in der Region und damit auch in der Schweiz ist die Harmoniemusikgesellschaft Fulenbach, die schon seit 200 Jahren besteht.

Alle Vereinskenner wissen, dass man in einem Verein nicht nur seinem Hobby oder Interesse frönen kann, man muss auch für ihn arbeiten. Sei dies, um die finanziellen Mittel im Griff zu haben oder, um den Verein zu führen. In Vereinen lernen viele junge Leute, was es alles braucht, damit eine Gruppierung gemeinsam ein Ziel erreicht. Die heutige Konsumgesellschaft vergisst dies leider manchmal ein wenig. Daher sind vor allem auch Vereine, die sich besonders der Jugendarbeit widmen, sehr wichtig. Ich freue mich immer wieder, zu sehen, wie die Jubla, Jungscharen, Pfadis und so weiter aktiv unterwegs sind.

Wenn wir einen Blick auf die Vereine im Thal werfen, können wir sicher behaupten, dass wir viele aktive, gesunde und vielfältige Vereine haben. Schön ist auch, wie die Vereine einander helfen und gemeinsam Projekte umsetzen. Auffällig ist auch, wie viele Mitglieder ihren Stammvereinen treu bleiben, auch wenn sie schon lange nicht mehr dort wohnen, wo der Verein seine Heimat hat. So kehren doch viele Heimweh-Thaler regelmässig ins Thal zurück, um am Vereinsleben teilzunehmen.

Während Corona waren die Vereine sehr eingeschränkt. Die meisten konnten sich nicht mehr treffen oder ihre traditionellen Anlässe nicht durchführen. Für viele war es sehr aufwendig oder nicht möglich, virtuelle Zusammenkünfte zu organisieren. Hier ein grosses Lob und Dankeschön an alle, die sich für ihren Verein eingesetzt haben und sie durch die Coronazeit gerissen haben. Wie ich von verschiedenen Vereinen mitbekommen habe, sind viele Vereinsmitglieder etwas träge geworden oder haben sich in dieser Zeit auch anders orientiert. Das Vereinsleben wird für einige Vereine nach Corona anders aussehen. Ein paar Vereine werden vielleicht aufgelöst, andere werden sich ganz neu ausrichten. Es werden jedoch auch wieder neue Vereine gegründet.

Ein neuer Verein wird am 10. Juni bei der OeBB gegründet, die «OeBB Historic». Der Verein hat – wie andere kulturelle Vereine – das Ziel, einzigartiges und kulturhistorisches Gut aus der Region der Nachwelt zu erhalten. Ein weiteres Beispiel aus dem Thal im kulturellen Bereich ist der Matzendörfer Keramikverein. Auch er erhält Kunst und Kultur aus der Region in besonderer Art und Weise und macht diese der Öffentlichkeit zugänglich.

Vereine sind für unsere Region wichtig und machen sie zusätzlich attraktiv. Vielleicht können wir dank unserem ehrenamtlichen Engagement in den Vereinen auch Heimweh-­Thaler zur Rückkehr ins Thal bewegen oder sie ziehen gar nicht weg. Doch irgendwo müssen sie auch arbeiten und ihr Geld verdienen. Damit wären wir wieder bei der Gesamtheit, die für eine Region stimmen muss. Eine gesunde Entwicklung in allen Bereichen ist notwendig. Ich danke allen, die sich in irgendeiner Form für die Region einsetzen, sei dies in Vereinen, der Wirtschaft und in öffentlichen Ämtern.