Seit rund einem Monat fehlt in Wolfwil an der Kirchstrasse die markante Linde, welche das Ortbild prägte. Der über 300 Jahre alte Baumriese musste gefällt werden, weil er krankheitshalber so geschwächt war, dass er zum Sicherheitsrisiko für Passanten geworden war.

Die kranke Linde wurde auch Sicherheitsgründen gefällt.

Die kranke Linde wurde auch Sicherheitsgründen gefällt.

Die Fällaktion erfolgte am 11. September unter der Regie der Bürgergemeinde. Am Tag darauf wurde auch die ebenfalls über 300 Jahre alte Linde im Gerstenacker gefällt, zersägt und abtransportiert. Bei beiden gefällten Bäumen wurde der Wurzelbereich maschinell vollständig ausgefräst und danach mit neuer Erde aufgefüllt.

Bäume auf Eignung prüfen

Dass bisher noch kein Ersatz gepflanzt wurde, erklärt Gemeindepräsident Georg Lindemann mit Abklärungen, die noch im Gang seien. Dabei geht es insbesondere um die als Ersatz vorgesehen Linden aus einer ehemaligen Baumschule aus Wynau BE. Diese Bäume haben bereits einen Stammdurchmesser vom rund 20 Zentimeter und könnten kostenlos bezogen werden.

Fachleute aus dem Dorf hätten davor gewarnt, dass das Wurzelwerk der Bäume bei der Umpflanzung so stark beschädigt werden könnten, dass diese an den neuen in Standorten in Wolfwil eingehen könnten, bemerkt Lindemann. Um ganz sicher zu gehen, habe der Gemeinderat beschlossen, vor der Umpflanzung diese Abklärungen vorzunehmen, auch wenn die Bäume kostenlos wären. «Die Kosten für den Transport und die Pflanzung würden trotzdem anfallen, gibt Lindemann zu bedenken. «Wir haben keinen Zeitdruck.»

Nur wenig Reaktionen

Verwundert zeigt sich der Gemeindepräsident, dass bisher noch niemand das Fehlen der Linden, insbesondere jener an der Kirchgasse, beklagt hat. Das Gegenteil sei der Fall. So sei er darauf angesprochen worden, dass das Ortsbild auch ohne die Linde bei der Kirche etwas für sich habe. Der Gemeinderat wolle aber an der Absicht festhalten, anstelle der gefällten Linden zwei neue zu pflanzen.