Der Präsident der Sozialregion Thal-Gäu, Kurt Bloch, konnte viele Delegierte und Vorstandsmitglieder zur diesjährigen Budget-Delegiertenversammlung begrüssen. Viel zu reden gab die beantragte Stellenplanerhöhung von 140 Prozent. In den letzten Monaten musste die Sozialregion Thal-Gäu eine Fallzunahme von 101 Mandaten entgegennehmen. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) mit der Vollbesetzung ihrer Stellen quasi «Aufräumarbeiten» tätigt und deshalb eben mehr Mandate verarbeitet. Das hat zur Folge, dass der Sozialregion mehr Mandate zugewiesen werden. Mit den jetzigen Stellenprozenten ist diese Mehrarbeit nicht mehr zu bewältigen.

Mehrkosten von 156'000 Franken

Damit eine seriöse Fallführung gewährleistet werden kann, ist eine Stellenprozenterhöhung unabdingbar. Daraus entstehen jährliche Mehrkosten inklusive Sozialleistungen von rund 156'000 Franken. Die Befristung dieser zusätzlichen Stellen lehnten die Verantwortlichen klar ab, versprachen aber, – sollte die Anzahl neuer Mandate wieder sinken, – eine Stellenplanreduktion vorzunehmen. Nach diesen Diskussionen stimmten die Delegierten der vorgesehenen Stellenplanerhöhung einstimmig zu.

Höhere Beiträge für Gemeinden

Das der Versammlung vorgestellte Budget 2019 rechnet in der Erfolgsrechnung mit einem Gesamtaufwand und -ertrag von fast 20 Mio. Franken. Dem Personal wird auch 2019 keine Teuerung ausbezahlt. Die Thaler und Gäuer Gemeinden werden unter dem Strich im Vergleich zum Budget 2018 um 2 Mio. Franken mehr belastet und im Vergleich zur Rechnung 2017 um rund 600'000 Franken. Der Kostenschub der letzten Jahre ist hauptsächlich auf die fehlenden Einnahmen, insbesondere seitens der IV, zurückzuführen. Hier wirken sich nun die auf Bundesebene beschlossenen Gesetzesänderungen aus. Für das Jahr 2019 wurde vom Amt für soziale Sicherheit als Budgetgrösse der Betrag von 410 Franken pro Einwohner vorgegeben. Das Budget 2019 wurde mit dieser Grösse berechnet und nach einigen kritischen Fragen der Gemeindevertreter genehmigt.

Neubau Oensingen im Verzug

Mit der Planung eines Neubaus in Oensingen sei man zwar gut unterwegs, aber etwa drei Monate im Verzug, bestätigte Präsident Kurt Bloch. Mit Härkingen muss verhandelt werden, weil mit dieser Gemeinde ein langfristiger Mietvertrag abgeschlossen wurde. Die Delegierten werden an jeder Versammlung über den aktuellen Stand orientiert, denn ohne Unterstützung der Gemeinden kann die Sozialregion Thal-Gäu dieses ambitiöse Projekt nicht realisieren.
Die Delegierte von Oensingen wünscht sich eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und der Sozialregion, was langfristig sicher die Kosten in der Sozialhilfe senken könnte. Der Präsident ist bereit, dieses Anliegen zu prüfen und positiv entgegenzunehmen.

Anlass mit Gemeinden in Planung

Im Jahr 2019 will der Vorstand der Sozialregion Thal-Gäu einen grösseren Anlass durchführen, um die Gemeinderäte und -rätinnen über die genauen Aufgaben der Sozialregion zu orientieren. Dieser Anlass wird in Zusammenarbeit mit der Kesb organisiert, damit alle Fragen beantwortet werden können.