Egerkingen
Aufatmen bei von Rohr Holzbau AG: Neubau ist wieder auf der Spur

Nach dem Rückzug der zwei Einsprachen hat der Gemeinderat Egerkingen den Gestaltungsplan Bifang verabschiedet.

Erwin von Arb
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Das geplante Multifunktionsgebäude der von Rohr Holzbau AG ist mit Kosten von 16,5 Mio. Franken veranschlagt.

Das geplante Multifunktionsgebäude der von Rohr Holzbau AG ist mit Kosten von 16,5 Mio. Franken veranschlagt.

Illustration: zvg

Aufatmen bei der von Rohr Holzbau AG. Nach zähen Verhandlungen mit zwei Einsprechern gegen den Erschliessungs- und Gestaltungsplan Bifang für den geplanten Neubau des Familienunternehmens konnte endlich eine Einigung erzielt werden. Für die von Rohr Holzbau AG ist dieser Entscheid von existenzieller Bedeutung, weil sie an ihrem angestammten Standort an der Bahnhofstrasse und an der Bleumattstrasse in Bezug auf ihre Weiterentwicklung an ihre Grenzen gestossen ist.

Unter Zugzwang ist die Firma insbesondere, weil sie nach dem Entscheid des Verwaltungsgerichts die in der Wohnzone liegende Lagerhalle an der Bleumattstrasse nur noch reduziert und längstens bis im März 2019 nutzen darf. Bruno von Rohr zeigte sich denn auch erleichtert darüber, dass mit den Einsprechern gegen den Gestaltungsplan eine Einigung gefunden werden konnte.

Gemeindepräsidentin im Ausstand

Eingegangen waren zwei Einsprachen im Rahmen der öffentlich erfolgten Auflage des Erschliessungs- und Gestaltungsplans Bifang. Moniert wurden von den Einsprechern vor allem mögliche Lärmimmissionen und damit einhergehend Massnahmen zu deren Eindämmung wurden verlangt. Im März hatte die örtliche Planungskommission beschlossen, vor der Behandlung der Einsprachen im Gemeinderat eine Mediation zwischen der Einwohnergemeinde, den Einsprechern und der Bauherrschaft durchzuführen.

Zu einer solchen Gesprächsrunde kam es denn auch am 25. April, allerdings ohne Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi. Ihren Ausstand in diesem Geschäft hatte der Anwalt der Einsprecher verlangt. Dieser nahm Bezug auf einen Artikel in dieser Zeitung, in welchem Bartholdi erwähnt hatte, dass sie keinen Grund sehe, warum das Projekt in der vorliegenden Form nicht bewilligt werden könnte. Die gerechte Behandlung des Geschäfts durch eine unparteiische Behörde sei damit verletzt worden, hatte der Anwalt der Einsprecher argumentiert.

Einsprachen zurückgezogen

An der erwähnten Meditationssitzung mit allen Beteiligten konnte zwar noch keine Einigung erzielt, aber Grundsatzentscheide für weitere Verhandlungen gefällt werden. Am 26. Juni kam es schliesslich zum Abschluss der Verhandlungen, welche mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen den Einsprechern und der Bauherrschaft und dem Rückzug der Einsprachen endeten. Kompromisse in der Vereinbarung eingehen musste die als Bauherrin auftretende von Rohr Immobilien AG vor allem bei der Umsetzung von Lärmschutz-Massnahmen, obwohl ein Lärmgutachten die Einhaltung der Grenzwerte vorab bestätigt hatte.

Vereinbart wurde nun, dass gegenüber der Wohnzone entlang der östlichen Grundstückgrenze eine 2,5 Meter hohe Betonwand als Lärm- und Sichtschutz erstellt wird. Im Bereich des nördlichen Umschlagplatzes soll diese Wand auf 6 Meter erhöht und südseitig mit einem Durchfahrtstor versehen werden. Ebenfalls in Beton ausgeführt werden muss die Aussenwand des rund 72 Meter langen und 10,5 hohen Produktionsgebäudes. Zudem dürfen auf der Dachfläche des Betriebsgebäudes gegenüber der Wohnzone keine lärmintensiven, technischen Anlagen aufgebaut werden. Die Zusatzkosten für die erwähnten Massnahmen belaufen sich gemäss Auskunft von Bruno von Rohr auf etwa 350'000 Franken.

Gemeinderat winkt Pläne durch

Im Gemeinderat Egerkingen wurde die Vereinbarung zwischen den zwei Einsprechern und der von Rohr Immobilien AG zum Erschliessungs- und Gestaltungsplan Bifang mit Sonderbauvorschriften unter Ausstand von Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi und Gemeinderat Benjamin Rogger beraten. Ohne weitere Wortmeldung wurde die Vereinbarung zur Kenntnis genommen und der geänderte Erschliessungs- und Gestaltungsplan zur Genehmigung an das Bau- und Justizdepartement (BJD) verabschiedet. Von diesem Beschluss werden auch die Einsprecher schriftlich in Kenntnis gesetzt.

Mit den eingegangenen Konzessionen könne die Firma leben, erklärt Bruno von Rohr auf Anfrage. «Für uns ist wichtig, dass wir in absehbarer Zeit bauen und damit die rund 45 Arbeitsplätze sicherstellen können.» Die mit der Vereinbarung verbundenen Planänderungen wurden bereits auf das Baugesuch übertragen und dieses bei der Gemeinde eingereicht, wie von Rohr erwähnt. «Jetzt hoffen wir auf eine rasche Bewilligung, damit wir noch im August mit den Bauarbeiten beginnen können.» Die von Rohr Immobilien AG investiert in das Projekt für die von Rohr Holzbau AG 16,5 Millionen Franken.