Am Weihnachtstag lud die Brass Band Matzendorf eine interessierte Zuhörerschaft zum 46. Male in die neu renovierte und festlich-weihnachtlich gekleidete Kirche in Matzendorf zum traditionellen Weihnachtskonzert ein. Das anspruchsvolle Konzert begeisterte das Publikum.

Voluminöser Chorklang

Unter der Leitung von Marcel Bossert eröffnete die Brass Band den Konzertabend mit «Lohengrin – Einleitung zum 3. Akt» von Richard Wagner arrangiert von Denis Wright. Das rasante Tempo und der voluminöse Chorklang forderten das ganze Korps und ergab eine eindrückliche Darbietung. Durchs Programm führte Monika Nussbaumer. Sie begrüsste die Zuhörer, welche beinahe den letzten Platz in der Kirche füllten. «Abide with me» von W. H. Monk, arrangiert von Goff Richards wurde früher für militärische Gedenkfeiern und heute auch bei Fussballcups in England gespielt.

Aus dem 18. Jahrhundert stammt das Stück «Nuns Chorus» (Casanova) von Johann Strauss, arrangiert von Denzil Stephens. Der Frauenheld war auf der Flucht und soll einmal bis nach Solothurn gekommen sein. Eine meisterliche Leistung zeigte Oliver Meister auf dem Cornet. Eine spannende Liebesgeschichte mit einem Happy-End erzählte die Ouvertüre aus «Dichter und Bauer» von Franz von Suppé, wohl der Höhepunkt des Konzertabends.

In vollkommener Harmonie

Ein weiterer Solist, Christian Brunner, zeigte sein Können auf dem Euphonium im Stück «Benedictus» (from the Armed Man) von Karl Jenkins, arrangiert von Tony Small. Diese «Hymne» für eine Messe des Friedens, hinterliess beim Publikum einen gewaltigen Eindruck. Die Band begleitete den Solisten sehr dezent, sodass sein nicht leichtes Solo voll zur Wirkung kam. In «David of the white Rock», arrangiert von G. H. Willcocks gingen die einzelnen Register gefühlvoll aufeinander ein und bildeten eine vollkommene Harmonie. Der Komponist, welcher mit 29 Jahren verstarb, komponierte das Stück als Trost für seine Familie. Bestens bekannt war das Stück «Santa Claus is coming to Town» im modernen Brass Band-Sound, 1932 geschrieben, von Cootes/Gillespie, arrangiert von Robin Dewhurst.

Präsident Hans Nussbaum begrüsste und verabschiedete das Konzertpublikum. Er würdigte Dirigent Marcel Bossert für die tolle Leitung der Band, welche dieser vor einem Jahr als Leiter übernommen hatte. Ferner danke er dankte der Römisch-katholischen Kirchgemeinde für das alljährliche Gastrecht zum Weihnachtskonzert und den Behörden und der Bevölkerung die stete finanzielle und moralische Unterstützung das Jahr hindurch, ohne die ein Musikverein heute nicht mehr bestehen könne.

In die Welt des Winters entführt

Zum Schluss spielte die Band «Troika» (from Lieutenant Kije), komponiert von Sergei Prokofjew, arrangiert von Ray Farr; eine rassige Schlittenfahrt durch die Tundra. Die Register waren wieder einmal mehr gefordert. Mit Fantasie konnte man die Rentiere und Schlitten durch und über die Schneewehen beinahe spüren. Für den grossen Applaus bedankte sich die Brass Band mit «Deeps Harmony» von Handel Parker, arrangiert von Alan Fernie. Ein schmissiges Stück, das doch ein wenig Leben in die ruhige Weihnachtszeit brachte.

Traditionsgemäss endete das Konzert nur im Kerzenlicht und «Stille Nacht, Heilige Nacht» das vom Komponisten Franz Xaver Gruber am 24. Dezember 1818 erstmals in der St. Nikolauskirche in Oberndorf an der Orgel öffentlich aufgeführt wurde. An-schliessend gingen die Zuhörer in sich gekehrt nach Hause.