Balsthal
Auf den Spuren der Stechpalmschneider

Viel Handarbeit ist nötig, bis Palmensträusse gebunden sind. Aber auch das Beschaffen des Grünmaterials erfordert einiges an Aufwand. Wichtig dabei: Handschuhe und lange Hosen.

Philipp Eng
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Kinder schneiden beim Roggen und Oberberg Palmen für Palmsonntag
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Rund 20 Kinder zogen in die Gebiete beim Roggen und dem Oberberg, um die Zweige abzuschneiden.
Wichtig: Handschuhe und lange Hosen
Das Material wurde in Jutensäcke gefüllt.

Kinder schneiden beim Roggen und Oberberg Palmen für Palmsonntag

Philipp Eng

Man nennt die Gebinde, die am Palmsonntag in der Kirche geweiht werden, Palmsträusse oder schlicht Palmen. Dabei sind darin gar keine eigentlichen Palmblätter eingebunden, sondern Zweige von Stechpalmen, auch Winterbeeren, Christdorn, Hülsdorn oder Stechhülsen genannt.

Hinzu kommen Buchszweige. Man nimmt diese gesegneten Palmgebinde nach Hause, wo sie vor Blitz, Ungewitter und anderem Ungemach schützen sollen.

Grundsätzlich gedenkt man am Palmsonntag an die in der Bibel beschriebene Szene, als Jesus in Jerusalem Einzug hielt und dabei von den Gläubigen mit Palmblättern winkend empfangen wurde.

Der Förster weiss wo

In den Gemeinden sind es oft Ministrantinnen und Ministranten, Pfadfinder oder andere Jugendgruppen, welche die Palmen binden. In Balsthal sind es Blauring und Jungwacht, und wir wollten wissen, woher sie diese Stechpalmen nehmen.

Dazu haben wir bei Scharleiter Christoph Dobler nachgefragt. Er war dieses Jahr zum ersten Mal dabei und liess sich zusammen mit weiteren sieben Leitpersonen mit der Beschaffung vertraut machen. Revierförster Kilian Bader instruierte die Leute.

Mit Handschuhen unterwegs

Rund 20 Kinder zogen in Gruppen los in die Gebiete beim Roggen und dem Oberberg. Mit Handschuhen ausgerüstet, um sich vor den Stacheln der Palmen zu schützen, und in langen Hosen - die meisten jedenfalls - schnitten die Jugendlichen das Grünzeug von den Sträuchern.

Material für 40 bis 60 Palmsträusse wurde gesammelt und in acht Jutesäcke gefüllt. In der zu Ende gehenden Woche sind dann die Gebinde, auf Wunsch auch Kränze, hergestellt worden.