Zum ersten Mal in der Geschichte des Oensinger Bürgerrats hat sich das ganze Gremium inklusive Ersatzmitglieder zu einem Workshop eingefunden. Einerseits ging es um die Zukunft der Bürgergemeinde selbst, anderseits war auch der Roggen ein heisses Thema.

Ziel war, die personelle (Bürgerrat) und organisatorische Seite der Bürgergemeinde zu analysieren sowie dem Roggen, im Speziellen dem Berggasthof, ein besonderes Augenmerk zu schenken.

Der Vorsitzende und Leiter, Remo Liechti, zeigte sich am Schluss des Arbeitstages absolut befriedigt: «Es ist so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Bei einzelnen Themen sind wir sogar etwas weiter gegangen als vorgesehen. Wir haben einiges an Grundlagen erschaffen können und aufgelistet, jetzt ist der Bürgerrat gefordert.»

Frischer Wind

Seit Remo Liechti Präsident der Bürgergemeinde ist, hat sich einiges getan. Frischer Wind ist aufgekommen, was sich auch durch das Organisieren des eintägigen Workshops zeigte. Dieser war in Gruppenarbeit und Themen aufgeteilt. Da galt es, Visionen aufzulisten, was man in kommender Zeit verwirklichen könnte. «Es können kleinere und auch grössere Projekte sein, realistische wie auch weniger realistische», so die Vorstellung des Bürgerpräsidenten.

Letztlich kam ein Strauss von Ideen zusammen, der in vollständiger Runde diskutiert wurde. Gleichzeitig wurde festgehalten, wer sich welchem Thema annehmen wird, ferner wurde der Zeitrahmen bestimmt.

«Hier muss etwas geschehen»

Für den zweiten Halbtag verschob sich die Runde vom Werkhof der Bürgergemeinde auf den Roggen. Dort befassten sich die Bürgerratsrunde, Mitglieder der Roggenbergkommission (RBK) und das Pächterpaar Dario Gatuso und Melanie Hafner mit dem Ist-Zustand und der Zukunft der Liegenschaft Roggen bzw. dessen Wirtschaftsbetrieb. Das Berghaus Roggen sieht auf den ersten Blick gut aus. Doch nach einem Rundgang im und um das Haus herum lautete das Fazit: «Hier muss was geschehen.» Vieles muss renoviert, geändert und den heutigen Anforderungen angepasst werden.

In den letzten Jahren wurde in dieser Liegenschaft immer nur das Allernotwendigste gemacht: Es wurde geflickt und nochmals geflickt. Dabei hat nicht nur die Bürgergemeinde schon einiges Geld ausgegeben, auch das aktuelle Pächterpaar (im März seit zwei Jahren auf dem «Roggen» tätig) hat schon für Verbesserungen aus eigener Tasche bezahlt.

Keine Flicktherapie mehr

Der RBK-Präsident Urs Cartier gab ein Arbeitspapier ab mit vielen Positionen, bei denen Handlungsbedarf besteht. Unbestritten ist vorab, dass die «Flicktherapie» ein Ende haben muss. Und sicher ist, dass die Pächterwohnung Küche und Bad braucht. Abzuklären ist ferner, wie gross Restaurant und Saal sein sollen, ob Gästezimmer nötig oder wünschbar sind, was ein Umbau überhaupt kosten darf, ob das Restaurant während Bauarbeiten geschlossen werden und wo das Pächterpaar während des Umbaus wohnen kann, und schliesslich, wie der Zeitplan aussieht.

Nicht zu vergessen ist, dass der Berghof in der Juraschutzzone steht, was eine gewisse Eingrenzung an Möglichkeiten mit sich bringt. Als Nächstes sollen Vorschläge für Um- und Ausbau mit grober Kostenschätzung erstellt werden. (Mitarbeit: wak)