Balsthal
Auf dem Kornhausplatz werden Träume und Wünsche gesammelt

Mit den «Tröim-Böim» findet eine weitere Kunstintension zum 1050-Jahr-Jubiläum der Gemeinde Balsthal statt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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 Die beiden Initianten der «Tröim-Böim»: Edy A. Wyss (links) und Kurt Meier.
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Träume und Wünsche werden gesammelt

Die beiden Initianten der «Tröim-Böim»: Edy A. Wyss (links) und Kurt Meier.

Patrick Lüthy

Nach der mehrwöchigen sandigen Strandbeach auf dem Balsthaler Kornhausplatz ist nun die nächste Attraktion an diesem Ort mitten im Dorf zu bestaunen. Es sind die sogenannten «Tröim-Böim», die Künstler Edy A. Wyss zusammen mit Texter Kurt Meier installiert hat. 16 bis zu drei Meter hohe Chromstahlbäume mit weitverzweigten Ästen stehen da und laden Passanten und Besucher ein, sie mit ihren eigens geschaffenen «Früchten» zu behangen.

Es sind aber nicht etwa Äpfel oder Birnen, die an diesen Ästen baumeln sollen, sondern es sind Spiegeltäfelchen aus Kunststoff, welche von der Bevölkerung mit guten Wünschen oder Anregungen versehen an die Bäume gehängt werden sollen. «Ich hatte die Idee, diese Bäume – die ich schon mal in der Alten Kirche Härkingen zeigen konnte – auf den Kornhausplatz zu stellen und mit einer solchen «Wunsch-Aktion» die Bevölkerung aktiv werden zu lassen», sagt Wyss zur Idee. Die Gemeindebehörden waren einverstanden, diese Installation in den Reigen der 1050-Jahr-Feierlichkeiten mit einzubeziehen.

«Mehr Macher statt Motzer»

Am vergangenen Samstag wurde die Installation nun eröffnet und bis zum Mittag wiegten sich schon rund 60 Täfelchen im Wind. Mittels dicken Filzstift wurde aufgeschrieben, was das Herz begehrt. «Mehr Macher als Motzer», oder «eine multikulturelle Begegnungszone für Balsthal» wurde da gewünscht.

Mehrere meinten, die Umfahrung solle endlich kommen, oder die Balsthaler Kindergärten sollten attraktiver werden. Ein Bluesfestival sehnt sich ein anderer herbei und mindestens drei Schreiber wünschten sich den Strandbeach auf dem Kornhausplatz wieder zurück.

Täfelchen mit Spiegeleffekt

«Es ist interessant, die Leute zu beobachten, wenn sie sich ein Täfelchen nehmen», erzählt Edy A. Wyss. «Manche getrauen sich zuerst noch nicht so recht zu schreiben und sagen, sie müssten sich noch was überlegen. Mancher kommt auch ganz zielstrebig und weiss genau, was er sich wünscht.»

Dass die Täfelchen eine verspiegelte Oberfläche aufweisen, hat eben auch noch einen Grund. «Wer was aufschreibt, muss sich selbst dabei in die Augen sehen. Daher erwarte ich, dass hier Wahres zutage kommt», beschreibt der Künstler den philosophischen Ansatz seiner Installation.

Alles geht an Gemeindebehörde

An drei weiteren Tagen hat die Bevölkerung die Gelegenheit, ihre Wünsche an die «Tröim-Böim» anzubringen, um so zum satten Erblühen der Baumkronen beizutragen: Am Freitag, 24. August, 17 bis 21 Uhr; am Samstag 25. August von 10 bis 14 Uhr und am Samstag, 8. September von 10 bis 14 Uhr. Am 15. September geht die Aktion zu Ende. Danach sollen die so gesammelten Wünsche und Träume den Gemeindeverantwortlichen von Balsthal übergeben werden.

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