Dorfzeitung Neuendorf
Auf Chropftuube folgt Dorfzytig: Ein Blick hinter die Kulissen der dritten Ausgabe

Anfang Juli erscheint die dritte Ausgabe der Dorfzytig Neuendorf – ein Blick hinter die Kulissen.

Patrik Lützelschwab
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Die frühere Ausgabe Chropftuube wird der Dorfzytig weichen.

Die frühere Ausgabe Chropftuube wird der Dorfzytig weichen.

Erwin von Arb

Bereits im Herbst 2017 berichtete diese Zeitung vom Ende der Neuendörfer Dorfzeitung mit dem kecken Namen «Fürwitzige Chropftuube». Vor allem interessierte aber, was danach kommt.

Schon damals wusste man: Es wird keine Neuauflage mehr geben. Bereits im März 2016 hatte sich das Ende der Ära «Fürwitzige Chropftuube» nach 33 Jahren und 58 Ausgaben abgezeichnet. Schuld an der Auflösung der Dorfzeitung waren Sparmassnahmen. Es war unklar, wer künftig eine Dorfzeitung führt, denn die Suche verlief erfolglos. Der Gemeinderat hatte sich im Frühjahr 2018 entschlossen, die Kommunikation aus der Gemeinde und für die Gemeinde zu verbessern. Man entschied sich, ein Konzept für eine Dorfzeitung zu erstellen. Ende 2018 nahm Christoph Kuhn, Präsident der Sport- und Kulturkommission Neuendorf, das Projekt gleich selbst in die Hand.

Die «neue» Dorfzeitung ist in Neuendorf sehr schlicht gehalten.

Die «neue» Dorfzeitung ist in Neuendorf sehr schlicht gehalten.

HO

«Ich habe dem Gemeinderat gesagt, dass wir wieder mehr Informationen und Kommunikation betreiben sollen», sagt Christoph Kuhn auf Anfrage. Weiter war für den Präsidenten wichtig, dass Dorfvereine aktiv eingebaut werden können und eine Plattform für alle Organisationen und Körperschaften geboten werden soll. Daneben sollte es auch ein Aufruf an die Bevölkerung sein. Doch: «Die Rückmeldungen waren eher spärlich. Dennoch haben wir ein Konzept erstellt und Ende letzten Jahres die erste Ausgabe lanciert», erzählt Kuhn.

Information steht im Vordergrund

Auf die Premiere der neuen «Dorfzytig» vom Dezember letzten Jahres folgte im März die zweite Ausgabe. Das Layout wurde geändert. Anstelle einer «Chropftuube» werden Herr und Frau Neuendörfer von einem Naturbild auf der Titelseite begrüsst. Der Titel «Dorfzytig» erscheint in einem ganz schlichten Schriftbild. Die bisherigen Ausgaben hatten einen Umfang von 24 bis 32 Seiten, was einiges mehr ist, als Kuhn zunächst vorgesehen hatte. «Ursprünglich plante ich 12 Seiten, um es als Minimalausgabe herauszubringen», schildert der Präsident der Sport- und Kulturkommission. Die Auflagezahlen der «Dorfzytig» bewegen sich im Rahmen von 1200 Exemplaren. Diese werden anschliessend im gesamten Dorf verteilt und wandern in sämtliche Briefkästen der Haushalte und des Gewerbes in Neuendorf, so Kuhn weiter. Und was steht in der Zeitung geschrieben? Die Themen reichen von allgemeinen Informationen über die ­Sanierung der Dorfstrasse, Jahresrückblicke der Chropftuube-­Senioren bis hin zu Vereins­mitteilungen von Fasnachtsguggen oder den Jungschützen.

«Wir schreiben aber keine Berichte, sondern haben alle dazu aufgefordert, Meldungen selber zu verfassen», stellt der Kommissionspräsident klar. Nach demselben Modell ver­fährt etwa die Bürger­gemeinde, und die Vereine machen in Eigenregie mit. «So schicken sie Texte und die passenden Bilder ein», sagt Kuhn. Denn letztlich sei die «Dorfzytig» eine Plattform für die Vereine und Einwohner. Der Präsident zeigt sich sehr überrascht, dass seine Plattform so regen Nutzen findet. Die Grösse des Redaktionsteams hingegen fällt mit drei Personen eher überschaubar aus. «Unser Auftrag ist es, das Ganze ein wenig zu konsolidieren und die Berichte zu bearbeiten», sagt Kuhn.

Ein Angebot für «Heimweh-Neuendörfer»

Die dritte Ausgabe ist bereits in den Startlöchern und das mit einigen Änderungen, wie es Kuhn in einem Facebook-Beitrag verspricht. So wird es wieder eine Ausgabe der Heimweh-Neuendörfer-Zeitung geben. Diese ist explizit für gebürtige Neuendörfer gedacht, die nicht mehr in ihrer Heimatgemeinde zu Hause sind. «Sie können sich bei uns melden und wir senden ihnen die Zeitung per Post zu», sagt der Gäuer. Neuerungen finden auch auf technischem Gebiet statt. So gab es in der Rubrik «Anno dazumal» als Premiere eine Geschichte in Mundart, genauer gesagt in Solothurner-Dütsch. Für all jene, die Mühe haben mit dem Schweizerdeutschen oder den geschriebenen Dialekt schlecht deuten können, gibt es die App «Xtend», einePlattformfür«Augment­ed-Reality». Mit Hilfe dieser App können die Leser das Symbol oberhalb des Berichts scannen, wobei der Text anschliessend in gewohntem Dialekt laut vorgelesen wird. Kuhn beschreibt es wie folgt: «Das geschriebene Wort als Geschichte und das Gelesene als Audiodatei.»

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