Oberbuchsiten
Auch die «Causa Vincenz» kam zur Sprache

In der Mehrzweckhalle Steinmatt in Oberbuchsiten fand die 115. Generalversammlung der Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt statt.

Christa Arnet
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Die anwesenden 190 Mitglieder der Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt folgten den Anträgen von Verwaltungsratspräsident Erich von Rohr (stehend) einstimmig.

Die anwesenden 190 Mitglieder der Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt folgten den Anträgen von Verwaltungsratspräsident Erich von Rohr (stehend) einstimmig.

Patrick Luethy

Die Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt steigerte 2018 den Jahresgewinn um 2,8 Prozent auf 1'110'567 Franken. Dies dank erneuter Zunahme bei den Anlagen und den Hypotheken.

Zu Beginn der Generalversammlung kam Verwaltungsratspräsident Iwan von Rohr kurz auf die «unerfreulichen Vorkommnisse bei Raiffeisen Schweiz im letzten Jahr» zurück. Die monatelange Medienpräsenz der «Causa Vincenz» habe die lokalen Raiffeisenbanken insofern mitbetroffen, dass sie den drohenden Vertrauensverlust in die Marke Raiffeisen auffangen mussten. Immerhin habe die Affäre einen Reformprozess angestossen, der das Verhältnis zwischen den lokalen Raiffeisenbanken und Raiffeisen Schweiz neu definieren soll.

Kernelemente seien die Corporate Governance, die Eignerstrategie – «also was wir 246 selbstständigen Raiffeisenbanken von Raiffeisen Schweiz erwarten» – und das Leistungsangebot von Raiffeisen Schweiz, erläuterte von Rohr am Samstag vor 190 Mitgliedern.

Bauarbeiten in Oensingen

Dann kam er auf den derzeitigen Umbau der Geschäftsstelle Oensingen zu sprechen. Es entstehe eine moderne Beratungsbank mit betreuten Kundenzonen und mit Ein- und Auszahlungsautomaten für die eigenständige Bargeldabwicklung sowie mit einer 24-Stunden-Zone. Mit der Neugestaltung komme die Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt dem Bedürfnis nach individueller Beratung in Finanzfragen entgegen, erklärte er.

Das neue Konzept sei bei den Standorten in Egerkingen und Wiedlisbach bereits eingeführt worden und die Erfahrungen seien positiv. Wenn alles nach Plan verlaufe, werde die neue Geschäftsstelle ihren Betrieb per Ende Jahr aufnehmen.

Diversifikationsstrategie greift

Erfreuliches konnte auch Bankleiter Andreas Furrer vermelden – über die erfolgreiche Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr sowie über die gelungene Einführung eines neuen Informatiksystems. So weist die Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt im 2018 einen Jahresgewinn von 1'110'567 Franken aus (+2,8 Prozent). Furrer führte die positive Entwicklung vor allem auf eine weitere Zunahme des Kommissionsertrages im Wertschriftengeschäft zurück, «unsere Diversifikationsstrategie ist erfolgreich».

Die Bilanzsumme lag mit 998,8 Millionen Franken nur knapp unter der Milliardengrenze. Die Steigerung um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr sei dem guten Zufluss an Kundengeldern und der noch immer hohen Nachfrage nach Hypothekarkrediten zu verdanken, sagte der Bankleiter. So habe die Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt ihre starke Position bei den Kundenausleihungen auf 878 Millionen Franken (+1,9 Prozent) erhöhen können. Auch das Depotvolumen stieg um 6,4 Prozent auf 86,4 Millionen Franken an. Der Mitgliederbestand liegt aktuell bei 10'617 Personen. Die anwesenden Mitglieder genehmigten den Jahresabschluss 2018 und beschlossen die Verzinsung der Anteilsscheine mit gleichbleibenden 3,5 Prozent.

Bei der anschliessenden Fragerunde äusserte sich ein Mitglied zur Kantonshauptstädte-Aktion von Raiffeisen Schweiz: «Gezieltes Sponsoring in den Regionen bringt mehr als Erlebnisse, perfekte Bankleistungen sind wichtiger als Nebenleistungen. Die lokalen Genossenschaften sollen mehr zu sagen haben und in den Regionen mehr machen.» Verwaltungsratspräsident von Rohr will die Anmerkung an Raiffeisen Schweiz weitergeben, wies aber auf die jährlichen Unterstützungsbeiträge der Raiffeisenbank Gäu-Bipperamt von rund 100'000 Franken für regionale Aktivitäten hin.