In den letzten Jahren ist sie stark gewachsen, die Hecke im Kienhölzli in Aedermannsdorf an der Grenze zu Matzendorf. Sie besetzt mehr und mehr Landwirtschaftsland und verholzt zunehmend. Die Hecke gehört Pro Natura Solothurn. «Am Tag der Natur werden wir aufräumen, was der Landwirt auf der einen Seite bereits im Vorfeld schneidet und sägt. Ausserdem werden wir Sträucher, Gehölze und kleinere Bäume entfernen», sagt Beate Hasspacher von Pro Natura.

Sie ist Forstingenieurin und plant, am 8. März am Tag der Natur in Aedermannsdorf ebenfalls mitanzupacken. Bisher hat sie einen Tag der Natur in Laupersdorf selber erlebt. «Es ist schön, dass solche Einsätze im Thal funktionieren. Selber anpacken gibt ein anderes Verhältnis zur Natur, als wenn man sie nur beim Joggen erlebt», sagt sie.

Vor allem der Einsatz zählt

Der Tag der Natur ist die ideale Gelegenheit für Familien, für Bürolisten, für Interessierte, Begabte und Unbegabte, einmal in der Natur zu arbeiten. Auch Beate Hasspacher weiss, dass es wohl geübtere Mitarbeiter geben wird, als sie es ist. «Jemand aus der Landwirtschaft wäre wohl effizienter als ich, aber ich freue mich trotzdem, einen Tag an der frischen Luft zu arbeiten.»

Auch der Leiter des Naturparks Thal, Richard Bolli, sieht es in diese Richtung: «Die Tage der Natur sind die beste Gelegenheit für alle, sich mit wenig Aufwand, nämlich einem einzigen Arbeitstag, an einer grossen, gemeinsamen Leistung zu beteiligen.»

Auf Freiwillige angewiesen

Viktor Scheidegger bereitet mit vier Kollegen von der Werk- und Umweltkommission Aedermannsdorf die Arbeiten vor. Am Tag der Natur gibt es in Aedermannsdorf vier Baustellen. Die Hecke im Kienhölzli ausholzen, die Holzerei an der Dünnern aufräumen, die Hopfweide zurückstutzen und eine Bachputzete. «Wir müssen die vielen Gewässer in Aedermannsdorf mit Freiwilligen unterhalten, es ist gar nicht anders möglich. In der Gemeinde gibt es dafür keine Festangestellten», sagt Viktor Scheidegger.

Zu diesen Freiwilligen in Aedermannsdorf gehört diesen Frühling auch der Leiter Naturpark Thal, Richard Bolli. Er hat vielfältige Erfahrung bei Umwelt- und Arbeitseinsätzen im Feld. Bei sich zu Hause in Tscheppach im Bucheggberg pflegt er regelmässig zusammen mit andern Freiwilligen Waldränder und kümmert sich um Flurwegunterhalt sowie Bachverbauungen. «Ich geniesse es, in meiner Freizeit einfach herzukommen, anzupacken und mich dann am Resultat zu freuen. Das ist ein schöner Dienst der Interessengemeinschaft Naturschutz Thal und der Gemeinden», so Richard Bolli.

Organisation in Aedermannsdorf

Die Arbeiten in Aedermannsdorf sind bestens vorbereitet. Sogar an die Parkplätze für die Helfer ist gedacht. «Wir treffen uns dieses Jahr absichtlich beim Schulhaus, dort kann man parkieren.

Der Transport zu den Arbeitsorten, die Arbeiten und das Werkzeug, alles ist organisiert», sagt Viktor Scheidegger. Die Freiwilligen treffen sich um 8.30 Uhr beim Schulhaus, in Arbeitskleidern und robusten Schuhen, wenn möglich ausgerüstet mit Arbeitshandschuhen. Mehr braucht es nicht. Ein Znüni sowie ein Suppen-Zmittag nach den Arbeiten um etwa 14 Uhr sind vom Naturpark offeriert.

Im März finden ebenfalls in Matzendorf und Herbetswil Tage der Natur statt. Fünf weitere Thaler Gemeinden führen ihre Tage der Natur im September durch. Die örtlichen Naturschutzvereine als Mitglieder der Interessengemeinschaft Naturschutz Thal und die Werk- und Umweltkommissionen der Gemeinden organisieren die Einsatztage gemeinsam. Der Naturpark Thal spendet das Znüni, Zmittag und Zvieri, das aus Thaler Rohstoffen oder Produktion besteht.