Wolfwil
Asylunterkunft kurz vor Fertigstellung – Mitte März ziehen die Flüchtlinge ein

Das neue Asylzentrum der Gemeinde am Gestenacker steht vor der Fertigstellung. Der Gemeinderat geht von einem Bezug des Asylzentrums bis Mitte März aus.

Erwin von Arb
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Neubau Asylunterkunft Wolfwil.

Neubau Asylunterkunft Wolfwil.

bko

Wegen der anhaltend tiefen Temperaturen verzögert sich der Bezug des neuen Asylzentrums der Gemeinde Wolfwil am Gestenacker um rund einen Monat. Realisiert wird das auf maximal 25 Bewohner ausgelegte Gebäude am Standort des vormaligen abbruchreifen Asylzentrums.

Neu geht der Gemeinderat von einem Bezug des Asylzentrums bis Mitte März aus, wie die für den Bau zuständige Gemeinderätin Sabine Ackermann erklärt. Bis zu diesem Zeitpunkt können sämtliche Arbeiten im Innern des für 887 000 Franken veranschlagten Asylzentrums zum Abschluss gebracht werden.

Dazu zählen der Einbau der Küchen, der sanitären Anlagen, der Elektroinstallationen und der insgesamt 40 Einbauschränke. 20 dieser Garderobenschränke werden in den Zimmern des zweigeschossigen Gebäudes eingebaut, weitere 20 im Eingangsbereich.

Die Arbeiten für diese Schränke wurden vom Gemeinderat 32 400 Franken an die E. Nützi Söhne AG aus Wolfwil vergeben. «Wie haben bei der Vergabe der Arbeiten zu Konkurrenzpreisen ausschliesslich einheimische Unternehmen berücksichtigt, erwähnt Sabin Ackermann. Ausnahmen habe es nur bei im Ort nicht vertretenen Arbeitsgattungen gegeben, wie etwa bei den Unterlagsböden.

Mehr Geld für Asylbetreuung

Vom Gemeinderat wurde ferner eine Neuverteilung für die vom Kanton jährlich bezahlte Pauschale von 1500 Franken für aufgenommene Asylbewerber beschlossen. Künftig gehen pro Dossier 500 Franken an die Gemeindeverwaltung, die restlichen 1000 Franken stehen wegen des höheren Aufwands für die Betreuung der asylsuchenden Menschen zur Verfügung.

Vorher gingen 750 Franken an die Gemeindeverwaltung. Die Umverteilung hat keine Auswirkung auf die Gesamtkosten. Aktuell verwaltet die Gemeinde elf Dossiers mit insgesamt 16 Asylsuchenden. Dabei handelt es sich vornehmlich um Frauen und Familien.

Kommt es zu stillen Wahlen?

Mit Blick auf die Gemeinderatswahlen wurde erwähnt, dass sämtliche Gemeinderäte wieder antreten werden. Noch offen ist hingegen, ob es zu einem Wahlgang kommen wird oder ob sich die Parteien auf stille Wahlen einigen können. Gemäss Gemeindepräsident Georg Lindemann können sich FDP und CVP durchaus stille Wahlen vorstellen.

Dies ist dann möglich, wenn sich nicht mehr Kandidaten zur Verfügung stellen, als gewählt werden können. Ob es dazu kommt, hängt von der SVP ab. «Wir haben uns noch nicht entschieden», sagt SVP-Gemeinderat André Nützi.

Er habe noch Gespräche mit zwei möglichen Kandidaten. Wenn sich dabei nichts ergebe, könnte auch er sich stille Wahlen vorstellen. «Wenn sich aber einer der beiden für eine Kandidatur entscheidet, wird es Gemeinderatswahlen geben», so Nützi.

Der Rat stimmte ferner der Anschaffung eines Zahlungsterminals auf der Gemeindeverwaltung zu, mit welchem die Bevölkerung bargeldlose Einzahlungen vornehmen kann. Gerechnet wird mit jährlich 200 bis 500 Transaktionen. Barzahlungen sollen weiter möglich sein.

Defizit beträgt über 74 000 Franken

Während des Jahres 2016 feierte die Gemeinde Wolfwil ihre erste urkundliche Erwähnung vor 750 Jahren. Nun liegt die Schlussabrechnung dieses Jubiläumsjahres vor. Bei Ausgaben von rund 200 000 Franken und Einnahmen von 125 850 Franken beträgt das Defizit 74 150 Franken.

OK-Präsident Bruno A. Wirth erklärt, dass das Defizit vor allem wegen der Wetterverhältnisse während des 48-Stundenfestes höher als erwartet ausgefallen sei. «Wir mussten das Gelände wegen des Regens wetterfest machen», sagt Wirth. Auch logistisch habe das vom 24. bis 26. Juni durchgeführte Festwochenende mit all seinen Events hohe Kosten verursacht.

Ein eigentliches Budget für die 750-Jahr-Feierlichkeiten habe es nicht gegeben, so Wirth. Erreicht worden sei aber das Ziel, der Wolfwiler Bevölkerung bei familienfreundlichen Preisen und dem kostenlosen Besuch von Attraktionen ein unvergessliches Jubiläumsjahr zu bieten.

Das sieht auch Gemeindepräsident Georg Lindemann so, der das Schlussergebnis mit Blick auf das Gebotene als tragbar beurteilt. Die Rechnung der Gemeinde werde dadurch nicht nennenswert belastet. Die Abrechnung wird an der Gemeindeversammlung vom 7. Juni im Detail erläutert, so Lindemann. (eva)