Wolfwil
Armee beschwert sich wegen «inakzeptabler» Parkplatz-Situation

Das Militär droht, in Wolfwil weniger Einheiten in die Zivilschutzanlage einzuquartieren, wenn sich die «inakzeptable» Parkplatzsituation nicht bessert. Die Gemeinde nimmt die Drohung ernst.

Erwin von Arb
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Der auch vom Militär genutzte Parkplatz bei der Kirche muss jeweils an den Wochenenden oder bei Beerdigungen von der Armee geräumt werden.

Der auch vom Militär genutzte Parkplatz bei der Kirche muss jeweils an den Wochenenden oder bei Beerdigungen von der Armee geräumt werden.

HR Aeschbacher

Der Gemeinderat musste sich an seiner letzten Sitzung mit einem Schreiben von Oberst Fritz Meister auseinandersetzen, in welchem sich der Armeeoffizier über die inakzeptable Parkplatzsituation für Armeefahrzeuge in Wolfwil beschwert.

Er beruft sich dabei auf eine 2009 zwischen der Armee und der Gemeinde abgeschlossene Vereinbarung für die Einquartierung von Armeeeinheiten in der Zivilschutzanlage. Darin ist auch festgehalten, dass Wolfwil als Logistikbasis des Militärs einen geeigneten Parkplatz für die Militärfahrzeuge zur Verfügung stellt.

Probleme mit Parkplatz bei Kirche

Mit dem bislang von der Gemeinde angebotenen Parkplatz bei der Kirche ist die Armee nicht mehr zufrieden. Anlass dazu gaben offenbar mehrfach aufgetretene Probleme bei der Nutzung des Parkplatzes, welcher sich im Eigentum der Kirchgemeinde befindet. So musste dieser jeweils von der Armee an den Wochenenden oder bei Beerdigungen geräumt werden, um für die Autos der Gottesdienstbesucher Platz zu schaffen, was dem Vernehmen nach nicht immer geklappt hat. An den Wochenenden konnten bislang Lösungen mit den Gemeinden Fulenbach und Oensingen gefunden werden.

Warten auf Mobilfunkantenne

Der Rat nahm im Weiteren mit Bedauern zur Kenntnis, dass sich das Verwaltungsgericht noch immer nicht der Einsprache gegen die von der Baukommission bewilligte Mobilfunkantenne angenommen hat. Die Gemeinde will sich auf dem Sekretariat des Verwaltungsgerichts danach erkundigen, wann mit einem Entscheid gerechnet werden darf.

Ferner nahm der Rat zur Kenntnis, dass die Abrechnung 2014 der Musikschule Wolfwil-Fulenbach gegenüber den budgetierten Kosten von 150 000 Franken um 16 298 Franken geringer ausgefallen ist. (eva)

Für die Armee ist dieses Hin und Her offenbar zu umständlich, zumal dadurch auch der militärische Betrieb unnötig erschwert wird. Deshalb wird vom Gemeinderat eine andere Lösung verlangt. Bis Mitte März muss der Armee mitgeteilt werden, ob für eine nächste Truppenbelegung im April ein geeigneter Parkplatz zur Verfügung gestellt werden kann. Sonst werde der Standort Wolfwil zurückgestuft und nur noch bei Überbelegungen von benachbarten Truppenunterkünften berücksichtigt, hält das Militär in seinem Schreiben unmissverständlich fest.

Wichtige Einnahmequelle

Der Gemeinderat nimmt die Drohung der Armee ernst, zumal durch Militär-Einquartierungen jährlich 60 000 bis 100 000 Franken in die Gemeindekassen fliessen, wie Gemeindeschreiber Paul Jäggi auf Anfrage erklärt. Diese Einnahmen dienten auch dazu, die Zivilschutzanlage in Schuss zu halten. «Uns ist also auch gedient, wenn die Anlage von der Armee genutzt wird», so Jäggi. 2014 waren fünf WK-Einheiten im Aaregäu, dieses Jahr sind drei Einquartierungen angekündigt. Den Anfang macht derzeit eine Kompanie der Gebirgsinfanterie mit 190 Mann.

Der Gemeinderat stellte bei der Beratung des Geschäfts fest, dass der Parkplatz bei der Kirche für die angekündigten Truppen im April nicht wie bisher nach Fulenbach oder Oensingen verlegt werden kann. Diese Plätze werden in dieser Zeit von anderen Einheiten des Militärs belegt. Der Gemeinderat hat ein geeignetes Areal auf Gemeindegebiet im Auge, welches sich als Parkplatz für Armeefahrzeuge gut eignen würde. Allerdings müssen mit den Besitzern zuerst Gespräche über einen allfälligen Verkauf des Grundstücks geführt werden. Der Rat will nach Abschluss der Gespräche über das weitere Vorgehen informieren.

Als eine geeignete Übergangslösung erachtet der Gemeinderat nach der Erörterung anderer möglicher Standorte im Dorf den neu asphaltierten Parkplatz des FC Wolfwil. Gemeinderatsmitglied Mirko Ackermann wurde beauftragt, beim FC Wolfwil nachzufragen, ob der Verein der Gemeinde diesen Parkplatz kurzfristig für die Parkierung von Armeefahrzeugen zur Verfügung stellen würde.