Oensingen

Arbeitsgruppe soll Ideen für Neugestaltung der Hauptstrasse sammeln

Ab der Dorfeinfahrt in Oensingen soll der Hauptverkehr dereinst links abzweigen und der Bahn entlang führen. Das Zentrum soll so aufgewertet werden.

Ab der Dorfeinfahrt in Oensingen soll der Hauptverkehr dereinst links abzweigen und der Bahn entlang führen. Das Zentrum soll so aufgewertet werden.

Der Oensinger Gemeinderat setzt eine Arbeitsgruppe ein, die Ideen für eine Neugestaltung der Hauptstrasse sammeln soll.

Spätestens seit dem das politische und räumlichen Leitbild 2010 verabschiedet wurde, spricht man in Oensingen von der «Lebensader», wenn man die Hauptstrasse meint, entlang welcher das Dorf ursprünglich gewachsen ist. Doch der Durchgangsverkehr schneidet Oensingen seit Jahrzehnten in zwei Teile. Das könnte sich ändern, denn der Kanton hat vor einem knappen Jahr seine Pläne für eine Entlastungsstrasse präsentiert, die den Verkehr – und insbesondere den Schwerverkehr – vom Dorfzentrum fernhalten soll.

«Das ist für Oensingen eine Jahrhundertchance», setzte sich Gemeindepräsident Fabian Gloor (CVP) mit Elan für die Einsetzung einer Arbeitsgruppe «Lebensader» ein. «Wir können dadurch für mehr Lebensqualität sorgen und das Dorfbild aufwerten, was wesentlicher Bestandteil der Zukunftschance unserer Gemeinde ist.» Dazu müsse man sich überlegen, wie man allen Interessengruppen gerecht wird. «Frei- und Grünräume sollen entstehen, die Lebens- und Wohnqualität im Dorf und an der Hauptstrasse soll erhöht werden, das Gewerbe soll florieren und der Schulweg sicherer werden», meinte Gloor.

Zweifel am Zeitpunkt der Planung

Georg Schellenberg (SVP) stellte in Frage, ob es nicht zu früh sei, sich jetzt mit der Planung einer Strasse zu befassen, die vielleicht erst in einigen Jahren gebaut werde. «Es genügt, mit unserer Planung zu beginnen, wenn der Kanton entschieden hat, dass die Hauptstrasse tatsächlich umgestaltet wird», sagte er.

Theodor Hafner (FDP) sprach sich für die Einsetzung einer möglichst breit abgestützten Arbeitsgruppe ein, die Ideen sammeln soll, damit nicht nur der Gemeinderat und das Bauamt bestimmen, was Oensingen braucht und wünscht. «Es ist sinnvoll, eine Vorstudie mit Gehalt ausarbeiten», entgegnete Hafner.

«In zehn Jahren ist diese Strasse gebaut und es gibt zahlreiche komplexe Fragen auf dem Weg dahin zu klären», fuhr Fabian Gloor fort. Der Startschuss «Lebensader» müsse jetzt erfolgen. «Wir müssen unsere Anliegen und unsere Vorstellung der Lebensader rasch ausarbeiten, damit sie vom Kanton berücksichtigt werden.» Bauverwalter Andreas Affolter ergänzte: «Wenn die Lebensader durch unser Dorf durch den Kanton als flankierende Massnahme zum Bau der Entlastungsstrasse plant, dann müssen wir sie nehmen, wie sie kommt. Das Geld, das die Gemeinde jetzt für eine Vorplanung einsetzt, ist eine gute Investition.»

In der weiteren Diskussion wurde das Beispiel der in Wangen bei Olten zur Entlastungsstrasse ERO ausgeführten flankierenden Massnahmen genannt – und der Rat wurde sich einig. Um in Oensingen rasch ein optimales Resultat zu bekommen, dürfe man die Planung der «Lebensader» nicht einfach dem Kanton überlassen. So beschloss der Gemeinderat schliesslich einstimmig die auf sechs Seiten zusammengefassten Rahmenbedingungen für das weitere Vorgehen bei der Planung der «Lebensader» zu genehmigen und erteilte dem Gemeindepräsidenten den Auftrag, eine Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung einer Vorplanung zusammenzustellen und diese dem Gemeinderat zur Wahl vorzulegen.

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