Zibelimäret Oensingen
Anwohner fürchten: «Jetzt haben wir das Problem»

Der Zibelimäret wird dieses Jahr neu an der Mühlefeldstrasse in Oensingen stattfinden. Die Anwohner fragen sich besorgt, welche Auswirkungen diese Verschiebung haben wird.

Sarah Kunz
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Bruno Kissling

An der Orientierungsveranstaltung des Organisationskomitees für den Zibelimäret vor zwei Wochen nahmen die Anwesenden die Neuigkeiten erstaunlich gut auf. Die Standortverschiebung des traditionellen Anlasses auf die Kestenholz-, den östlichen Teil der Mühlefeld- und auf die Zeughausstrasse bis zur Einmündung in die Hauptstrasse zog durchaus positive Reaktionen mit sich, gar Applaus wurde dem OK gezollt. Es schien, als hätte sich die anfängliche Besorgnis der Oensinger, der traditionelle Anlass würde an Attraktivität einbüssen, in Luft aufgelöst.

Doch über die Facebook-Gruppe «Du bisch vo Oensingen wenn...» wurden hinterher doch noch andere Stimmen laut. Vor allem die Bewohner der Mühlefeldstrasse äusserten sich. «Toll, jetzt haben die Anwohner das Problem», schrieb eine Userin. Andere befürchten, fortan den Abfall der Veranstaltung im eigenen Garten zusammenräumen zu dürfen.

Wegen verstärkter Verkehrssicherheit hat die Kantonspolizei Solothurn für den traditionellen Anlass auf der Hauptstrasse keine Bewilligung mehr erteilt.
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Der Zibelimäret findet in diesem Jahr auf der Kestenholz-, dem östlichen Teil der Mühlefeldstrasse (Bild) und auf der Zeughausstrasse statt.
Neuer Standort Zibelimäret Oensingen
Neuer Standort Zibelimäret Oensingen
Neuer Standort Zibelimäret Oensingen

Wegen verstärkter Verkehrssicherheit hat die Kantonspolizei Solothurn für den traditionellen Anlass auf der Hauptstrasse keine Bewilligung mehr erteilt.

Bruno Kissling

Weitere sagen bereits jetzt Lärm-Reklamationen voraus. Ein Mitglied der Gruppe fasst die ganze Situation folgendermassen zusammen: «Hauptsache, der Verkehr ist geregelt und der Kanton zufrieden, aber auf die Anwohner wird keine Rücksicht genommen.» Eine Frage beschäftigt zudem mehrere der Facebook-Nutzer: «Wo parkieren denn die Anwohner, wenn die Strasse für den Zibelimäret gesperrt wird?»

Ersatz-Parkplätze in der Nähe

OK-Präsident Max Keller versucht, Entwarnung zu geben: «Am Schluss wird es für alle Anwohner eine akzeptable Lösung geben.» Die Zufahrt für die Bewohner des vorderen Teils der Mühlefeldstrasse werde so lange wie möglich befahrbar bleiben und für die restlichen Anwohner suche das OK im Moment Ersatz-Parkplätze in der Nähe des Quartiers.

«Eine Möglichkeit wäre das Parkieren auf dem Zeughausareal gewesen, jedoch ist dies aus Sicherheitsgründen womöglich keine Lösung», erzählt Keller. Weiter versuchte es das OK bei umliegenden Einkaufshäusern, ob diese während des Zibelimärets Parkplätze für die betroffenen Anwohner zur Verfügung stellen könnten. Auch dort steht eine Zusage aber noch aus.

Zudem seien die Liegenschaften auch durch andere Wege erreichbar, welche zugänglich gemacht werden. Das Abfallkonzept mit Mehrweggeschirr soll verhindern, dass Müll in den Gärten der Anwohner landet und die erlaubte Lautstärke sei mit den Vereinen abgesprochen.

«Mit diesen Massnahmen sollte es keinen Ärger geben», meint Keller zuversichtlich. Auch am vorherigen Standort an der Hauptstrasse seien bereits Anwohner betroffen gewesen und für diese habe man auch immer eine Lösung gefunden.

«Im Moment stehen einfach noch sehr viele Diskussionen mit den Anwohnern, der Polizei oder anderen Parteien aus», so Keller weiter. «Diese Erfahrungen müssen wir jetzt zuerst machen, dann können wir in Zukunft daraus lernen.»

Besucheransturm am Freitag

Dass der traditionelle Önziger-Montag wegfallen wird, sorgt für weitere Empörung. Einige der Facebook-Nutzer können nicht verstehen, weshalb das Organisationskomitee den Entscheid damit begründet, die neue Verkehrsführung würde so einen Aufmarsch am Montag, wo viele andere arbeiten müssten und deswegen auf Parkplätze angewiesen seien, nicht mehr tragen können.

Die Oensinger fragen sich: «Was macht das denn für einen Unterschied?» Freitags würden genau so viele Leute arbeiten wie Montags. Doch Keller winkt ab: «Wir erwarten, dass die meisten Besucher eher gegen den Abend kommen werden.» Der grosse Besucheransturm würde erst nach Feierabend erfolgen.

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