Jurastrasse Oberbuchsiten
Anwohner fordern Massnahmen gegen Durchgangsverkehr: «Wir wollen uns nicht hinhalten lassen»

Die Anwohner der Jurastrasse Oberbuchsiten fordern Massnahmen gegen den starken Durchgangsverkehr. Schon seit bald drei Jahrzehnten habe die Quartierstrasse unter massivem Flucht- und Schleichverkehr zu leiden. Der Gemeinderat unternehme nichts gegen diese Situation.

Erwin von Arb
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Barbara Meier kämpft für sich und im Namen aller Anwohner gegen den Durchgangsverkehr auf der Jurastrasse in Oberbuchsiten.

Barbara Meier kämpft für sich und im Namen aller Anwohner gegen den Durchgangsverkehr auf der Jurastrasse in Oberbuchsiten.

Bruno Kissling

Die Anwohner der Jurastrasse in Oberbuchsiten sind nicht zufrieden mit dem Gemeinderat. Sie beklagen, dass die im Unterdorf liegende Quartierstrasse schon seit bald drei Jahrzehnten unter massivem Flucht- und Schleichverkehr zu leiden hat.

Dies nicht zuletzt auch, weil der Gemeinderat nichts gegen diese für die Anwohner sehr belastende Situation unternehme. «Wir werden offenbar nicht ernst genommen und immer wieder vertröstet», sagt Barbara Meier als Wortführerin der Anwohner.

Die Jurastrasse sei eine beliebte Abkürzung, um von Niederbuchsiten oder von der Bahnhofstrasse kommend über die Neuendörfer Industriezone zum Gäupark in Egerkingen zu gelangen. In umgekehrter Richtung nehme der Verkehr über die Jurastrasse jeweils stark zu, wenn die Autobahn verstopft sei.

«Dann fahren hier auch viele Autos mit ausserkantonalen Kennzeichen durch», weiss Barbara Meier. Und weil die Strasse nur knapp 3 Meter breit sei, könnten die Fahrzeuge nicht kreuzen. «Dann wird halt auf das Feld hinausgefahren oder unser Vorplatz als Ausweichstelle missbraucht». Das sei doch kein Zustand, findet die 45-Jährige.

«Einbahnstrasse wird umfahren»

Zwar habe die Gemeinde in früheren Jahren Verkehrszählungen gemacht, um herauszufinden, wie viele Fahrzeuge täglich auf dieser Strecke unterwegs seien. Dabei seien in Spitzenzeiten bis zu 1000 Fahrzeuge registriert worden.

Das 2012 von der Gemeinde beschlossene und vom Kanton genehmigte Einbahnregime im Abschnitt Bahnhofstrasse und Poststrasse habe aber nur im Westteil der Jurastrasse zu einer Entspannung geführt.

«Wir hatten zwei Monate später von der Westseite her fast wieder so viel Verkehr wie vorher. Findige Autofahren machten einfach eine Zusatzschlaufe beim Bahnhof vorbei und bogen danach wieder in die Jurastrasse ein.»

Zugunsten der Gemeinde erwähnt Barbara Meier, dass beim Knoten Steinackerstrasse-Industriestrasse-Jurastrasse ein Fahrverbot für Motorfahrzeuge und Motorräder aufgestellt werden sollte. Dies, um den Durchgangsverkehr auf der Jurastrasse vom Osten her zu unterbinden. Wegen einer vom Kanton gutgeheissenen Einsprache sei dieses Vorhaben aber gescheitert.

Den am Unteren Bifang wohnenden Einsprecher verstehe sie, zumal nicht ausgeschlossen werden könne, dass sich der Verkehr auf die oberhalb der Jurastrasse liegende Strasse hätte verlagern können. «Wir befürchten, dass die Gemeinde dies nun zum Anlass nehmen könnte, um die ganze Sache einmal mehr einfach zu vergessen», meint Barbara Meier zur Gefühlslage der Anwohner der Jurastrasse.

Gemeindepräsident Daniel Lederer wehrt sich dagegen, dass die Gemeinde die Sache nicht ernst nehme. «Dass wir Mitte letztes Jahr ein Fahrverbot für Motorfahrzeuge auf der Ostseite der Jurastrasse erstellen wollten, macht doch eine ganz andere Aussage.»

Damit habe der Gemeinderat eine flankierende Massnahme für die geplante Erschliessungsstrasse Halmacker als Sofortmassnahme vorziehen wollen. Dass die Umsetzung wegen der Einsprache derzeit nicht möglich sei, könne nicht der Gemeinde angelastet werden.

Der Kanton hatte die Einsprache gutgeheissen, weil es aus seiner Sicht keinen Sinn macht, eine einzelne flankierende Massnahme umzusetzen, bevor die Erschliessungsstrasse im Halmacker gebaut ist. Mit dieser Strasse ersteht eine durchgängige Verbindung von der Neuendörfer Industrizone via Steinackerstasse, Dünnernstrasse und anschliessender Einmündung in die Schälismühlestrasse.

Fahrverbot bleibt Thema

Lederer betont, dass die noch nicht realisierte Einschränkung des Verkehrs auf der Ostseite der Jurastrasse weiter Bestandteil des vom Regierungsrat bewilligten Teilzonen- und Erschliessungsplans bleibe. Wann dieses Fahrverbot realisiert werden könne, hänge vom weiteren Verlauf der Realisierung der Erschiessungstrasse im Halmacker ab.

Wenn alles nach Plan laufe, könnten die bereits vergebenen Bauarbeiten voraussichtlich im November aufgenommen werden. Danach folge eine Bauzeit von rund eineinhalb Jahren. So lange müssten sich die Anwohner der Jurastrasse gedulden.

Auch die Gemeinde habe Ausdauer bei der nun vorliegenden Erschliessung des Halmackers an den Tag legen müssen. Seit 2004 sei intensiv daran gearbeitet worden, der Durchbruch sei schliesslich im Juni 2015 gelungen.

Diese Aussichten lösen bei Barbara Meier keine Freundsprünge aus. Immerhin gebe es nun einen Zeithorizont. «Wir werden aber weiter für unser Anliegen kämpfen.»