Welschenrohr

Anwalt des Rasers kündigt Berufung an

Beschilder war eine erlaubte Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. (Symbolbild)

Beschilder war eine erlaubte Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. (Symbolbild)

Ferdinand P. wurde im Januar zu 30 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, weil er mit seinem Porsche mit 145 km/h durch eine Baustelle bei Welschenrohr raste. Sein Anwalt meldet nun Berufung an. Man will aber noch auf das schriftliche Urteil warten.

Ferdinand P.* war am 14. Mai 2013 mit seinem Porsche Panamera auf der Strecke zwischen Gänsbrunnen und Welschenrohr unterwegs, als die Polizei bei einer Baustelle eine Geschwindigkeitskontrolle machte. Laut Signalisation waren 60 km/h erlaubt, der Porsche hingegen sauste mit 145 km/h durch. Daraufhin wurde dem damals 47-jährigen Fahrer sowohl der Ausweis abgenommen als auch sein Auto beschlagnahmt.

Das Amtsgericht Thal-Gäu verurteilte Ferdinand P. Ende Januar 2015 zu 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 12 Monate in Vollzug, dazu eine Probezeit von vier Jahren. Der beschlagnahmte Porsche sei einzuziehen und zu verwerten.

Gegen dieses Urteil hat Rechtsanwalt Markus Spielmann, Verteidiger des Angeklagten, Berufung angemeldet. «Ob diese dann auch tatsächlich vollzogen wird, entscheiden wir dann, wenn das begründete Urteil schriftlich vorliegt und wir dieses studiert haben», erklärt Spielmann auf Nachfrage. Er und sein Mandant hätten den Entscheid des Amtsgerichts erst mal zur Kenntnis genommen.

Beschränkung war nicht verfügt

Als strittiger Punkt hatte sich in diesem Fall herausgestellt, ob die Geschwindigkeitsbeschränkung überhaupt gültig war. Nach Auffassung des Verteidigers sowie des Gerichts war sie es nicht, da sie nicht behördlich verordnet worden war. Daraus folgerte der Verteidiger, dass nicht 60 km/h, sondern die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserorts massgebend war, das heisse, die Übertretung betrug «lediglich» 59 und nicht 79 km/h. Daher sei die qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln nicht gegeben.

Das Gericht hingegen befand, die qualifizierte grobe Verletzung sei trotzdem erfüllt, allerdings nicht aufgrund der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h, weil diese, wie erwähnt, wegen fehlender Verordnung nicht gültig war. Sondern weil ein Fahrzeug mit Tempo 145 km/h eine erhebliche Gefahr darstelle im Bereich einer häufig genutzten Ein- und Ausfahrt.

Ferdinand P. sei regelmässig auf der betroffenen Strecke unterwegs gewesen, habe also die Situation gekannt, die Geschwindigkeit aber nicht angepasst. (wak)

*Name von der Redaktion geändert

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