«Es ist kaum zu glauben, was sich in den letzten anderthalb Jahren alles getan hat», stellte der Präsident der noch jungen Vereins Freunde der Lochmühle in Welschenrohr, Hans Weissmüller fest. Der defekte Mahlgang und der gesetzlich vorgeschriebene Anschluss für Trinkwasser und Kanalisation für den Mühleraum stellten die Eigentümer vor fast unlösbare Probleme.

Erst die grosszügige Spende des prominenten Ingenieurs Anton Gunzinger, gebürtiger Welschenrohrer, gab dem Projekt «Sanierung des Mahlganges» den nötigen Schub. In Verbindung mit der neuen Abwasserleitung am Hammerrain konnten auch die Wasserprobleme gelöst werden.

Gelungene Vereinsgründung

Erfreulich viele Leute traten dem neuen Verein bei. Von den 73 Mitgliedern sind auch zahlreiche bereit, Vereinsarbeit zum Unterhalt der Liegenschaft zu leisten. Gesucht sind weiterhin Mitglieder, Gönner und Sponsoren, damit die Finanzen im Lot bleiben. Kassier Bruno Fink, der auch die ganze Administration besorgt, legte die erste Jahresrechnung vor.

Hauptbrocken war die Sanierung des ersten Mahlganges, was rund 40'000 Franken kostete. «Dank der erwähnten Spende, dem Beitrag des Denkmalschutzes und der Einwohnergemeinde konnte die Rechnung ausgeglichen gestaltet werden,» erklärte Fink.

Als Höhepunkt im Vereinsjahr steht der Mühlentag 2019, am 1. Juni auf dem Programm. Zum sechsten Mal organisiert der Männerchor den Anlass, mit Unterstützung von Mitgliedern des Vereins. Dann wird der komplett revidierte Mahlgang auch in Betrieb genommen. An drei Führungen erhalten die Besucher Einblick in die Anlage, in das Getriebe mit dem grossen Kammrad, dessen 150 Holzzähne in aufwendiger Arbeit ersetzt wurden. Kurt Fasnacht, Küttigen, «Mühlendoktor» und freiwillige Helfer leisteten grosse Arbeit.

«Bei uns begann die Geschichte der Müllerei in der Jungsteinzeit. Um 3000 v. Chr. bauten die Seeuferbewohner Getreide an und mahlten die Körner auf einem Reibstein zu Mehl,» berichtete Herbert Glanzmann. Zur Zeit der Römer mahlten die Legionäre ihr Getreide auf einer sogenannten Legionärsmühle.

Ein oberer runder Stein wird auf einem unteren von Hand gedreht. Der Antrieb mit Wasserkraft und mit Windkraft setzte sich im Verlaufe des Mittelalters durch. Mit der Erfindung der Dampfmaschine, des Verbrennungsmotors und des Elektromotors veränderte sich der Antrieb der Mühlen.

Welschenrohrer Mühlen

In einem Lehensbrief zwischen dem Rat der Stadt Solothurn von 1647 ist von der «Mühlin zu Welschenrohr in dem Dorf gelegen» die Rede. Sie muss am Schafbach gestanden haben, daher auch der Flurname Mühlacker.

Aber schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts werden zwei Mühlen genannt: die hintere Mühle, vermutlich am Mühlebach und die vordere am Schafbach. Die untere Mühle, die heute noch zu bewundernde Lochmühle, wird 1706 erwähnt, als sie Hans Fluri zu Lehen erhielt.