«Wir waren sehr erfreut über den Entscheid des Balsthaler Gemeinderates», sagte Petra Meister, Leiterin der Kita Falkenburg und Mitglied der Geschäftsleitung der Adda-Kita GmbH. Ohne Diskussion gewährte der Rat einen Starthilfebeitrag von 13'130 Franken für das erste Betriebsjahr eines neu zu schaffenden Schülerhorts mit Mittagstisch in Balsthal. Nicht zu verwechseln ist dieser Betrag mit dem jährlichen Unterstützungsbeitrag von 8000 Franken an die Kita Falkenburg. Im Moment sei man noch auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung. «Unser Wunsch wäre ein Haus in der Nähe der Schulanlagen», bemerkte Meister. Man strebe an, den Schülerhort mit Mittagstisch noch in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen.

Familienergänzende Betreuung

Die Adda-Kita GmbH betreibt seit Oktober 2013 die Kita Falkenburg in Balsthal. Dort werden Kinder ab drei Monaten bis in die dritte Klasse betreut. Das Bedürfnis nach Plätzen für Kindergarten- und Schulkinder steige und sprenge die Ressourcen der Kita Falkenburg. Das habe die Geschäftsleitung bewogen, mit der Planung eines Schülerhortes zu beginnen. Im vorgesehenen Schülerhort werden Kinder ab dem Kindergarteneintritt bis in die sechste Klasse betreut. Der Mittagstisch kann für Schüler bis in die neunte Klasse genutzt werden.

Der Hort verstehe sich als Einrichtung der familienergänzenden Betreuung, welche vom Bund und Kanton gefördert werde, heisst es im Konzept. Der Aufwand wird finanziert durch Elternbeiträge, Subventionen, Spenden und Sponsoring. In Balsthal gibt es verschiedene Kindergruppierungen, für die eine schulergänzende oder vorschulische Betreuung infrage kommen könnte: Kinder aus Familien, deren Eltern beide einer Erwerbsarbeit nachgehen, Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund und mangelnden Deutschkenntnissen oder Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen.

24 Assistenzlektionen bewilligt

Für das kommende Schuljahr sind die Klassengrössen vor allem in den sechs altersgemischten Klassen im Inseli-Schulhaus alarmierend. Gesamtschulleiter Kuno Flury schreibt: «Mit Stand heute besuchen im kommenden Schuljahr 147 Schüler die 6 Klassen. Wir rechnen mit Klassengrössen von 23 bis 26 Kindern.» Von diesen 147 Schülern seien 87 Kinder fremdsprachig und hätten Unterricht in Deutsch als Zweitsprache.

Der Vielfalt und Heterogenität in so grossen zweistufig geführten Klassen könne nur durch die Eröffnung einer weiteren Parallelklasse oder durch das Einrichten von Assistenzlektionen begegnet werden. Der Gemeinderat bewilligte auf Antrag der Fachkommission Bildung für das nächste Schuljahr an den 1./2. Klassen gesamthaft 24 Assistenzlektionen, was über einen Nachtragskredit von 50'000 Franken zu finanzieren ist. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Das Traktandum hatte vorgängig eine längere Diskussion ausgelöst. Vor allem die FDP-Fraktion stellte viele Fragen. Weshalb müssen Schüler ohne jegliche Deutschkenntnisse sofort in eine Regelklasse eingeschult werden? Man sehe die Dringlichkeit ein, aber gebe es denn keine Alternativen? Man erwarte von den Schulverantwortlichen andere Lösungsvorschläge. Kuno Flury konnte den Gemeinderat mit sachlichen Argumenten überzeugen und versicherte, dass man nur das Notwendigste und im Moment Sinnvollste vorkehre.