Mit dem «Marschier-Schottisch» eröffneten die acht Frauen und sechs Männer der Trachtentanzgruppe und die zehn Kinder der Kindertanzgruppe gemeinsam den bodenständigen Heimatabend der Trachtenvereinigung Thal in der Mehrzweckhalle Kreuzacker in Laupersdorf. Passend zu den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die Präsident Hans Probst herzlich begrüsste, kurz nach deren Eintreffen war der Tanz «Chumm go luege».

Die Trachtenvereinigung Thal gibt es schon seit über 60 Jahren. Seit 1980 findet alle zwei Jahre ein Heimatabend mit Tänzen und Theater in Laupersdorf statt, dieses Jahr zum 21. Mal. Der Vereinszweck ist der Erhalt und die Pflege der Trachten, des Tanzes, des Theaters sowie der Volksmusik und Mundarten. Von den momentanen 53 Mitgliedern tanzten in Laupersdorf deren 14 aktiv auf der Bühne.

«Der Tanz «Al bal dals Praders» aus Graubünden soll an einen Heuerball erinnern, wo sich die Heuer nach der mühsamen Arbeit an den steilen Hängen trafen», erwähnte Tanzleiterin Madeleine Probst. Der Tanz «Im Örgelihuus» verlangte von der Trachtentanzgruppe alles ab, beinhaltet dieser Tanz doch viele rasante Drehungen. Wiederum hat die Tanzleiterin Madeleine Probst extra für den Anlass eine Kindertanzgruppe gebildet.

Beim Tanz zum bekannten Volkslied «Gang rüef de Bruune» wurde das Publikum zum Mitsingen eingeladen und es folgten noch weitere zu Kindern passende Tänze wie «Das Karussell», die «Pattycake Polka» aus England, die vom Kuchen backen handelt sowie «Z’Gugger-Näscht», wo die Kinder Blumensträusschen in ein Nest niederlegten.

Sehr gut ergänzten sich die Trachtentanzgruppe und die Kindertanzgruppe beim gemeinsam getanzten «Märitgstürm», denn auf einem lebhaften Markt kommt es immer wieder zu einem Gedränge. Da mussten alle auf ihre Schrittkombinationen besonders gut achten. Alle Tänze waren sehr rhythmisch. Auch die Kinder erstaunten mit ihrem vorhandenen Taktgefühl und die Bewegungen waren sehr elegant und im Auftreten zwischen den Geschlechtern auch galant.

«Zwee herti Nüss» begeisterte

Beim Theater «Zwee herti Nüss», einem Volksstück in zwei Akten von Ulla Kling, waren die Lachmuskeln gefordert. Das Stück spielt auf dem bäuerlichen Lerchenhof,, wo der Kindersegen ausgeblieben ist. Chrüüter-Anni (Manuela Aeschlimann) versucht, sich zu rächen, weil der Bauer Severin Lercher (Fredy Schweingruber) nicht sie, sondern Walburga Lercher (Olivia Meister) zur Frau nahm.

Auf dem Hof arbeiten auch noch der etwas tollpatschig wirkende Knecht Seppi (Beat Nussbaumer) und die äusserlich ungepflegt und schlampig wirkende Magd Käthy (Barbara Däppen), auf die Knecht Seppi ein Auge geworfen hat. Als der Poet Siegfried Schreiber (Reto Gautschi) auf dem Hof auftaucht und auch die Magd begehrt, sind die Wirrungen und Irrungen nicht mehr zu überbieten.

Plötzlich wandelt sich die Magd und tritt in sexy Kleidung als verführerischer Vamp auf und erweckt so die Eifersucht von Knecht Seppi. Siegfried Schreiber entpuppt sich als Meister des Reims und spricht die Magd Käthy als Katharina, die Gletscherrose an.

«Dr Schmärz verrisst mir fascht mis Härz, ig chumme wieder im nöchschte März» waren die Worte bei seinem Abschied vom Hof. Es stellt sich dann auch noch heraus, dass Käthy die uneheliche Tochter von Bauer Severin Locher und Chrüüter-Anni ist.

Schlussendlich kommt es zum Happy End: Käthy und Seppi werden zum Liebespaar und Bauer Severin Lercher vermacht seiner Tochter den Hof. Das gesamte Ensemble zeigte eine sehr gute schauspielerische Leistung; das Publikum amüsierte sich köstlich. Herausragend interpretierte Reto Gautschi seine Rolle als Poet, da war wahrlich ein grandioses Schauspielertalent auf der Bühne auszumachen.

Hans Probst führte gekonnt Regie, war auch für die Stückauswahl besorgt und durfte sich über eine gelungene Aufführung freuen. Auch Veronika Sigrist (Souffleuse), Bethli Müller (Requisiten), Katja Gerber (Maske) und Nico Grossenbacher (Technik) trugen zu diesem Erfolg bei.