Jetzt ist klar, wie der Kreisel an der Oensingerstrasse in Kestenholz gestaltet werden soll: Ab Frühling wird dort eine drei Meter hohe Figur stehen. Nicht klar hingegen ist, wer diese Skulptur bezahlt, denn es handelt sich um einen anonymen Spender. Und er wird auch auf immer anonym bleiben, wie Gemeindepräsident Arno Bürgi auf Nachfrage erklärt.

Wie kommt Kestenholz überhaupt in den Genuss einer solchen Geste? «Eines Tages kam die Firma Communication by Art GmbH, Lenzburg, auf uns zu und erklärte, sie hätten jemanden aus der Region an der Hand, der gerne auf seine Kosten den Kreisel künstlerisch gestalten lassen möchte», berichtet Bürgi. «Wir waren natürlich sehr überrascht, aber auch erfreut.» Und man wollte näheres wissen, denn der Künstler war bereits bestimmt: Hans Thomann aus St. Gallen.

Sinnbild für Kestenholz

Der Gemeinderat setzte eine Arbeitsgruppe ein, zu der Arno Bürgi gehört sowie Friederike Schmid von der Communication by Art. «Wir behielten uns vor, das Projekt abbrechen zu können. Den Kreisel natürlich zu gestalten, wäre ja auch möglich», sagt Bürgi. Der Künstler machte sich mit der Geschichte und dem heutigen Dorfleben vertraut, liess sich durchs Dorf begleiten und sprach mit Leuten aus Kultur und Politik. In der Kirche kam es für Hans Thomann zu einem Aha-Erlebnis, als er die Leuchten an den Seitenwänden erblickte: Thomann arbeitete seinerzeit bei der Firma, welche die Leuchten designt hatte. So ausgestattet machte sich Thomann schliesslich an die Arbeit und legte sowohl dem Spender als auch der Arbeitsgruppe einen Entwurf vor.

Dieser zeigte eine Figur, zusammengesetzt aus lauter einzelnen Kastanienbaumblättern, hergeleitet vom Ortsnamen und dem Ortswappen mit dem Kastanienbaum. Aus 1750 Blättern aus Stahl, so viele Einwohner wie Kestenholz aktuell hat, wird schliesslich eine drei Meter hohe Figur gestaltet.

«Die Gesamtheit aller Blätter ergibt das Bild eines Menschen, Versinnbildlichung des Zusammengehörigkeitsgefühls der Kestenholzerinnen und Kestenholzer», erklärt der Künstler zu seinem Werk. «Als Material wird Stahl eingesetzt, der mit der Zeit rostet und dadurch eine ähnliche Farbe wie die Rinde des Kastanienbaumes annimmt.» Dadurch entstehe ein schöner Kontrast zum extensiv begrünten Erdkegel der Mittelinsel, der auf eine Höhe von 1,5 Meter aufgeschüttet wird, damit die Kreiseldurchsicht verhindert wird.

Grosse Augen gemacht

In der Arbeitsgruppe habe man grosse Augen gemacht, sagt Arno Bürgi. «Wir alle waren spontan begeistert.» Auch im Gemeinderat hätten sich alle erfreut geäussert. Gemeinderat und Kanton haben das Werk unterdessen genehmigt. Der Gemeinde bleiben die Kosten für den Sockel, auf dem die Figur stehen wird. Der Kanton übernimmt die Aufschüttung des Kegels. Zustimmung hat laut Arno Bürgi auch der Name der Figur gefunden, die ab nächstem Frühjahr von der Mittelinsel des Kreisels in Kestenholz die Wegfahrenden und Heimkommenden begrüssen wird: «wirSindKestenholzPunkt». Ein Ausdruck «der Selbstverständlichkeit, Kestenholzerin oder Kestenholzer zu sein, der niemand etwas hinzuzufügen hat. Punkt.»

Lehrstelle besetzt

An der Gemeindeversammlung vom Juni 2014 wurde der Schaffung einer Lehrstelle auf der Gemeindeverwaltung zugestimmt. Der Gemeinderat hat Noëlle Suter, Kestenholz, als erste Lernende gewählt. Sie wird Anfangs August 2015 die Lehrstelle als Kauffrau in der Branche Öffentliche Verwaltung antreten.