Samstagabend in Mümliswil: Blickt man nach oben Richtung Reckenkien, kann man etlichen Menschen beim Hinaufgehen zuschauen. Denn es stand wieder die Jodlerchilbi auf der Agenda, die seit 52 Jahren vom Jodlerklub Passwang organisiert wird. Das Festzelt ist bis auf einzelne Plätze ausnahmslos besetzt. Die Atmosphäre ist gemütlich, es geht laut zu und her.

Die Gäste fühlen sich wohl: Sie rücken auf den Festbänken zusammen, diskutieren eifrig miteinander, essen «Buurehamme», Steak oder Bratwurst und geniessen dabei einen Tropfen Wein. Auf der Bühne steht das Duo Zaubermond aus Österreich. Das Duo, das zum ersten Mal im Reckenkien ist, heizt den Besucherinnen und Besuchern kräftig ein.

Wer die Chilbi kennt, weiss, dass es nie lange dauert, bis die Tanzbühne besetzt ist. Es ist fast kein Platz mehr frei – aber nur fast. Obwohl die Temperaturen nicht gerade sommerlich sind, kommen beim Tanzen doch einige ziemlich ins Schwitzen. Kein Wunder, wenn man sich so ins Zeug legt. Helene Fischer würde singen: «Atemlos durch die Nacht».

Spontan eingesprungen

Je später der Abend wird, desto ausgelassener die Stimmung. Jetzt wird nicht nur die Bühne gestürmt, sondern auch die Bänke werden es. An mehreren Tischen stehen die Gäste auf den Sitzbänken, klatschen und schunkeln mit. Aber nicht so, wenn ein Jodlerklub die Bühne betritt. Dann herrscht Stille im Zelt. Halb im Spass, halb im Ernst gemeint, hört man immer wieder Rufe im Zelt, die daran mahnen, etwas ruhiger zu sein.

Auf dem Programm stand ursprünglich der Jodlerklub Horn Gebenstorf. «Die haben uns jedoch leider kurzfristig abgesagt», erklärt der Präsident des Jodlerklubs Passwang Remy Fluri. So stand am Samstagabend der Jodlerklub Guldental auf der Bühne. «Wir haben sie am letzten Wochenende in Davos angefragt und sie haben glücklicherweise spontan zugesagt», führt Fluri weiter aus. Die «Guldentaler» gaben unter anderem das Guldentaler-Lied zum Besten, doch nicht das allseits bekannte, sondern ein neu geschriebenes Stück.

Strenges Programm

«Ich bin zufrieden mit dem Abend», meint Fluri, der seit zwei Jahren den Verein präsidiert. Die Chilbi eine Woche nach dem Eidgenössischen Jodlerfest in Davos sei schon etwas anstrengend, da man seit Dienstag mit dem Aufbau beschäftigt gewesen sei. Doch da schicke man sich einfach rein. «Schwierig zu sagen», so die Antwort des Präsidenten auf die Frage, was sein persönlicher Höhepunkt an der Chilbi sei. Ein anderer Jodler meinte dann beiläufig: «Das hat es auf jeden Fall noch nicht gegeben, dass wir zweimal Zugabe geben mussten.»

So trug der Jodlerklub vier Lieder nacheinander vor, eines davon war das Wettkampfstück aus Davos. Die Begeisterung im Publikum für den gastgebenden Klub war gross. Am meisten schätze Fluri jedoch die Gäste: Von 15 bis 80 Jahren seien alle Kategorien vertreten. «Alle sind friedlich beisammen und wir können ein schönes Fest feiern mit guter Stimmung», hält Fluri fest.

Für den Sonntag rechne er mit mindestens genauso vielen Besuchern. Denn wenn Badewetter herrsche, gingen die tendenziell lieber ans Wasser. Der zweite Tag der Chilbi startete um 11.00 Uhr mit der Blaskapelle der «Konkordia» Mümliswil. Danach übernahm das Schwyzerörgeli-Quartett Schenkenberg aus Schinznach die Bühne. Weiter folgten noch Auftritte des Heimatchörlis Hemberg. Und natürlich durfte der Jodlerklub Passwang nicht fehlen.