Ramiswil
An der ersten Schau für den Urfreiberger ist auch Quälhof-Hengst Charly dabei

Am Samstag findet auf dem Hof Dub in Ramiswil die erste Urfreiberger-Schau statt. Mit dabei ist auch Hengst Charly, der 2017 für Schlagzeilen sorgte. Er war eines der Pferde vom Thurgauer Quälhof.

Fränzi Zwahlen-Saner
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 Christoph Saner aus Ramiswil hat Charly vor einem Jahr gekauft. Das Pferd stammt vom Thurgauer Quälhof.
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Christoph Saner organisiert in Ramiswil ein Ur-Freibergertreff
Am Samstag präsentieren sich auf dem Festgelände hinter ihnen Urfreiberger.

Christoph Saner aus Ramiswil hat Charly vor einem Jahr gekauft. Das Pferd stammt vom Thurgauer Quälhof.

Hanspeter Bärtschi

Morgen Samstag ist auf dem Hof Dub, an der Passwangstrasse gelegen, einiges los. Die erste Urfreiberger Zentralschau wird durchgeführt. Initiant ist der Präsident des Eidgenössischen Verbandes des reinrassigen Freiburgerpferdes RRFB Christoph Saner, Pferdezüchter und Landwirt. «Mit dieser Schau feiern wir auch das zehnjährige Bestehen unseres Unterverbandes», so der Ramiswiler.

Im wahrsten Sinn des Wortes «Zugpferd» des Anlasses ist Saners Hengst Charly, den er vor gut einem Jahr mit viel Mühen und einigem Medienrummel aus dem Bestand des Tierschutzfalles Ulrich K. in Schönbühl ersteigern konnte. «Charly hat sich bei uns sehr gut eingelebt», freut sich Saner. «Er lebt in einer Stutenherde mit acht Tieren.» Mit seinen acht Jahren sei er schon ein wenig eigensinnig gewesen. «Er war es halt nicht gewohnt, am Zügel geführt zu werden und auf Kommandos zu hören», sagt Saner. Doch mit viel Geduld und Ausdauer haben sich Ross und Reiter aneinander gewöhnt und Charly hat alles gelernt, was für die Hengstleistungsprüfung nötig ist.

Hengst Charly vom Thurgauer Quälhof mit seinem neuen Besitzer
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Hengst Charly vom Thurgauer Quälhof mit seinem neuen Besitzer

Fränzi Zwahlen

Der RRFB ist ein Unterverband des Schweizerischen Freibergerverbandes. Seine Mitglieder verfolgen das Zuchtziel, Freiberger mit null Prozent Fremdblutanteil zu züchten. Saner erklärt: «Alle vor dem 1. Januar 1950 geborenen Freibergerpferde werden als Pferde ohne Fremdblut betrachtet.»

Deren Nachkommen gelten daher als Urfreiberger. Dies sei ein wichtiger Aspekt der Schweizer Pferdezucht, denn: «Heute verfügen viele Freiberger über Einkreuzungen von Halbblutpferderassen.» Im Jahr 2008 sei die Ur-Rasse auf einen Bestand von noch ungefähr 300 Tiere gesunken. Die Urgenetik war extrem gefährdet und mit der Gründung des Unterverbandes wollte man dieser Problematik entgegenwirken.

Ein widerstandsfähiges Pferd

In den Zielen des RRFB ist nachzulesen: «Die gefährdete Rasse muss weiter erhalten bleiben, denn sie besitzt Eigenschaften, die nicht genug gewürdigt werden: Charakter, Gesundheit, Konstitution, Langlebigkeit, Futterverwertung, Fruchtbarkeit, wenig Geburtsschwierigkeiten, gute Muttereigenschaften und widerstandsfähig gegenüber Krankheiten.»

Diese Rasse habe einen langen Entwicklungsprozess durchlaufen, und sei Jahrhunderte alt. Und Saner fügt hinzu: «Zudem strebt die Agrarpolitik des Bunds bis zum Jahr 2030 an, die reine Genetik einer Rasse zu erhalten».

Tests und Prüfungen

Mit der Zentralschau morgen Samstag soll aufgezeigt werden, was mit diesem Pferd möglich ist, zu welchen Leistungen es fähig ist. «Es kommen alle Schweizer Züchter der Urfreiberger zu unserer Schau und auch einige aus dem angrenzenden Ausland. Insgesamt 69 Urfreiberger sind in den verschiedensten Tests zu sehen», freut sich der Initiant. Diese Tests und Prüfungen werden ab Samstagmorgen für die Pferde in den verschiedenen Kategorien durchgeführt.

Zwischen den Prüfungen und am Nachmittag ist für ein Unterhaltungsprogramm gesorgt. Reiten und Fahren, Holzrücken und die Präsentation von Jungpferden und Fohlen. Dazu gibt es Informationen über das Einschirren oder spezielle Satteln.

Das Festzelt bietet 480 Sitzplätze, von denen aus die Prüfungen und Vorführungen betrachtet werden können. Seit Tagen ist das 35-köpfige Helferteam um Christoph Saner an der Arbeit und alle sind sehr gespannt, auf den Publikumsaufmarsch am Passwang. Ab 20 Uhr sorgt die Freeway Countryband für Stimmung.

Feldtestprogramm 8.50 Uhr bis 15.10 Uhr. Unterhaltungsprogramm von 10.45 bis 11 Uhr und nachmittags ab 15.40 Uhr.

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