Durch die Teilnahme von 31 Musikvereinen nahmen die Regionalmusiktage vom Samstag und Sonntag in Lostorf schon beinahe Ausmasse eines kantonalen Musikfestes an. Dieses findet Ende Monat in Kriegstetten statt. Viele der Musikgesellschaften haben den Musiktag als Hauptprobe genommen. Am Samstag war die Musikparade zu sehen. Samstags und sonntags waren dann die eigentlichen Wettspielvorträge angesagt.

«Wir haben soeben zwei ausgezeichnete Vorträge mit hervorragenden Solisten gehört», sagte Toni Kurmann, einer der drei Experten, welche die Brass Band Matzendorf zu beurteilen hatte. Unter der Leitung von Marcel Bossert trugen die Thaler das für das kantonale Musikfest einstudierte Selbstwahlstück «Three Extraordinary Journeys» und das Aufgabestück «Life Ablaze» vor. Wir sind auf gutem Wege und konnten an dieser Hauptprobe auch noch unsere Nerven testen», ergänzte Vereinspräsident Hans Nussbaumer.

Die Musikgesellschaft Winznau, ebenfalls in Brass-Band-Besetzung spielend, wird in Kriegstetten in der dritten Stärkeklasse starten. Ihr Aufgabestück «Pit Stop at Purgatory» und das Selbstwahlstück «‹Prins› Equus Laboris Brabanticus» kommentierte Dirigent Reimar Walthert als recht gut gelungen. «Natürlich gibt es immer noch Elemente, die verbessert werden können. Ich bin aber überzeugt, dass wir das in den letzten 14 Tagen schon noch hinkriegen. Es war auch ein guter Test für unsere Solisten».

Gute Grundstimmung und Dynamik

Die Musikgesellschaft Konkordia Mümliswil brachte Abwechslung in die Wettspielvorträge, spielt doch dieser Verein in Harmonie-Besetzung und wird am kantonalen Musikfest in der zweiten Stärkeklasse konkurrieren.

Für diese Kategorie wurde vom Verband als Aufgabestück «Etosha» von Armin Kofler bestimmt. «Terra Vulcania» haben die Mümliswiler selber ausgewählt und ebenfalls dem Experten Toni Kurmann zur Beurteilung vorgetragen. Der Juror meinte im gleich anschliessend durchgeführten Expertengespräch, eine gute Grundstimmung und auch eine gute Dynamik festgestellt zu haben.

Des Weitern gab er noch nützliche Hinweise für eine Optimierung bis zum Musikfest in Kriegstetten. Auch die Musikgesellschaft Konkordia Oberbuchsiten wird, in bedeutend kleinerer Besetzung als zuvor Mümliswil, in derselben Klasse am Kantonalmusikfest starten. Unter diesen Voraussetzungen wird dannzumal, wie schon in Lostorf, von sämtlichen Interpretinnen und Interpreten eine Top Leistung notwendig sein, um die Erwartungen zu erfüllen.

Den Abschluss der samstäglichen Wettspielvorträge machte die Stadtmusik Olten unter der Leitung von Marco Müller. Nochmals kam als Aufgabestück «Etosha» zur Aufführung. Eine Komposition, die den Oltnern sehr gut zu liegen scheint, schnitt doch der Verein im Vergleich zu den andern sehr vorteilhaft ab. Selbstverständlich wurde auch das Selbstwahlstück «Noah’s Ark» dem Experten Markus Steimen zur Beurteilung vorgetragen.

Vereinspräsidentin Ursula Tschan meinte ihrerseits, mit der Aufführung zufrieden sein zu können. Man habe sich normal, das heisst mit jeweils einer Probe pro Woche, vorbereitet. Auf die Erwartungen am kantonalen Musikfest angesprochen, sagte die Präsidentin: «Wir erwarten eine Rangierung in der ersten Ranglistenhälfte»; nach den Feststellungen in Lostorf eine durchaus realistische Einschätzung.

Bemerkenswerte Leistungen

Die Wettspielvorträge erfuhren am Sonntag ihre Fortsetzung. Schon recht früh, entsprechend war der Besucheraufmarsch noch gering, hatte die Musikgesellschaft Niedergösgen unter der Leitung von Christoph Oeschger anzutreten, die den Regionalmusiktag ebenfalls als Hauptprobe für das kantonale Musikfest nützte. «Für diesen Höhepunkt haben wir uns mit einem Intensiv-Probeweekend und einem Gemeinschaftskonzert mit der Musikgesellschaft Wangen vorbereitet», war von Präsidentin Andrea Meier vor dem Auftritt zu vernehmen. Wie die beiden Vorträge anschliessend zeigten, waren die Gösger zu dieser Zeit hellwach.

Matthias Elmer hatte die Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach als Experte zu beurteilen. Zuvor meinte ihr Dirigent Alois Kissling auf die Frage nach dem Befinden: «In meinem Alter kenne ich keine Nervosität mehr. Ich hoffe, dass das auch bei den Musikantinnen und Musikanten der Fall ist. Mit dem Pflichtstück sind wir in der Ziel-
kurve angelangt und bereit für den Endspurt».

Und da wäre noch die Harmoniemusikgesellschaft Fulenbach, die seit gut einem Jahr unter der musikalischen Leitung von Charlie Schmid steht. «Das Selbstwahlstück ‹Valerius Variations› haben wir gezielt nach unseren Möglichkeiten in Bezug auf die Instrumentierung ausgewählt. Das Aufgabestück «Aarwangen» habe ich bewusst erst anfangs Mai gebracht und im Probeweekend intensiv einstudiert. Mit der Vorbereitung sind wir absolut im Plan», verriet der Dirigent. Wie die Aufführungen bewiesen, eine absolut realistische Beurteilung.

Sämtliche Musikvereine zeigten am Regionalmusiktag in Lostorf eine erstaunliche und bemerkenswerte Leistung. Nun ist zu hoffen, dass in zwei Wochen am Solothurner Kantonalen für alle Teilnehmer die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern gar übertroffen werden können.