Notfallkonzept
«Ampelsystem» lenkt bei Hochwasser die Einsatzkräfte in Stüsslingen

Die Feuerwehr kann im Ernstfall ein dreiphasiges Konzept auslösen, gemäss dem ein Hochwasser und dessen Folgen im Bereich des Stüsslingerbachs bekämpft werden soll.

Marie-Theres von Arx
Drucken
Teilen
Der Durchlass bei der Schlüsselstelle «Kiesfang» ist zu gering.

Der Durchlass bei der Schlüsselstelle «Kiesfang» ist zu gering.

Marie-Theres von Arx

Der Kanton Solothurn fordert von den Gemeinden die Ausarbeitung eines Notfallkonzepts auf der Basis der im Jahr 2009 erstellten Gefahrenkarte «Wasser». Die Gemeinde Stüsslingen hatte das Ingenieurbüro Frey + Gnehm, Olten, beauftragt, ein Konzept zu erstellen. Dieses hat gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe nun das vorliegende Konzept erarbeitet.

Arbeitsgruppe

In der Arbeitsgruppe wirkten Michael Wagner, Gemeindepräsident; René von Arx, Ressortverantwortlicher Öffentliche Sicherheit; die Kommandanten der Feuerwehr Lostorf-Stüsslingen-Rohr, Dieter Bammert und Christoph Soland sowie der Kommandant der Regionalen Zivilschutzorganisation, Matthias Büchler, mit. Insbesondere die Feuerwehr hat einen grossen Aufwand erbracht und einen wesentlichen Beitrag zur Realisierung des Notfallkonzepts geleistet.

Kein absoluter Schutz

Das Notfallkonzept bietet keinen absoluten Schutz vor Hochwasser. Es soll aber helfen, mögliche Schäden entlang des «Stüsslingerbaches» zu vermeiden oder auf ein akzeptierbares Mass zu reduzieren. Ziel des Notfallkonzeptes ist es, Menschen zu retten, Schäden an Sachwerten zu begrenzen und die Einsatzkräfte zu unterstützen. Es entbindet jedoch die Eigentümer nicht vor dem Objektschutz ihrer Liegenschaften. Der Geltungsbereich des Notfallkonzepts bezieht sich im Wesentlichen auf die Anstösser des «Stüsslingerbaches», beziehungsweise Anstösser, die in der Vergangenheit vom Hochwasser betroffen waren. Die Erfahrungen aus dem Hochwasser vom 24. August 2009 sind in das Notfallkonzept einbezogen und berücksichtigt worden.

Das Konzept betrachtet mögliche Gefahrenstellen, wie sie zum Beispiel durch angeschwemmtes Holz, Geröll und Schlamm bei Einlaufbauwerken, bei Brücken oder bei zu gering ausgelegter Kapazität im Gerinne erfolgen können. Insgesamt befinden sich auf dem Stüsslinger Gemeindegebiet 13 Durchlässe, die bei Hochwasser an ihre Kapazitätsgrenzen stossen können. Um das Hochwasser im Notfall einzudämmen, ist der Bach in sieben Schlüsselstellen eingeteilt worden. Jede dieser Schlüsselstellen wird in drei Phasen unterteilt.

Um der Feuerwehr die Einteilung der Einsatzmittel (zum Beispiel Sandsäcke) und der Einsatzkräfte zu erleichtern, sind die drei Phasen nach einem «Ampelsystem» aufgeführt. Für jede Phase sind die genauen personellen und materiellen Aufwendungen sowie die erforderlichen Massnahmen angegeben (zum Beispiel zwei Personen, sechs Schalungstafeln mit zwölf Eisen, Stellen von Schalungstafeln). Die erste Phase kann von der Feuerwehr bewältigt werden. In der zweiten Phase kann sie bei weiterem Bedarf Nachbarsfeuerwehren oder den Zivilschutz aufbieten. Für die dritte Phase könnte die Feuerwehr weitere Unterstützung, zum Beispiel durch die Bevölkerung, anfordern. Ferner enthält das Notfallkonzept sämtliche wichtigen Adressen sowie ein Organigramm der Notrufmeldung.

Die Feuerwehr Lostorf-Stüsslingen-Rohr führt regelmässige Übungen mit den Einsatzkräften für den Notfall durch. Das Material wird primär bei der Feuerwehr eingelagert. Das Notfallkonzept wurde am 13. August 2012 durch den Gemeinderat genehmigt. Nachdem nun auch die Zustimmung des Kantons vorliegt, kann es umgesetzt werden. Die betroffenen Bewohner der Liegenschaften im Geltungsbereich des Notfallkonzepts sind zur Beantwortung von allfälligen Fragen durch die Feuerwehr und die Gemeinde eingeladen worden. Es steht auf der Homepage der Gemeinde zum Download bereit (www.stuesslingen.ch).

Aktuelle Nachrichten