Die Mehrzweckhalle in Härkingen war fast bis auf den letzten Platz besetzt, als die Jugendmusik Härkingen-Neuendorf, unter der Leitung von Andreas Moser, das diesjährige Hauptkonzert eröffnete. Gleich zum Auftakt wurde eine recht anspruchsvolle Komposition, welche auch für bestandene Musikvereine volle Aufmerksamkeit erfordert, auf überzeugende Art vorgetragen. «Highlights from the Phantom of the Opera» war zudem bestens geeignet, auf das gewählte Motto «Legändä & Heldä» einzustimmen.

Eine «nussige Musikmischung» kündigte anschliessend Moderator Adrian Wicki an. Das aus vier Sätzen bestehende Stück mit dem Titel «Totally Nuts» wurde im Rumba-, Walzer-, Pop- und Marschtempo so ansprechend vorgetragen. Mit «The Banana Boat» landete Harry Belafonte im Jahre 1956 einen Welthit. «Wir sind stolz auf unsere coole Jugendmusik» sagte Arthur Oegerli bei seiner Begrüssung.

Nicht typisch russisch

Ein altrussischer Marsch, mit dem Titel «Der Held», komponiert von Uwe Krause-Lehnitz machte den Auftakt, wiederum unter der Stabführung von Andreas Moser. Wem auch immer dieser Marsch gewidmet wurde, sei dahingestellt, jedenfalls war die Musik nicht unbedingt typisch russisch oder gar militärisch, sondern sehr wohlklingend und passend zum Motto.

Der Schweizer Komponist Franco Cesarini liess sich auf einer Russlandreise von den Schönheiten der Lieder und traditionellen Tänze der Kosaken zu einem Arrangement für Blasorchester inspirieren. Ins Reich der Träume entführte die Musik von Bruce Fraser, geschrieben für eine US-amerikanische Fantasy-Fernsehserie. Zu hören war die Titelmusik zu «Game of Thrones».

Der Moderator spann immer wieder einen Bogen zum Motto des Konzertes und zog dabei auch das Publikum mit ein. «Wen darf man als Held oder Legende bezeichnen», fragte er immer wieder? Von Wilhelm Tell bis Roger Federer gab es viele Nominationen, so auch der unvergessliche, leider all zu früh verstorbene Berner Liedermacher, Mani Matter. Nach der Pause kamen die Helden des Sägemehls zu Ehren.

Bligg hat den Rapp «Legändä und Heldä» als offizielle Hymne des eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2010 in Frauenfeld geschrieben. Zur grossen Überraschung trat Adrian Wicki als Rapper auf und wurde dabei stimmlich unterstützt von seiner Frau Susanne.

Damit ein Rapp Einzug in die Blasmusik schaffte, sorgte Arrangeur Mario Bürki. Mit «The Story of King Arthur» von Filip Ceunen wurde eine inspirierende Legende aus dem Mittelalter aufgenommen und heroisch dargeboten. Vor der offiziellen Schlussnummer konnte Arthur Oegerli zwei zu Eidgenössischen Veteranen ernannte Musikanten nochmals gratulieren. Einerseits Armando Ghilardelli, dem Vater der Jugendmusik, und andererseits Othmar Kunz, dem ältesten aktiven Musikanten der MG Härkingen.