Das diesjährige Motto «Legände und Höude» der Mümliswiler Fasnacht wurde relativ breit interpretiert. Von Charlie Chaplin und Muhammad Ali bis hin zu Pamela Anderson waren diverse namhafte Persönlichkeiten am sonntäglichen Umzug vertreten.

Die zwei Obernarrenchesslerinnen Steffi Tschan und Ingrid Jäggi, kurz «Tschäggis», die das vielversprechende Motto vorgaben, erschienen allerdings in äusserst klassischer, aber passender Kluft: als tapfere Kriegerinnen mit Pferd und Kutsche.

Mümliswiler Legenden waren mit dabei

Das Thema passe gut zum Dorf, sagte der eingefleischte Fasnächtler Roger Walter. Mümliswil habe doch selber bereits einige Legenden und Helden zu bieten, so der Präsident des Guldentaler Fasnachtskomitees.

Es waren unter anderem Ortslegenden und Skispringer Fredi Neuenschwander, besser bekannt als «Färdi», und Hans Schmid gleich im Doppel anwesend: als Fasnachtsdoppelgänger und im Original.

Umzug hatte sieben Minuten Verspätung

Um 14 Uhr war gefühlt das ganze Dorf auf dem Dorfplatz versammelt und wartete gespannt auf den Fasnachtsumzug, der um 14.01 Uhr losgehen sollte.

Mini-Versionen von Batman und Spiderman, Prinzessinnen und Astronauten warfen bereits munter Konfetti herum, als — sieben Minuten später als geplant — zwei Böller den Start des Umzugs ankündigten.

Obernarren verteilten Schokoküsse

Angeführt von der Gugge «Kilts Basel» folgte die Steelband «Kanofetti», die ihren Wagen der Reggae-Legende Bob Marley gewidmet hatte. Mit bunten Kostümen und Konfetti stimmten sie das Dorf auf die weiteren Wagen ein.

Während ehemalige Obernarrinnen und -narren Schokoküsse an die Zuschauer verteilten, fuhr der Wagen der Tambouren aus Mümliswil-Ramiswil vorbei. Ihr Thema passend zum Motto: der Bau des Passwang-Tunnels im Jahre 1931. 55 Stunden Arbeit seien in den Bau des Wagens, der den Tunnel und die Arbeiter repräsentierte, investiert worden.

«Mümliswiler Muffesuuser» sorgen für Lacher

«I was made for loving you, baby», ertönte es im Anschluss aus einer kreischenden, die Zungen rausstreckenden Gruppe von Frauen. Ja, auch KISS war in Mümliswil vertreten und machte kurz darauf Platz für allerlei Popkultur-Referenzen: Harry Potter tauchte auf, Hugh Hefner schmuste mit seinen Playgirls, die Rettungsschwimmer von «Baywatch» retteten die im Konfetti ertrinkende Zuschauer und Darth Vader verteilte zur Abwechslung einmal Getränke und Süsses, anstelle von Würgegriffen.

Das Schlusslicht bildeten die «Mümliswüuer Muffesuuser», eine kurzerhand auf die Beine gestellte Gugge, die mit einer grauenhaften Wiedergabe von «Alli mini Äntli» für Lacher sorgten. Sie bildeten den Abschluss und machten Lust auf das weitere fasnächtliche Treiben im Fasnachtsdorf Mümliswil.