Getreu dem Motto «höllisch heiss» waren am Balsthaler Fasnachtsumzug rund 40 höllisch heisse Nummern zu sehen und zu hören. Selbst ein eingefleischter Fasnachtsmuffel hätte kleine bis grössere Fasnachtsregungen verspürt.

Sascha Spring als Umzugsmoderator konnte vom Kornhausplatz aus eine sehr grosse Fasnachtsgemeinde willkommen heissen. Die zahlreichen Guggenmusiken aus dem Thal und von «vor dem Berg» boten mit ihren farbenfrohen und originellen Kostümen sowie ihrem Sound nicht nur besten Ohren- sondern auch Augenschmaus.

Von der Riesenschnecke bis zum Ice Cream Truck

So scheinen sich die Wagenbauergruppen auch jedes Jahr übertreffen zu wollen. Die Füürschnägge aus Matzendorf zum Beispiel schlichen mit einer Riesenschnecke, die einen Hydranten erklimmen wollte, durch die Herrengasse.

Fasnachtsumzug in Balsthal 2019

Mit einem monumentalen rosaroten Ice Cream Truck erschien die Fasauke- Zunft aus Niederbipp. Nur verschenkten sie keine Ice Creams, sondern deckten die Zuschauer nur mit Konfetti ein.

Zwischen Engeln und Teufeln

Den Umzug führten Flaschen mit der Aufschrift «Tabasco» an — also ein höllisch scharfer Anfang. Sie waren Sieger der Maskenprämierung am Maskenball. Das Motto nahmen auch der Blauring und die Jungwacht auf. Sie lieferten als Teufel eine Vorahnung für das Leben in der Hölle.

Als Ausgleich zu den Gehörnten waren aber doch noch einige — scheinheilige — Engelein auszumachen. Höllisch heiss ging es bei den Sack Zemänt zu und her: Sie stellten die harte Arbeit in der ehemaligen Giesserei in der Klus dar und schufen so die Verbindung zum Motto.

«Trump mit seiner Mauer, macht alle höllisch sauer»

Auch war etwas Erstaunliches zu beobachten: Die Oldie-Girls fusionierten für dieses Jahr mit den Grunzern. Auf ihrem Wagen, der ein weisses Haus trug, war zu lesen: «Trump mit seiner Mauer, macht alle höllisch sauer.» Die Oldie-Girls, als Nachbarinnen von Trump, also als Mexikanerinnen, bauten während des Umzugs immer wieder eine Mauer aus grossen Quadersteinen auf.

Etwas Lokalkolorit brachten die Höckeler. Obwohl ihr Name sagt, dass sie gerne etwas «höckelen», geht es ihnen im Hotel Bahnhof doch etwas zu lange. Deshalb ihre Feststellung: «Bizli warte, das macht nüt, nimm doch no chly Vino, seit der Roberto, dein Essen schmeckt dann piu bono!»

Die Macarenas fanden eine neue Wärmeerzeugung. Sie nahmen die vielen «kkB»-Beschwerden (kritisch-konstruktive Bauschtler) aufs Korn: «Die viele kkB-Beschwärde si gar nid so e Scheiss, mir heize drmit öisi Sauna. Das wird höllisch heiss.»

Die Chnuppesager bezogen das Motto auf sich selber und betätigten sich als Schlussgruppe des Umzugs als höllisch heisse Rettungsschwimmer.