Egerkingen
Altes Schützenhaus ist «für das Dorf ein Schandfleck»

Das alte Schützenhaus an der Solothurnerstrasse in Egerkingen sieht aus wie ein Abbruchobjekt. Das soll sich bald ändern, wie der Präsident der Schützengesellschaft verspricht.

Erwin von Arb
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Das alte Schützenhaus in Egerkingen an der Kantonsstrasse zwischen Egerkingen und Oberbuchsiten befindet sich seit längerer Zeit in desolatem Zustand.

Das alte Schützenhaus in Egerkingen an der Kantonsstrasse zwischen Egerkingen und Oberbuchsiten befindet sich seit längerer Zeit in desolatem Zustand.

Bruno Kissling

Das einstige Egerkinger Schützenhaus an der stark befahrenen Kantonsstrasse H5 zwischen Egerkingen und Oberbuchsiten befindet sich schon seit Jahren in keinem besonders guten Zustand.

Augenfällig wird dies vor allem bei der mit Eternit verkleideten Fassade auf der Südseite im Bereich des Eingangs. Fast die Hälfte dieser Eternitelemente fehlen und es werden Jahr für Jahr mehr.

Einen nicht besseren Eindruck hinterlassen die aus Holz gefertigten Fenster und Rollläden, die mehr als nur einen neuen Farbabstrich nötig hätten. Gleiches gilt für die teilweise auf ihren Führungen gefallenden Aluminium-Rollläden auf der Nordseite des Gebäudes.

Blitz zerstörte Kamin

Neu dazu gekommen ist Bauschutt, welcher seit über zwei Monaten auf der Vorderseite des Gebäudes hinter einer Absperrung am Boden liegt. Dabei handelt es sich um Bruchstücke des Kamins, welcher in Juni von einem Blitz getroffen und heruntergestützt ist, wie der Egerkinger Bauverwalter Markus Thommen auf Anfrage erklärt.

Warum der Kamin noch nicht repariert ist und ob die Schützengesellschaft Egerkingen als Besitzerin gar einen Abbruch für die als Jungendraum genutzten Liegenschaft ins Auge fasse, entziehe sich seiner Kenntnis.

Richard Wagner stellt als Präsident der Schützengesellschaft klar, dass ein Abriss kein Thema sei. Die Übereste des vom Blitz zerstörten Kamins seien so langen liegen geblieben, weil der mit den Reparaturarbeiten beauftragte Baumeister bisher keine Zeit gehabt habe, diese wegzuräumen.

Die Gebäudeversicherung hat die Regulierung des Schadens zugesagt. Klar sei auch, dass das Gebäude Jugendlichen wie bereits seit rund zehn Jahren weiter zur Verfügung gestellt werde, damit sie sich dort treffen oder Partys veranstalten könnten. Eine Party sei letztes Wochenende über die Bühne gegangen. Dem äusseren Erscheinungsbild zu Trotz würden sich der Innenraum nämlich in einem Top-Zustand befinden, wie Wagner erwähnt.

Verein hält an Liegenschaft fest

Den Jugendlichen könne für den äusseren Zustand der Liegenschaft kein Vorwurf gemacht werden. Wenn die Mittel und gesponserte Materialen zu Verfügung stünden, würden diese mit Sicherheit mit anpacken, wenn es um die Instandstellung der Bausubstanz gehe. Dass das Gebäude saniert werde, stehe für die Schützengesellschaft ausser Frage.

Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi bestätigt den Einsatzwillen der Jugendlichen im Dorf. Einige von ihnen seien schon mehrfach bei ihr vorstellig geworden, um sich nach einer allfälligen Unterstützung durch die Gemeinde zu erkundigen.

Allerdings gebe es bislang kein Projekt, in welchem der Umfang der Arbeiten sowie die Kosten aufgeführt seien. «Wenn eine solche Kostenschätzung vorliegt, können wir über einen Beitrag der Gemeinde reden». Nicht zuletzt auch, weil die Gemeinde damit dazu beitragen könnte, dass die Liegenschaft endlich wieder auf Vordermann gebracht wird.

Mehrfach im Rat ein Thema

Das alte Schützenhaus sei in letzter Zeit mehrfach im Gemeinderat thematisiert worden, wie die Gemeindepräsidentin bemerkt. «Aktuell ist das Gebäude ein Schandfleck für das Dorf. Ich hoffe, das bleibt nicht mehr allzu lange so.»

Die Chancen dafür stehen offenkundig gut, wie ein am Freitagnachmittag durchgeführter Augenschein an der Solothurnerstrasse in Egerkingen zeigte. Die erwähnten Trümmerteile des vom Blitz getroffenen Kamins sind inzwischen vom Vorplatz verschwunden und vor dem Eingang des alten Schützenhauses stand der Lieferwagen eines Handwerkers.