In Welschenrohr war es bisher möglich, der Seifenmanufacture der Familie Wälchli auf Voranmeldung und gruppenweise an einem Samstag einen Besuch abzustatten, um mit einer Führung zu erfahren, wie denn eigentlich das Naturprodukt Seife entsteht. «Immer wieder mal wurden wir von Individualkunden befragt, ob nicht auch ein spontaner Besuch während der Produktionszeiten möglich wäre», erzählt der Gründer der Firma, Ulrich Wälchli.

Das Ansinnen habe ihm und seiner Familie keine Ruhe gelassen, sodass er bei Region Solothurn Tourismus vorstellig wurde, um mehr über die Möglichkeiten der Präsentation seines Betriebes zu erfahren. «Wir waren sofort begeistert von diesem Betrieb und interessiert daran, eine Lösung zu finden, dieses alte Handwerk Besuchern zugänglicher zu machen», erzählt Nadine Boner, Co-Leiterin im Bereich Marketing und Verkauf bei Region Solothurn Tourismus.

Und so wurde zusammen mit den Unternehmern beschlossen, die Produktionsabläufe sichtbarer und für den Besucher nachvollziehbarer zu gestalten, jedoch gleichzeitig die Aspekte Sicherheit und Hygiene bei der Produktion beibehalten zu können. «Diese beiden Aspekte sind für einen hochwertigen und anerkannten Produktionsablauf besonders wichtig», betont Wälchli. «Sicherheit und Hygiene müssen wir bei unseren Produkten garantieren.» Dies sei vorher auch der Grund gewesen, weshalb Besucherführungen nur dann realisiert werden konnten, wenn die Produktion still stand, was dann aber für den Besucher weniger attraktiv war. Zudem sollten die Mitarbeiter ihre Arbeit weiter ungestört erledigen können. «Unser Ziel war, einen Rundgang durch den Betrieb anbieten zu können, ähnlich wie er in einer Schaukäserei möglich ist», sagt Boner.

Erkennbare Besucherführung

Mit ein paar örtlichen Veränderungen der Produktionsabläufe und einer erkennbaren Besucherführung konnten diese Vorgaben nun erfüllt werden. Die Besucher bekommen nun mittels eines abgegrenzten Rundganges Einblicke in die Seifenproduktion. Dieser Rundgang ist mit einer Holzabschrankung gekennzeichnet. «Wir haben auch einen Tisch bereitgestellt, wo unsere unterschiedlichen Produkte in die Hand genommen werden können, denn die Leute wollen etwas zum Anfassen haben», weiss Wälchli.

«Wir müssen unseren Besuchern immer wieder mal etwas Neues bieten», sagt der Firmenpatron noch und erwähnt, dass er noch einige Ideen habe, sein interessantes Handwerk, die Herstellung von Seifen, Waschmittels und Kosmetikprodukten immer aus Kernseife, zu präsentieren. «Wir sind mittlerweile das einzige Unternehmen in der Schweiz, das so produziert», sagt Wälchli stolz, der mit seiner Firma vor acht Jahren nach Welschenrohr gekommen war.

Attraktives touristisches Paket

«Region Solothurn Tourismus hat jährlich 500 Anfragen und kann 70 Rahmenprogramme von 40 Leistungsträgern anbieten», zählt Nadine Boner auf. «Die Seifenmanufacture passt hervorragend zu unseren anderen Angeboten. So können wir beispielsweise Familien mit einer Fahrt durch den Weissensteintunnel, dem Besuch des Siky-Parks und danach dem Rundgang durch die Seifenmanufacture ein attraktives Paket anbieten.» Das bedeute auch eine grosse Wertschöpfung für die Region, der hintere Thal, sagt sie weiter, denn auch andere Institutionen, wie das Museum Uhr und Zeit oder die Gastro-Betriebe in Welschenrohr könnten so auf Gäste zählen.

Auf die Frage, warum sich Wälchli an Region Solothurn Tourismus gewandt habe und nicht an den Naturpark Thal meint er: «Ich habe mich dort auch gemeldet. Doch es zeigte sich, dass man weniger Interesse an unserem Betrieb hatte. Ich denke, man beschäftigt sich dort eher mit Naturprojekten. Region Solothurn Tourismus hat jedenfalls sofort auf unsere Anfrage reagiert und die Zuständigen sind vorbeigekommen und haben sich alles angeschaut.» Und Nadine Boner sagt: «Wir arbeiten auch schon eng mit dem Hof Montpelon und dem Siky Park, aber auch mit dem Naturpark Thal zusammen».

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8 bis 17 Uhr; weiterere Infos: www.seifensieder.ch

Am 18./19.5. Seifen-Kulturtage 10-17 Uhr.