Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die Fundstelle Heidenäckern beim Weiler St. Wolfgang, unterhalb der Ruine Neu Falkenstein in Balsthal bekannt. Dort stiess 1938 J.L. Karpf auf den bisher bedeutendsten römischen Fund in Balsthal: eine kleine Badeanlage mit Warmwasserbad, Kaltwasserbad, Ankleideraum und anderem. Man nahm damals an, dass in der näheren Umgebung ein Gutshof zu finden sei, zu welchem diese Badeanlage gehören müsse. So wurden der gesamte Umgebung, damals eine einzige grosse Parzelle, unter Altertümerschutz gestellt.

Ortsplanrevision ist "schuld"

Unterdessen wurde das Gebiet in mehrere kleinere Parzellen unterteilt und auf einigen davon sind Bauten geplant. Eine Nachfrage beim Kantonsarchäologen Pierre Harb ergibt: «Konkreter Anlass der Schutzentlassung war die laufende Ortsplanrevision. Da wollten wir saubere Grundlagen schaffen.» Es sei seines Wissens das erste Mal, dass im Kanton Solothurn eine solche Schutzentlassung vorgenommen wurde. «Wir haben im Laufe der Zeit immer wieder das Gebiet nach archäologischen Funden abgesucht, aber keine Hinweise mehr gefunden», sagt er noch.

So sei die jetzt getroffene Massnahme zu vertreten. «Die nun nicht mehr in der Schutzzone liegenden Parzellen, westlich des Fundortes, liegen sehr weit von dem damaligen Fund entfernt.» Würden bei einem Bauvorhaben dennoch archäologische Spuren entdeckt, sei die Bauherrschaft gesetzlich verpflichtet, dies der Kantonsarchäologie zu melden. (frb)