Nachdem das Projekt «Alt und Jung gemeinsam» im letzten Schuljahr mit grosser Begeisterung von beiden Seiten durchgeführt wurde, entschloss man sich, es auch dieses Jahr mit den neun Kindern des 2. Kindergartenjahres Brückenstrasse aus Trimbach durchzuführen. Die offene Heim- und Pflegeleitung Ruttiger in Olten sowie die tollen Aktivierungsfrauen leisteten Unterstützung. Die Schulleitung und die Eltern gaben grünes Licht, und dem Projekt stand nichts mehr im Weg. Das Ziel war, Neues zu erfahren, Hemmungen abzubauen und gemeinsam unvergessliche Stunden zu erleben.

Bilderbuch zum Thema

Die Kinder wurden mit dem Bilderbuch von «Opa Jan» an das Thema herangeführt. Es folgten viele Gespräche über junge und ältere Menschen. Was können Kinder besser, und wann muss man als junger Mensch Sorge tragen, wenn man mit älteren Leuten zusammen ist? Schnell war den Kindern klar, dass das Gehör, die Augen und die Beweglichkeit abnehmen und sie als Junge den Älteren helfen können. Umgekehrt haben die älteren Menschen ein grosses Wissen, sind oft geduldig, lieben Kinder und haben viel Lebenserfahrung.

Welche Hilfen brauchen Senioren? Was ist ein Rollator? Einen solchen konnten die Kinder im Kindergarten ausprobieren. Eine Brille, welche abgeklebt wurde, simulierte das eingeschränkte Sehen. Mit allen Sinnen arbeiteten sich die Kinder in das interessante Thema ein. Von allen Kindern wurde ein verziertes Foto mit dem Namen in den Ruttiger geschickt, damit die Senioren sehen konnten, mit wem sie es in den nächsten vier Wochen zu tun haben würden.

Besuch und Gegenbesuch

Nach den Frühlingsferien kamen acht Seniorinnen und Senioren in den Kindergarten zu Besuch. In einem grossen Kreis wurden Lieder gesungen, welche Jung und Alt gemeinsam gelernt hatten. Die Kinder erzählten den Besuchern das Bilderbuch von Opa Jan. Schnell wurden Kontakte geknüpft, und alle hatten es zusammen gut. Beim gemeinsamen Znüni kamen Gespräche auf.

Eine Woche später erfolgte der Gegenbesuch. Heimleiter Matthias Christ kam persönlich mit dem Bus vorbei, um die Kinder abzuholen, und der lang ersehnte Besuch im «Träffpunkt Ruttiger» konnte beginnen. Die Begeisterung war gross: So viele Tiere, die man bestaunen und streicheln konnte. Natürlich kamen das Singen und die Kreisspiele nicht zu kurz. Die Kinder fühlten sich im Heim sofort wohl.

Mit den Senioren zusammen flochten die Kinder ein Flechtbild und verzierten es. Alle halfen einander. Nachher ging es wieder in den grossen Garten, auf den Spielplatz und natürlich zu den vielen Tieren. Alpakas, Häschen, Schweine, Ziegen mit einem Jungen, Gänse, kleine Schildkröten und die Riesenschildkröten begeisterten alle Kinder. Gross und Klein hatten Spass. Zum Glück war dies erst der erste der drei Morgen, welche sie im Ruttiger verbringen durften.

Besichtigung der Räumlichkeiten

Beim zweiten Mal wussten die Kinder bereits, wie der Besuch ablaufen würde. Die beiden Aktivierungsfrauen Susanne von Arb und Vreni Liechti erwarteten die Schar vor dem Ruttiger. Zuerst ging es in das Büro des Heimleiters. Der kleine Hund Wicki der Haushaltsleiterin wurde begrüsst. Nachher ging die Besichtigung weiter in der Waschküche mit den grossen Waschmaschinen. Sogar ein Hallenbad gab es im Ruttiger zu entdecken. In der Werkstatt konnten die Kinder mit allen Sinnen die Herstellung eines Holzkugelschreibers miterleben. Ein schön eingerichtetes Zimmer einer Seniorin erweckte das Interesse. Beim Bett gab es einen Halter und einen roten Knopf, mit welchem Hilfe angefordert werden kann, erklärte die fitte Seniorin.

Die Senioren warteten schon im grossen Saal. Die Kinder zeigten ein paar Kreisspiele vor, welche von den Senioren mit Applaus belohnt wurden. Anschliessend staunten die Kinder, als Vreni Liechti und Susanne von Arb viele Teigstückchen verteilten. Danach setzten sich alle an die Tische und es ging ans Kneten des Zopfteigs. Es entstanden Schmetterlinge, Grittibänze, Pizzas und Fantasiegebilde. Jung und Alt waren mit Elan dabei. Die Senioren waren begeistert, wie geschickt die Kinder ihre Teige bearbeiteten. Trotzdem waren die Kinder auch froh, wenn sie die Senioren um Hilfe fragen konnten. Bald war auch dieser ereignisreiche Morgen vorbei.

Alpakawolle und Glücksstein

Und schon war der letzte Morgen des Projekts «Alt und Jung gemeinsam» gekommen. Die Sonne schien, und die Kinder konnten zuerst den Spielplatz geniessen und die Tiere begrüssen. Im grossen Saal warteten die Senioren. Nebst den Schweizerliedern zeigten die Kinder verschiedene Bewegungsspiele. Die Bewohner wurden bestens unterhalten, und die Kinder hatten Freude an den Zuschauern und waren mit Eifer dabei.

Dann stellten Jung und Alt aus der weichen Alpakawolle der Ruttiger Alpakas einen eingefilzten Stein als Glücksstein her. Als es geschafft war, war die Freude gross und jeder Glücksstein ein Unikat. Wie im Flug verging der letzte Morgen. Der ganze Ruttiger mit seinen zwei- und vierbeinigen Bewohnern war allen ans Herz gewachsen. Dieses Projekt wird für alle ein unvergessliches Erlebnis bleiben.