Am 1. Januar 2008 schlossen sich die Bürgergemeinden Balsthal und Mümliswil-Ramiswil im Forstwesen zur Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Balsthal/Mümliswil-Ramiswil zusammen. Am 22. Februar 2012 teilte das Amt für Gemeinden mit, dass die damalige Rechtsform der FBG nur noch bis Ende 2017 gültig sei. Bis zu diesem Zeitpunkt sei eine Migration in eine neue Rechtsform zwingend. Die Forstbetriebskommission zauderte nicht lange und machte sich an die Arbeit, um die Vorgaben des Kantons zu erfüllen. Dieser Arbeitsgruppe gehörten an: Helene Eggenschwiler, Kilian Bader, Paul Bader, Bruno Baschung Hansjörg Grolimund (Vorsitz) und Fritz Moser.

Zweckverband gegründet

Nach zahlreichen Sitzungen und Abklärungen schlug die Arbeitsgruppe zuhanden der Bürgerräte und der Bürgergemeindeversammlungen vor, die FBG in einen Zweckverband umzuwandeln. Um für einen starken Marktauftritt und für zukünftige Anforderungen bereit zu sein, wird der Forstbetrieb ab 1. Januar 2015 unter dem Namen «Forst Thal, ein Unternehmen der Bürgergemeinden Balsthal & Mümliswil-Ramiswil» auftreten. Im September dieses Jahres stimmten die Bürgergemeindeversammlungen von Balsthal und Mümliswil-Ramiswil dem Wechsel in eine neue Rechtsform zu, genehmigten die Statuten und bestimmten die Delegierten.

Die Delegierten trafen sich im Bürgerhaus in Balsthal zur ersten Versammlung. Hansjörg Grolimund konnte dazu auch Gäste aus andern Thaler Gemeinden sowie die Mitarbeitenden begrüssen. Als erste Amtshandlung galt es, den Vorstand und den Präsidenten zu wählen. Namens der vorbereitenden Arbeitsgruppe schlug Paul Bader den Balsthaler Hansjörg Grolimund als ersten Präsidenten von «Forst Thal» vor. Sowohl der Vorstand wie auch der Präsident wurden einstimmig gewählt.

Aktiv Werbung machen

Rückblickend auf die vergangene arbeitsintensive Arbeit sagte der neu gewählte Präsident: «Im kommenden Jahr werden wir etwas kleinere Brötchen backen als im Jahr 2014.» Ein wichtiges Ziel sei für ihn unter anderem, «Forst Thal» mit aktiver Werbung bekannt zu machen. Betriebsleiter Kilian Bader stellte seine Ziele und Projekte in den Bereichen Personal, Holzproduktion und Dienstleistungen vor. Dabei denkt man zum Beispiel an die beachtlich grosse Waldfläche auf Gemeindegebiet Mümliswil-Ramiswil, die in Privatbesitz ist und Bewirtschaftungspotenzial aufweist. Aber auch Privatpersonen können Forst Thal beauftragen, grosse einzelne Bäume zurückzuschneiden oder fällen zu lassen.

Offen für eine Ausweitung

Der Stellenplan und das neue Personalreglement gaben zu keinen Diskussionen Anlass. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass mit der neuen Rechtsform und den erarbeiteten Grundlagen eine Erweiterung von «Forst Thal» auf zusätzliche Gemeinden einfach und unkompliziert realisierbar wäre.

«Warum auch nicht?», lässt sich hierzu fragen, schliesslich gibt es einen Naturpark Thal, einen Verein Region Thal und eine Spitex Thal. Auf Nachfrage sagt Zweckverbandspräsident Hansjörg Grolimund dazu, dass man bei der Namenswahl «schon ein wenig vorausgedacht» habe. Es wäre ja immerhin denkbar, dass es dereinst im Forstwesen eine bezirksweite Organisationsform geben könnte. «Wir sind offen, werden dies aber nicht aktiv von uns aus angehen», betont Grolimund.

100 000 Franken Überschuss

Helene Eggenschwiler präsentierte das Budget 2015. «Forst Thal» rechnet mit einem Ertragsüberschuss von 96 390 Franken, dies bei einem Aufwand von 1,564 Mio. Franken und einem Ertrag von 1,660 Mio. Franken. Der Gesamtumsatz ist im Vergleich zum Budget 2014 um 55 800 Franken auf 1,660 Mio. Franken gestiegen. Für das Jahr 2015 sind keine Investitionen geplant. Als Abschluss der ersten Delegiertenversammlung wurden die Statuten durch die Präsidenten der Bürgergemeinden und den Bürgerschreiberinnen unterzeichnet. «Forst Thal» kann bereits mit einer ganz neuen Website aufwarten: www.forst-thal.ch