Oensingen
Als der Schlosspark noch einem Urwald glich: 40 Jahre Seniorengruppe Roggenfluh

Heute vor 40 Jahren begann die Seniorengruppe Roggenfluh, das Areal um die Neu-Bechburg in Oensingen zu pflegen.

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Der Verein Freunde Schloss Neu-Bechburg hat seit dem 22. Mai eine neue Präsidentin. Bruno Kissling

Der Verein Freunde Schloss Neu-Bechburg hat seit dem 22. Mai eine neue Präsidentin. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Wer sich hin und wieder mal in den Schlosspark begibt, wird feststellen, dass das Waldgebiet um Schloss Neu-Bechburg herum in geordnetem und gesäuberten Zustand anzutreffen ist. Die Mitglieder der Seniorengruppe Roggenfluh leisten seit 40 Jahren Fronarbeit und sorgen dafür, dass der Schlosspark ein willkommener Begegnungsort ist.

Die eigentliche Gründung der Seniorengruppe Roggenfluh geht ins Jahr 1977 zurück. Bei einem Ausflug ins Kernkraftwerk Gösgen diskutierten die Senioren über die Geburt und den Zweck einer Seniorengruppe. Einstimmig beschlossen sie, eine solche unter dem Namen «Seniorengruppe Roggenfluh Oensingen» zu vollziehen. Walter Bobst war der erste Obmann der Gruppe und hatte dieses Amt bis 1987 inne. Nachdem ein Jahr zuvor das Schloss Neu- Bechburg in eine Stiftung überging, beschloss die Bürgergemeinde Oensingen, sich vor allem um den Schlosspark zu bemühen und gründete zu diesem Zweck die Schlosspark-Kommission. Diese beriet, in welchem Umfang die Instandstellungs- und Renovationsarbeiten auf dem Areal um das Schloss herum ausgeführt werden sollen.

Die Aufgabe der Seniorengruppe Roggenfluh bestand vorerst darin, die spärlich vorhandenen Wege zu pflegen, anderseits aber auch neue Wege und Verbindungen zu realisieren und zu unterhalten. Anfangs waren es auch noch Schüler aus der damaligen Werkklasse, die anstelle des Unterrichts, unter fachkundiger Leitung ihres Lehrers Waldemar Bobst, im Schlosspark Hand anlegten.

Der erste offizielle Arbeitsnachmittag fand am 22. November 1979 statt: 16 Personen (14 Männer und 2 Frauen) starteten zum Vorhaben «Freiwilligenarbeit». Die Motivation war von Beginn weg gross. Die nächsten Arbeitsnachmittage leisteten sie in den Folgewochen. Der Einsatz von Maschinen war zunächst nicht möglich, die Seniorengruppe erledigte alles in aufwendiger Handarbeit.

Zu Beginn der Arbeiten im Jahre 1979 sah der Schlosspark aus wie im Urwald, alles war «drunter und drüber». Vorerst musste das vermoderte Holz gesammelt und verbrannt werden. Erst anschliessend versuchten die Seniorinnen und Senioren mit Pickel und Schaufel die bestehenden Parkwege sukzessive wieder herzurichten und begehbar zu machen. Dauernd fasste die Gruppe neue Projekte ins Auge. So etwa im Jahre 1982, als sie das Blockhaus (als Materiallager) erstellte, das «Teehüsli» rekonstruierte und verschiedene Brunnen wieder in Betrieb nahm. Insbesondere für den Nierenweiher (1982) wendeten die Senioren viel Zeit auf.
Die Seniorengruppe machte sich auch Gedanken dazu, wie sie die Arbeit wertschätzen könnte. Heute vergibt die Roggenfluh den Orden «Ritter von Bechburg» für einhundert Einsatzstunden.

Erst war dieser Vorschlag der Bürgergemeinde verworfen worden.
Seit nun vierzig Jahren wird im Schlosswäldli von Frühling bis Herbst aktiv gearbeitet. Die Mitglieder der Seniorengruppe bringen den Schlosspark an Mittwoch-Nachmittagen auf Vordermann. (bwh)

Einst ein gepflegter Park  ...

Das heutige Schlosswäldchen, etwas unterhalb der Neu-Bechburg gelegen, war in früherer Zeit eine eigentliche Parkanlage. Damals gehörte der mit verschlungenen Wegen, mit lauschigen Plätzchen und einladenden Ruhebänken, mit Springbrunnen und Teehäuschen, mit lieblich rauschendem Wasserfall, mit schattenspendenden Prachtsbäumen und aussichtsreichem Känzeli zu Füssen des Westturms der Burg zum integren Bestandteil der ganzen Schlossanlage und war, zumindest in den Sommermonaten, ein beliebter Aufenthaltsort der Schlossbesitzer und deren Gäste. Den Unterhalt liess man sich einiges kosten, war doch dafür jahrzehntelang eigens ein Gärtner angestellt. Wohl aus Kostengründen überliess man den Schlosspark in den letzten Jahrzehnten seinem Schicksal. Als Folge wuchsen Bäume und Pflanzen unkontrolliert und die bestehenden Einrichtungen zerfielen.

Kurz nach dem Kauf der Neu-Bechburg im Jahre 1975 durch den Oensinger Ehrenbürger Dr. Walter Pfluger und der kurz danach erfolgten Umwandlung in eine Stiftung erklärte sich die Bürgergemeinde Oensingen bereit, sich Schloss und Park anzunehmen. (bwh)

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