Laupersdorf
Alphornunterricht kommt an der Musikschule nicht zu Stande

Der Gemeinderat lehnt Alphornspielen als Musikschulfach ab, bewilligt aber das Projekt der Bläserklasse. Dabei musizieren die Schülerinnen und Schüler während einer normalen Lektion mit Blas-und Schlaginstrumenten.

Rudolf Schnyder
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Zwei Schüler wollten in Laupersdorf Alphornspielen lernen. (Symbolbild)

Zwei Schüler wollten in Laupersdorf Alphornspielen lernen. (Symbolbild)

Keystone

In der ersten Sitzung unter Leitung des neuen Gemeindepräsidenten Edgar Kupper (CVP) wurden die Ratsmitglieder vereidigt und Dieter Bruttel (FDP) erneut zum Gemeindevizepräsidenten gewählt. Als Fraktionschefs wurden Peter Dietschi (CVP), Dieter Bruttel (FDP) und Beat Künzli (SVP) bestimmt.

Musikschulleiter Walter Vonarburg hatte mit Unterstützung der Fachkommission Schule Antrag gestellt, das Fach Alphorn in das Angebot der Musikschule aufzunehmen. «Das schweizerische Nationalinstrument darf im Angebot nicht fehlen. Bei der Bevölkerung erfreut sich das Alphorn stark zunehmender Beliebtheit», erwähnte Vonarburg.

Mit dem Unterricht werde schweizerisches Kulturgut gefördert und als «Kinderfreundliche Gemeinde der Unicef» sollte Laupersdorf dieses Angebot bereitstellen. Pro Schüler fallen jährlich rund 2000 Franken Kosten an, davon 500 Franken für die Eltern. Hinzu kommt noch die Subvention vom Kanton. In Laupersdorf möchten zwei Schüler bei Peter Baumann Alphornlektionen besuchen.

Anmeldung war nicht möglich

Dieter Bruttel (FDP) stellte den Antrag, das Begehren sei abzulehnen. Gemäss Musikschulreglement werde das Fach Alphorn nicht angeboten. Bei der Ausschreibung für das Schuljahr sei es nicht aufgeführt und somit wäre auch keine Anmeldung möglich gewesen.

Man könne nicht plötzlich das Fächerangebot erweitern, nur weil zwei Schüler Interesse bekunden. Der Gemeinderat lehnte den Antrag mit drei gegen zwei Stimmen bei vier Enthaltungen ab.

Neu mit Bläserklasse

Als Pilotprojekt wird im Schuljahr 2013/14 in Laupersdorf an der Primarschule eine Bläserklasse geführt. Diese haben sich in der ganzen Schweiz etabliert, im Kanton Thurgau sogar als obligatorisches Pflichtfach, und im Thal sind Bläserklassen in Aedermannsdorf/Herbetswil und Matzendorf realisiert. In einer Bläserklasse musizieren die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse wöchentlich während einer normalen Lektion mit Blas- und Schlaginstrumenten, die zur Verfügung gestellt werden.

Das Projekt dauert versuchsweise ein Jahr. Geleitet wird die Bläserklasse von Hans Burkhalter (Zuchwil). Er ist Dirigent der «Konkordia» Balsthal, Musiklehrer an verschiedenen Schulen im Kanton und leitet bereits mehrere Bläserklassen.

Für die Kosten kommt die Brass Band Frohsinn auf, welche auch die Instrumente zur Verfügung stellt. Der Unterrichtsbetrieb der Musikschule wird nicht beeinflusst.

Einige Ratsmitglieder äusserten Bedenken wegen der zusätzlichen Belastung (Früh-Französisch, Früh-Englisch, Vorbereitung des Übertritts in die Oberstufe). Ohne Üben zu Hause könne man kein Blasinstrument erlernen, bemerkten sie.