Verein Thaler Landschaft ohne Windräder
Allemann im Kampf gegen die Windräder: Der Verein hat einen neuen Präsidenten

Der Verein Thaler Landschaft ohne Windräder steht mit Marcel Allemann unter neuer Führung. Der Gemeindepräsident von Matzendorf löst Roland Stampfli im Amt ab.

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Marcel Allemann ist der neue Präsident des Vereins Thaler Landschaft ohne Windräder.

Marcel Allemann ist der neue Präsident des Vereins Thaler Landschaft ohne Windräder.

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Mit Bedauern wurde an 3. Generalversammlung des Vereins Thaler Landschaft ohne Windräder (TLoW) die Demission von Präsident Roland Stampfli zur Kenntnis genommen werden.

Aus Überzeugung hatte der Balsthaler Gemeindepräsident seinerzeit spontan seine Hilfe zugesagt und dem Verein zum nötigen Gewicht verholfen. Immerhin habe während seines Wirkens mit tatkräftiger Mithilfe des Gemeinderates von Laupersdorf der Windpark Schwängimatt «gebodigt» werden können, wurde an der Versammlung bemerkt.

Ebenfalls ins zweite Glied treten wird Naturschutzpionier Kuno Fluri aus Solothurn. Zum Nachfolger von Roland Stampfli wurde der Matzendörfer Gemeindepräsident Marcel Allemann gewählt. Bekannt als kämpferischer und engagierter Thaler, will er sich mit Herzblut für den Erhalt der schützenswerten Juralandschaft einsetzen.

Bundesgerichtsurteil macht Mut

Ein Blick auf das vergangene Jahr stimmt den TLoW optimistisch: Ende 2017 hiess das Bundesgericht die Beschwerde mehrerer Naturschutzorganisationen gegen den geplanten Windpark im Naturpark Gantrisch gut. Das Urteil wurde vom Kantonsgericht Fribourg bestätigt.

Nebst vielen andern Punkten wurde in der Begründung des Urteils besonders das Fehlen einer bereits auf Richtplanstufe vorgenommenen Interessenabwägung zwischen Landschaft und Natur und der Produktion von Windenergie bemängelt. Eine solche Abwägung habe im Kanton Solothurn ebenfalls nie stattgefunden, wie dazu bemerkt wurde.

Der TLoW erachte die Festsetzung von Industriezonen in der Juraschutzzone, heuer 75 Jahre in Kraft, nach wie vor als illegal. Zudem sei davon auszugehen, dass das Bundesgerichtsurteil auch für den Naturpark Thal wegweisend sein dürfte, insbesondere im Hinblick auf die anstehende Erneuerung des Labels.

Mut mache auch der Verzicht der Centralschweizerischen Kraftwerke auf den Windpark in Triengen LU sowie der starke Widerstand mehrerer Organisationen aus den Kantonen Aargau, Solothurn und dem Jurapark Aargau gegen den geplanten Windpark Burg bei Kienberg.

Auf Anfrage des TLoW bei der Hydroelectra, der Investorin des geplanten Windparks auf dem Scheltenpass, sei nichts Konkretes zu vernehmen gewesen. Um in dieser Sache für allfällige juristische Auseinandersetzungen gewappnet zu sein, ermächtigte die Versammlung den Vorstand, für kurzfristig anfallende Gerichts- oder Anwaltskosten über 2000 Franken verfügen zu dürfen.

Die Dachorganisation Paysage Libre Suisse– Freie Landschaft Schweiz der Windkraftkritiker heisst neu Schweizerischer Verband für eine vernünftige Energiepolitik und Raumplanung. Ihm gehören 25 Organisationen an. An der Generalversammlung vom 21. Mai wurde die Nein-Parole gegen das am 21. Mai zur Abstimmung gelangende Energiegesetz beschlossen. Dieser schliesst sich der TLoW trotz positiver Aspekte an. Gründe seinen die geplante gigantische Zerstörung der Höhenzüge, auch in Schutzgebieten, mit bis zu 1000 Windrädern bis 2050.

«Schlechte Ökobilanz»

Damit könne bestenfalls ein Zwanzigstel des Stromverbrauchs gedeckt werden, kritisiert der TLoW. Der Landschaftsschutz würde massiv untergraben, Einsprachemöglichkeiten stark eingeschränkt. Und dies in Gebieten mit der grössten biologischen Vielfalt der Schweiz. Als Kollateralschaden werde ausserdem der Tod von Zehntausenden von Vögeln und Fledermäusen in Kauf genommen.

Die Windindustrie sei eine subventionierte Kapitalanlage mit extrem schlechter Ökobilanz. «Wir alle unterstützen mit einem Teil des Netzzuschlags ungewollt eine Tötungsmaschinerie. Nachhaltig ist bei der Windenergie einzig die Zerstörung von Natur und Landschaft», so der TLoW. (pbm/eva)