Wolfwil
Alle Jahre grüsst die Köcherfliege: Ehepaar sichtet riesigen Insektenschwarm

Ein Ehepaar aus Horriwil SO sichtete am Sonntagnachmittag in Wolfwil einen grossen Insektenschwarm. Der Gemeindeschreiber Paul Jäggi reagiert gelassen.

Patrik Lützelschwab
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Besonders an der Aare sind die Köcherfliegen gehäuft vorzufinden.

Besonders an der Aare sind die Köcherfliegen gehäuft vorzufinden.

Martin Trüssel

«Gestern haben in Wolfwil flächendeckend eine wahre Invasion von unbekannten Insekten gesichtet», schrieb das Ehepaar Widmer in einer Mitteilung am Montag. Monika und ihr Ehemann Martin Widmer aus der Wasserämter Gemeinde Horriwil statteten am Sonntag einen Besuch in der Pfarrei Wolfwil ab, um eine Ausstellung von Marienbildern zu besichtigen.

Eigentlich wäre es ein ganz normaler Sonntagnachmittag gewesen, bis sie einen grossen Schwarm Insekten ausmachten. «Das waren so viele Insekten, es müssen Abertausende gewesen sein, die in Schwärmen aufgekreuzt sind», erinnert sich Martin Widmer auf Anfrage. Um welche Insekten es sich handelte, darauf konnte Martin Widmer keine Antwort liefern. «Mir schien es, als wäre dies eine Art Flugameisen gewesen. Die Insekten waren überall im Dorf, vornehmlich aber an warmen Hauswänden, am Friedhof und bei der Kirche gab es massenhaft Insekten», schildert Widmer die Situation. Sie hätten auch mit anderen Menschen im Dorf über das Ereignis gesprochen und diese berichteten ebenfalls von einem Insektenschwarm. Allerdings hätten auch sie keinerlei Ahnung gehabt, um welche Art es sich dabei handelt. Dass es aber Flugameisen waren, bezweifelt Monika Widmer: «Sie waren eher von länglicher und brauner Natur, für die Leute im Dorf musste dies sicherlich eine Plage gewesen sein». Sie vermutete, die Insekten könnten von der Aare her kommen.

An der Aare ist es dem Insekt besonders wohl

Mit ihrer Vermutung liegt Monika Widmer richtig. Gelassen hingegen reagiert der Gemeindeschreiber von Wolfwil Paul Jäggi. «Das sind ganz gewöhnliche Köcherfliegen, die jedes Jahr in riesigen Schwärmen fliegen», versichert er auf Anfrage. Dabei spielt die Aare eine entscheidende Rolle, denn hier finden die Insekten einen idealen Platz zum Brüten vor. «Jetzt bei diesem Wetter sind sowieso nicht so viele Insekten draussen, sobald es jedoch wärmer wird, kommen diese massenweise wieder hervor. Nicht nur Wolfwil ist davon betroffen, sondern generell Gemeinden an der Aare», sagt der Gemeindeschreiber.

In der Schweiz existieren rund 302 Arten der Köcherfliegen, wovon aber 190 auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen. Sie kommen in allen Gewässertypen wie Seen, Flüssen oder Bächen vor, egal ob im Tiefland oder hoch oben in den Alpen. Die bräunlichen Tiere weisen gewisse Ähnlichkeiten zu Faltern auf, bilden jedoch eine eigene Ordnung innerhalb der Insekten. Ihre Larven bevorzugen meist sehr sauerstoffreiche Gewässer. Eine Plage oder Gefahr stellen jedoch nicht dar. «Die machen niemandem was, halten jetzt ihre Paarungstänzchen ab und legen ihre Eier. Die Eier und Larven dienen als wichtiges Fischfutter», sagt Jäggi.

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