Energie

AKW Gösgen muss wegen Öl im Generator erneut vom Netz

Der Produktionsunterbruch im AKW Gösgen könnte eine Woche dauern

Der Produktionsunterbruch im AKW Gösgen könnte eine Woche dauern

Das AKW Gösgen ist am Donnerstagmorgen vom Netz gegangen. Während des laufenden Probebetriebs des neuen Stromgenerators war ein weiteres Problem aufgetreten. Der Produktionsunterbruch wird voraussichtlich mindestens eine Woche dauern.

Aus noch unbekannten Gründen gelangte eine geringe Menge Dichtöl ins Innere des Generators, wie die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG (KKG) mitteilte.

Das austretende Öl habe sich in einer dafür vorgesehenen Auffang- und Detektionsvorrichtung im Innern des gasdichten Generatorgehäuses gesammelt. Diese Einrichtung sei periodisch entleert worden. Die Gas-Dichtheit des Generators sei jederzeit gewährleistet gewesen.

Obwohl man beim Dichtöl ein Problem gehabt habe, sei die Dichtheit nie in Frage gestellt gewesen", sagte KKG-Mediensprecher Bruno Elmiger auf Anfrage. Das defekte Dichtölsystem habe seine eigentliche Funktion, den Generator vom Gas abzudichten, immer erfüllt.

Um die Ursache für die Ölleckage abzuklären, wurde gemäss KKG am Donnerstagmorgen 7 Uhr Uhr die Leistung des Atomreaktors planmässig und kontinuierlich reduziert. Um 9 Uhr wurde der Generator vom Netz getrennt, und der Reaktor wurde anschliessend abgeschaltet.

Probleme mit neuem Stromgenerator

Probleme mit dem neu eingebauten Stromgenerator hatte es bereits zuvor gegeben. Sie verlängerten die Revionsarbeiten unplanmässig für rund drei Wochen. Der 100 Tonnen schwere Rotor des Generators musste wieder ausgebaut werden.

Abklärungen ergaben, dass die Kühlgas-Austrittsöffnungen noch verschlossen gewesen waren. Am 23. Juli wurde das AKW im Probebetrieb wieder hochgefahren.

Stillstand kostet mehrere Millionen Franken

Der Produktionsausfall beim 1979 in Betrieb genommen Atomkraftwerk Gösgen hat Kostenfolgen. Trotz des Stillstands des Atomkraftwerkes fallen pro Tag Betriebskosten von rund einer Million Franken an.

Ab September würden mit dem Stromgenerator-Hersteller Siemens Verhandlungen geführt, um diesen in die Pflicht zu nehmen, sagte Elmiger. "Wir sind langsam etwas verärgert." Es geht um eine Summe von 20 bis 30 Millionen Franken.

AKW will Stromproduktion erhöhen

Das AKW Gösgen war am 6. Mai für die bislang umfangreichste Jahresrevision abgeschaltet worden. Während der Revision wurden unter anderem die Turbogeneratorengruppe modernisiert. Mit der 180 Millionen Franken teuren Aufrüstung soll die Stromproduktion erhöht werden.

An der AKW-Betreiberin KKG sind fünf Partner beteiligt: Die Alpiq AG (40 Prozent), die Axpo Power AG (25 Prozent), die Stadt Zürich (15 Prozent) sowie die Centralschweizerischen Kraftwerke AG (12,5 Prozent) und die Energie Wasser Bern (7,5 Prozent).

Aufgabe des Dichtölsystems

Wie die KKG in einer Mitteilung erläutert, muss die Rotorwelle des wasserstoffgekühlten Generators gasdicht aus dem Generatorgehäuse geführt werden. Die Abdichtung werde durch eine Spaltdichtung erreicht, welcher unter Druck Dichtöl zugeführt werde.

Solange der Dichtöldruck im Ringspalt grösser sei als der Generator-Gehäusedruck, könne ein Entweichen von Wasserstoff aus dem Generatorgehäuse ausgeschlossen werden. Die Versorgung der Wellendichtungen mit dem erforderlichen Dichtöl erfolge durch das Dichtölsystem.

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