Das medizinische Angebot der Gemeinschaftspraxis liegt in den Bereichen Allgemeine Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin sowie Gynäkologie und Geburtshilfe. Die Xundheitspraxis teilt sich die Räumlichkeiten mit dem ebenfalls neu eröffneten Physiotherapie- und Trainingscenter Sunnepark Egerkingen.

Drei Ärzte sind präsent

Geleitet wird die Gemeinschaftpraxis von Praxismanagerin Gabriela Aebi, welche auch für die Xundheitspraxis in Schönenwerd verantwortlich zeichnet. Derzeit sei sie aber vollumfänglich damit beschäftigt, in Egerkingen die Strukturen aufzubauen und den Bedarf zu eruieren. Im Gäu sind drei Ärzte stationiert, zwei davon arbeiten zu je 50 Prozent in Egerkingen und Schönenwerd.

Ein 100-Prozent-Pensum in Egerkingen leistet Ulrich Schröder, Facharzt für Allgemeine und Innere Medizin. Unterstützt werden die drei Ärzte durch fünf Medizinische Praxisassistentinnen.

Das Angebot der Xundheitspraxis richtet sich auch an die Bevölkerung von Egerkingen und den umliegenden Gemeinden. Ärzten in der Region wolle man aber nicht die Patienten abspenstig machen, betont Velke. Vielmehr trage man damit dem Trend Rechnung, dass es immer weniger Hausarztpraxen gebe und die bestehenden Praxen kaum mehr Kapazitäten hätten. «Unsere Xundheitszentren arbeiten nicht gewinnorientiert», bemerkt Velke mit dem Verweis, dass die dort praktizierenden Ärzte von der Ärztekasse angestellt seien. Zudem begrüssten viele Ärzte, dass die Ärztekasse in eigener Regie Gemeinschaftspraxen eröffne.

Positive Reaktionen

«Ich denke nicht, dass ich wegen der neuen Gemeinschaftspraxis Patienten verliere», sagt der Egerkinger Dorfarzt Urs Straumann, Facharzt für Innere Medizin, auf Anfrage. Allerdings sei er erst kürzlich darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass in Egerkingen eine Xundheitspraxis eröffnet worden sei. «Auf mich wirkt eine solche Informationspolitik ein wenig befremdlich», so der 61-Jährige. In Bezug auf seine Auslastung erwähnt Straumann, dass er zwar genug Arbeit habe, aber dennoch gerne neue Patienten annehme. Grundsätzlich finde er es richtig, dass vermehrt Gemeinschaftspraxen eröffnet würden. «Ich denke, das ist die Zukunft», so Straumann.

Auch der Hägerdörfer Allgemeinmediziner Erich Küenzi, seit 2012 selbst in einer privatwirtschaftlich organisierten Gemeinschaftspraxis mit vier Ärzten tätig, sieht das so. Von einer Unterversorgung könne aber bei ihm nicht die Rede sein. «Für neue Patienten stehen die Türen bei uns jederzeit offen.» Ob eine Praxisgemeinschaft erfolgreich ist, hängt für Küenzi unmittelbar mit den Personen zusammen, die dort arbeiten.

Auch für Christian Rohrmann, in Oensingen praktizierender Facharzt für Allgemeine und Innere Medizin, steht und fällt eine Gemeinschaftspraxis mit den Ärzten. Den Trend zu mehr Gemeinschaftspraxen hält der 50-Jährige für richtig. Nicht zuletzt deshalb, weil seine Praxis mehr als ausgelastet ist. «Seit etwa zwei Jahren haben wir einen Patientenstopp», so Rohrmann.

Tag der offenen Tür im Xundheitszentrum, Einschlagstrasse 58a und 64, Egerkingen: Samstag, 14. September, 9 bis 16 Uhr