Bergschule Brunnersberg
Aedermannsdorf und Matzendorf wollen Bergschule noch 1 Jahr geben

Die Gemeinderäte von Aedermannsdorf und Matzendorf haben einen neuen Vorschlag zum Schliessungstermin der Bergschule Brunnersberg. Sie sind für ein Jahr Übergangsfrist.

Alois Winiger
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Das Schulhaus Brunnersberg.

Das Schulhaus Brunnersberg.

Zur Verfügung gestellt

Das Hin und Her um den Schliessungstermin der Bergschule Brunnersberg ist um eine Variante reicher geworden: ein Jahr Übergangsfrist. Diesem neuen Vorschlag hat der Gemeinderat Aedermannsdorf zugestimmt. Aus dem Matzendörfer Rat, der gleichzeitig tagte, kam ebenfalls ein Ja, jedoch nur ein widerwilliges.

Von drei auf zwei Jahre

Zurück zum Ausgangspunkt: Grundsätzlich war die Schliessung der Bergschule auf Ende dieses Schuljahres beschlossene Sache. Doch die Bergfamilien legten den Präsidenten der vier Trägergemeinden einen Antrag vor, eine Frist bis Ende Schuljahr 2016/2017 zu gewähren.

Die Gemeindepräsidenten nahmen den Antrag zur Beschlussfassung in den Räten entgegen, kürzten aber die Frist auf zwei Jahre, basierend auf der Zusicherung der Familien, dass sie für die Finanzierung sorgen würden. Zudem wurden vonseiten des Kantons Subventionen in Aussicht gestellt. Der Gemeinderat von Mümliswil-Ramiswil hat den Entscheid vertagt (wir berichteten).

«Können wir uns nicht leisten»

In Aedermannsdorf ist der Antrag für die zweijährige Frist mit Stichentscheid des Gemeindepräsidenten Bruno Born angenommen worden, allerdings nur unter der Bedingung, dass auch nach der Einführung des Neuen Finanzausgleichs aufs Jahr 2016 keine Mehrbelastung für die Gemeinde entsteht. «Unterdessen wurde uns vom Kanton mitgeteilt, dass dies nicht garantiert werden kann», berichtet Bruno Born. «Das würde bedeuten, dass Aedermannsdorf für seine vier Bergschulkinder erheblich viel mehr bezahlen müsste als bisher. Das kann sich die Gemeinde nicht leisten.»

Darum sei man auf den Vorschlag für ein Jahr Übergangsfrist gekommen. Dies aber nicht nur des Geldes wegen, sondern weil man einsah, dass durch das Warten auf die vielen Entscheide die Zeit zu knapp geworden ist, um den Schulbetrieb bis zum nächsten August neu zu organisieren. Man brauche zum Beispiel noch Leute, die eine Prüfung für den Fahrdienst absolvieren.

Dem Vernehmen nach sind die Lehrkräfte bereit, mitzumachen. «Ich glaube, das Jahr Übergangsfrist ist für die Familien und die Gemeinden ein vertretbarer Kompromiss.»

Mit grossem Mehr abgelehnt

Dieser Meinung ist auch der Gemeindepräsident von Matzendorf, Marcel Allemann. Allerdings sei der Entscheid für die Einjahresfrist in der Ratssitzung nur knapp zustande gekommen, und dies auch nur, weil er selber einen Rückkommensantrag gestellt hatte. Der Antrag für die Zweijahresfrist war nämlich zuvor mit grossem Mehr abgelehnt worden. Über die vorgeschlagenen Finanzierungsmöglichkeiten sei nicht einmal diskutiert worden.

Marcel Allemann stimmt mit seinem Amtskollegen Born auch darin überein, dass ein zu grosser Kraftakt nötig wäre, die Umstellung vom Berg ins Tal auf Ende dieses Schuljahres durchzuziehen. «Ich hoffe, dass die Gemeinden Laupersdorf und Mümliswil-Ramiswil ebenfalls dieser einjährigen Übergangsfrist zustimmen werden», betont Allemann. «Es dürfte helfen, das Verhältnis zu den Bergfamilien wieder in normale Bahnen zu lenken.»

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