Aedermannsdorf
Gemeindeversammlung beschliesst Mindest-Quadratmeter-Preis für die «Schaubmatte»

Wegen gestiegenen Kosten genehmigte die Gemeindeversammlung in Aedermannsdorf Mindest-Quadratmeter-Preis für das Bauland und genehmigte das Budget mit einem Ertragsüberschuss von einer halben Million Franken.

Fränzi Zwahlen
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Sieben Bauplätze bietet die Gemeinde Aedermannsdorf zum Kauf an. Für mindestens 205 Franken pro Quadratmeter.

Sieben Bauplätze bietet die Gemeinde Aedermannsdorf zum Kauf an. Für mindestens 205 Franken pro Quadratmeter.

Bruno Kissling

«Aedermannsdorf geht es gut», sagte Gemeindepräsident Bruno Born an der Rechnungsgemeindeversammlung vom Mittwochabend. Die Rechnung 2020 schliesst bei einem Aufwand von 3,063 Millionen Franken und einem Ertrag von 3,62 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von exakt 556'238 Franken. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 95'500 Franken.

Der Grund für das gute Ergebnis ist vor allem in den höheren Steuereinnahmen natürlicher Personen zu suchen. «Wir haben das Glück, gute Steuerzahler in unserer Gemeinde zu haben», so Born weiter. Und dadurch, dass es eine treue Einwohnerschaft ist, bleiben diese Steuereinnahmen relativ stabil. Tatsächlich sind rund 300'000 Franken mehr Steuern eingegangen als budgetiert. Vom guten Ergebnis werden rund 50'000 Franken als zusätzliche Abschreibungen verbucht. Ins Eigenkapital gelangen 504'000 Franken. Dieses beträgt somit 1,46 Millionen Franken.

Von Pro-Kopf-Schuld zu Pro -Kopf-Vermögen

Die Investitionsrechnung schliesst mit Nettoinvestitionen in der Höhe von 196'000 Franken. Alle drei Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall schlossen mit Überschüssen ab und werden den jeweiligen Eigenkapitalen zugefügt. Die Gemeindeversammlung folgte allen Anträgen des Gemeinderates und genehmigte die Rechnung 2020 einstimmig. Besonders zu erwähnen ist, dass die Gemeinde mit diesem Abschluss erstmals ein Pro-Kopf-Vermögen von 107 Franken ausweist. Ende 2019 bestand noch eine Schuld pro Einwohner von 999 Franken.

Ebenfalls genehmigt wurde die Rechnung 2020 der Forstbetriebsgemeinschaft Hinteres Thal mit einem Gewinn von 132'620 Franken, wovon die Gemeinde einen Anteil von 7294 Franken ausbezahlt erhält.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Aedermannsdorf

2019 2020
Erfolgsrechnung (in 1000 Franken)
Gesamtaufwand 3063 2991
Gesamtertrag 3620 3404
Jahresergebnis 556 412
Steuereinnahmen nat. Pers. 1506 1391
Steuereinnahmen jur. Pers. 17 57
Übrige Steuereinnahmen 115 41
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung) 226 168
Investitionsrechnung (in 1000 Franken)
Investitionsausgaben 481 513
Investitionseinnahmen 285 17
Nettoinvestitionen 196 496
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers. 124% 124%
Steuerfuss jur. Pers. 110% 110%
Selbstfinanzierungsgrad 429% 117%
Eigenkapitaldeckungsgrad 49% 32%
Netto-Vermögen pro Kopf (Franken) 107
Netto-Schulden pro Kopf (Franken) 1020

Gemeinderat will Mindest-Quadratmeter-Preis

Mehr zu diskutieren gab dann das Traktandum «Schaubmatte». Im vergangenen Oktober kaufte die Einwohnergemeinde aus privater Hand ein Stück Bauland, um dieses Bauwilligen - in erster Linie jungen Familien - zum Kauf anbieten zu können. Die Kosten für das Land beliefen sich damals 810'000 Franken. Nun kommen noch 450'000 Franken Erschliessungskosten auf die Gemeinde zu. «Diese werden dann aber zu 80 bis 70 Prozent den künftigen Landbesitzern übertragen», wurde gesagt.

Der Gemeinderat beantragte nun der Gemeindeversammlung einen Mindest-Quadratmeter-Preis für die Bauparzellen von 205 Franken festzusetzen. Es sei der Preis, den die Gemeinde aufgrund ihrer Aufwendungen für dieses Geschäft benötige, so Born. In der Diskussion wurde in den Raum gestellt, ob dieser Preis für junge Familien denn auch verkraftbar sei, denn es sei doch gerade diese Gesellschaftsschicht, die man mit diesem Landkauf ins Dorf holen möchte. Andererseits wurde festgestellt, dass dieser Preis - verglichen mit anderen Thaler Gemeinden - moderat sei. Derzeit seien schon zwei Interessenten beim Gemeindepräsidenten vorstellig geworden, war zu erfahren.

Nach eingehender Diskussion schloss sich der Souverän dem Antrag des Gemeinderates an. Wie erwähnt kam der Gemeindepräsident nochmals auf das Thema Steuersatz zurück:

«Ich werde an der kommenden Gemeindeversammlung im Dezember einen Antrag um Senkung stellen»,

sagte er. Dies obschon die Beiträge des Finanz- und Lastenausgleichs aufgrund der höheren Steuerkraft rückläufig sind. Derzeit wird der Gemeinde 709'846 Franken ausbezahlt; 2020 waren es noch 788'000 Franken.